Floorball 13.10.2020

Freiburg verspielt Sieg gegen Ticino

Floorball Freiburg musste sich in der Nationalliga B gegen Ticino Unihockey trotz einer 2-Tore-Führung mit 
6:7 nach Verlängerung geschlagen geben. Vier der sieben Gegentore kassierten die Freiburger in Unterzahl.

Als Noé Sprunger rund sieben Minuten vor dem Ende gestenreich seinen bereits 4. Saisontreffer bejubelte, war die Welt von Floorball Freiburg am Samstag noch in Ordnung. Mit einer 6:4-Führung befand sich die Mannschaft von Stefan Hayoz nämlich auf bestem Weg, den ersten Heimsieg der Saison einzufahren. Ein Powerplay-Gegentreffer nach einem vermeidbaren Wechselfehler und ein Verlegenheitsschuss von Pietro Luraschi zwangen die Freiburger aber noch in eine ungeplante Verlängerung. In dieser hatten die Einheimischen zwar deutlich mehr vom Spiel, den Zusatzpunkt holten sich dennoch die Tessiner. Erneut war es Luraschi, der einen seltenen Gegenstoss halbhoch im Kasten unterbringen konnte. 

Effizientes Tessiner Powerplay
 

Einen solch bitteren Ausklang hatten die Freiburger eigentlich nicht verdient, doch mit insgesamt sechs kleinen Bankstrafen hauchte man Ticino Unihockey während der gesamten Begegnung immer wieder neues Leben ein. Vor allem der mit viel Übersicht gesegnete Juha Rautiainen wusste die Raumvorteile mit strategisch klugen Pässen regelmässig auszunutzen. Ganze vier Vorlagen durfte sich der finnische Rückkehrer, der schon in der Saison 2018/19 für Ticino spielte, notieren lassen. «Sie zeigten ein enorm starkes Powerplay und nutzten gleich vier von sechs Gelegenheiten erfolgreich», anerkannte Basil Aerschmann das meist nach Wunsch verlaufene Überzahlspiel der Südschweizer. «Bei Vollbestand der Kräfte haben wir mehr fürs Spiel gemacht, nur dank den Strafen kamen sie jeweils zurück ins Spiel. Einige 2-Minuten-Strafen von uns waren unnötig. Das war schade, denn gerade gegenüber den Junioren sollten wir diesbezüglich Vorbilder sein.» 

Krattingers Assist

Abgesehen von diesen Undiszipliniertheiten zeigte das Heimteam gegen den letztjährigen Widersacher im Playoff-Viertelfinal eine ansprechende Leistung. Es brauchte zu Beginn allerdings einen hellwachen Stefan Krattinger, der mit einigen Glanztaten und einem entschärften Penalty seine Farben vor einem veritablen Kaltstart bewahrte. So waren es Benjamin Zurich und Antreiber Olivier Müller, die mit einem Doppelschlag das Skore eröffneten (8.).

Entscheidend abschütteln liessen sich die Tessiner aber nicht. Im Gegenteil: Im Mitteldrittel übernahmen die Mannen von Headcoach Luca Tomatis – selbstredend in Überzahl – gar erstmals die Führung. Michele Marc Weibel mit guter Arbeit im Slot und Thomas Zürcher mittels Shorthander drehten die Partie wieder zugunsten der Saanestädter. Krattinger hatte den vierten Freiburger Treffer mit einem magistralen Auswurf herrlich vorbereitet und fand sich danach zu Recht in einer schwarz-weissen Jubeltraube wieder. «Er war mit Abstand der beste Mann auf dem Feld. Dank seinen Paraden waren wir lange gut im Spiel drin», lobte Basil Aerschmann seinen Torhüter. «Dass er zudem noch gut auswerfen kann, ist bekannt.» Krattinger selbst gab sich derweil bescheiden und übte sich beim späten Tessiner Ausgleich gar etwas in Selbstkritik: «Ich habe versucht, dem Team, so gut es ging, zu helfen. Schade, dass das 6:6 etwas unglücklich fiel. Schlussendlich sind es für uns leider zwei verlorene Punkte.»

Für die junge Freiburger Mannschaft geht es nun in rund zwei Wochen zu Hause gegen den zweitplatzierten Aufstiegsaspiranten Basel Regio weiter. Will die Mannschaft von Stefan Hayoz aus dieser Affiche etwas Zählbares mitnehmen, müssen die Besuche auf der Strafbank wieder auf ein absolutes Minimum reduziert werden.

Telegramm:
Freiburg - Ticino Unihockey 6:7 n.V. (2:1, 2:2, 2:3, 0:1)
Heilig-Kreuz-Halle. – Zuschauer: 235. – SR: Etter/Mutzner. Tore: 8. Zurich (Weibel) 1:0. 8. Müller (Zürcher) 2:0. 9. Ochsner (Luraschi) 2:1. 22. Luraschi (Rautiainen/Ausschluss Staub) 2:2. 36. Mariotti (Rautiainen/Ausschluss Lommano) 2:3. 37. Weibel (B. Aerschmann) 3:3. 40. Zürcher (Krattinger/Ausschluss Pass!) 4:3. 43. Zürcher 5:3. 53. Mariotti (Rautiainen/Ausschluss Weibel) 5:4. 54. Sprunger (Roulin) 6:4. 57. Mariotti (Rautiainen/Ausschluss Roulin) 6:5. 59. Luraschi (Pini) 6:6. 65. Luraschi 6:7. Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Freiburg. 1-mal 2 Minuten gegen Ticino.
Floorball Freiburg: Krattinger; Lommano, Wolfer; Köstinger, Pass; B. Aerschmann, Barbey; Romanens; Müller, Zürcher, Ruffieux; Halter, Pilloud, Brodard; Weibel, Zurich, Staub; Roulin; E. Aerschmann; Sprunger.
Bemerkungen: 4. Krattinger hält Penalty gegen Rautiainen. 40. Bechtiger hält Penalty gegen Brodard. – 39. Lattenschuss Monighetti.

Männer. NLB. Rangliste (alle 5 Spiele): 1. Thurgau 3,0 (Punktequotient). 2. Basel regio 2,8. 3. Eggiwil 2,0. 4. March-Höfe Altendorf 1,8. 5. Davos-Klosters 1,6. 6. Ticino 1,6. 7. Langenthal Aarwangen 1,2. 8. Gordola 1,0. 8. Freiburg 1,0. 10. Kloten- Dietlikon 0,8. 11. Grünenmatt 0,6. 12. Sarganserland 0,6.