Schwarzsee 11.01.2021

Irdische Engel unterwegs in Schwarzsee

Damit die Corona-Schutzmassnahmen von allen eingehalten werden, patrouillieren freiwillige Helferinnen und Helfer im Skigebiet von Schwarzsee. Sie erinnern Besucherinnen und Besucher unter anderem an die Maskenpflicht.

Es ist ein wunderschöner Samstag in Schwarzsee, die Sonne scheint, und der Schnee glitzert. Trotz Corona-Schutzmassnahmen locken die idealen Bedingungen unzählige Besucherinnen und Besucher an, die sich am Wintertag erfreuen. Bei der ausgelassenen Stimmung liegt es nahe, dass die Maskenpflicht ab und zu weniger ernst genommen wird. Doch daran hat die Gemeinde Plaffeien gedacht: Rund um die Parkplätze und die Talstation der Riggisalpbahn patrouillieren sechs freiwillige Helfer, die die Leute freundlich an das Einhalten der Schutzmassnahmen erinnern. Darunter sind auch die sogenannten Covid-Angels.

«Ich glaube nicht, dass sich jemand extra nicht an die Maskenpflicht hält», sagt Boban Dimitrieski, der vergangenen Samstag als «Covid-Angel» im Einsatz war. «Die Leute vergessen es einfach, und deshalb sind wir da.»

Wichtig fürs Skigebiet

Otto Lötscher, Ammann der Gemeinde Plaffeien, erklärt: «Für uns ist es wichtig, dass wir das Skigebiet nicht schliessen müssen. Wir wollen helfen. Darum auch der Name ‹Covid-Angel›, der schon in anderen Skigebieten gebraucht wird. Er unterstreicht das Positive an dieser Idee.»

Innerhalb einer Stunde muss Boban Dimitrieski etwa zehn Mal eingreifen. Zu oft, wie er findet. Trotzdem ist es manchmal schwierig, abzuschätzen, wann man eingreifen soll und wann nicht. «Wenn jemand zum Beispiel gerade trinkt oder am Rauchen ist, sage ich nicht sofort etwas. Wenn sich die Leute aber während längerer Zeit in der Maskenpflicht-Zone aufhalten, dann spreche ich sie an. Man muss einfach menschlich sein und abschätzen, wann es nötig ist.»

Die Reaktionen darauf sind sehr unterschiedlich: «Ich wurde schon oft gelobt, mir wurde gedankt für die Arbeit, die ich hier mache. Manchmal reagieren die Leute aber auch genervt und unfreundlich. Einmal hat mir jemand gesagt, er weigere sich, die Maske anzuziehen, weil ich nicht ‹Hallo› und ‹Bitte› gesagt hätte. Seither mache ich das immer», sagt Dimitrieski und lacht.

Zu den «Covid-Angels» kam der Produktionsmitarbeiter bei Extramet durch seinen Arbeitgeber. «Ich bin gerade in Kurzarbeit, und als bei einer Sitzung darüber berichtet wurde, dass man sich hier melden könne, um etwas dazuzuverdienen, hat es in meinem Kopf ‹Boom› gemacht. Ich dachte mir: Jemand muss das ja machen, also mache ich es.» Langweilig werde es ihm meistens nicht: «Ich kann mich bewegen, draussen sein, und ich kann vor allem auch vielen Leuten helfen.»

Auch eine Auskunftsperson

Einige Besucherinnen und Besucher sprechen Dimitrieski an, um sich zum Beispiel nach den Wanderwegen zu erkundigen oder weil sie Hilfe benötigen beim Bezahlen des Parkplatzes. «Man hat mit vielen Leuten zu tun und kann jeden Tag etwas Neues erleben. Das gefällt mir.»

Kalt werde es zwar schon, so Dimitrieski, aber man ziehe sich einfach etwas Wärmeres an. Und wenn man immer ein bisschen herumlaufe, dann gehe es ganz gut. «Manchmal sehe ich am Abend auf meinem Handy, dass ich über 15 Kilometer gelaufen bin. Nur einmal konnte ich für die Mittagspause nicht an die Wärme gehen, weil es zu voll war. Ich habe dann im Auto gegessen. Das war nicht so schön.»

Aber Boban Dimitrieski ist sehr positiv eingestellt: «Jeder gibt einfach sein Bestes. Eigentlich machen die Leute gut mit, und auch das Skigebiet hat die Lage gut im Griff. Zum Glück sind auch noch Helfer von der Feuerwehr und der Polizei da – es ist schön, wenn man einander dann über den Weg läuft.»