Heitenried 12.01.2021

Heitenried: Gewappnet für Eigenständigkeit

Heitenried, im Sense-Mittelland gelegen, wollte bisher nichts von einer Fusion wissen.
Bild Aldo Ellena
Heitenried hatte sich in der ablaufenden Legislaturperiode das Ziel gesetzt, eigenständig zu bleiben. Das ist gelungen. Und die Gemeinde ist gewappnet dafür, so weiterzufahren, wie der Gemeindepräsident sagt.
Heitenried ist eine jener Sensler Gemeinden, in denen die Frage nach einer Fusion in den letzten Jahren gestellt wurde. Die Gemeinde mit rund 1400 Einwohnern im Sense-Mittelland hat jedoch einen Zusammenschluss mit Tafers und St. Antoni abgelehnt.
 
«Selbstständig zu bleiben, war eines der Ziele der letzten Legislaturperiode», sagt Ammann Bruno Werthmüller. «Wir sind auch gewappnet dafür, so weiterzufahren.» Der Gesamtgemeinderat tritt bei den Wahlen im März auf einer gemeinsamen Liste noch einmal an. Ob noch andere Listen eingereicht werden, ist derzeit nicht klar. 
 
«Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit im Gemeinderat und erhalten eine gute Unterstützung von der Gemeindeverwaltung», so Werthmüller. Auch habe die Gemeinde die Finanzen im Griff.
 
Klar könne eine kleine Gemeinde nicht alle Aufgaben allein erledigen. Diesbezüglich schätze man die Zusammenarbeit in den Gemeindeverbänden, führt Werthmüller aus. Und er freue sich auf die künftige Zusammenarbeit mit der neuen Gemeinde Tafers – Alterswil, St. Antoni und Tafers haben auf Anfang dieses Jahres fusioniert.
 
«Auf lange Sicht ist eine Fusion sicher nicht ausgeschlossen, aber momentan gibt es diesbezüglich keine Pläne», so Werthmüller. Die Gemeinde wolle zu Beginn der neuen Legislatur einen Zukunftsworkshop mit der Bevölkerung durchführen. «Sollte dort das Thema Fusion zur Sprache kommen, werden wir das anschauen», so Werthmüller. 
 
Sanierung und Solarzellen
Bruno Werthmüller blickt mit den FN auch zurück auf die ablaufende Legislatur. Es seien eher ruhige fünf Jahre gewesen, so der Syndic. Die Renovation des ehemaligen Schulhauses Pfandmatta sei abgeschlossen worden. Die Wasserpumpen im Pumpwerk Hangbüel und im Reservoir Holzacher wurden erneuert; beim Pumpwerk Hangbüel wurde zudem eine Fotovoltaik-Anlage errichtet. «Beim Strassenbau haben wir bewusst einige Projekte hinausgeschoben, damit wir die Gemeindekasse nicht zu stark belasten.»
 
Keine Chance für Tempo 30
Am meisten zu reden gegeben hatten in Heitenried in der vergangenen Legislatur wohl die Tempo-30-Zonen. «Wir hatten das Thema schon anfangs der Legislatur auf der Traktandenliste», sagt Werthmüller. Ein Antrag aus der Bevölkerung an einer Gemeindeversammlung gab dann den Anstoss für die Ausarbeitung eines Projekts. Es sah Tempo 30 in den Quartieren, aber auch Temporeduktionen in den Weilern vor. 
 
Der Gemeinderat legte das Projekt im vergangenen Oktober der Bevölkerung vor – und sorgte damit für die wohl am besten besuchte Gemeindeversammlung in der Geschichte Heitenrieds: Mehr als hundert Bürgerinnen und Bürger kamen. Obwohl sich einige der Anwesenden vehement für Tempo 30 aussprachen, lehnte eine grosse Mehrheit das Projekt ab. «Vorerst unternehmen wir in Sachen Tempo 30 nun nichts mehr, es ist aber möglich, dass es in der nächsten Legislatur erneut aufs Tapet kommt», so Werthmüller.
 
Den künftigen Gemeinderat dürfte in der nächsten Legislatur die Sanierung der Turnhalle beschäftigen. Man habe damit zugewartet, weil derzeit unklar sei, was mit dem Restaurant St. Michael und seinem Saal passiere, erklärt der Syndic. Die Wirte sind im Pensionsalter und wollen den Betrieb verkaufen. «Je nachdem, was dort passiert, wenn zum Beispiel der Saal verschwindet, müssten wir Alternativen im Rahmen des Umbaus der Turnhalle prüfen.»