Plaffeien 23.11.2020

Die Lauper Metallbau AG schliesst - weil keine Nachfolge in Sicht ist

Die Firma Lauper Metallbau AG in Plaffeien schliesst Ende Jahr. Nicht aus wirtschaft­lichen Gründen, sondern weil Firmeninhaber Reto Lauper trotz intensiver Suche keinen Nachfolger gefunden hat.

«Um allfällige Gerüchte gleich zu entkräften: Nein, die Schliessung hat nichts mit einer finanziellen Schieflage zu tun und auch nichts mit dem Virus.» Das sagt Reto Lauper, Inhaber der Firma Lauper Metallbau AG in Plaffeien. Seit bekannt geworden ist, dass der Betrieb auf Ende Jahr zugeht, zirkulieren verschiedene Annahmen über die Hintergründe.

Keine Familienlösung ...

Reto Lauper hält im Gespräch mit den FN fest, dass das Unternehmen seit der Gründung durch seinen Vater vor 55 Jahren erfolgreich in der Region tätig sei und dies bis zuletzt gewesen sei. Die Gründe für die Schliessung lägen ganz woanders. «Leider habe ich es nicht geschafft, die anvisierte Nachfolge erfolgreich zu regeln», sagt er. Dabei habe es lange danach ausgesehen, dass dank seinem Sohn Remo gar die dritte Generation die Firma übernehmen könnte. Nach seiner sehr erfolgreich abgeschlossenen Lehre zum Metallbauer habe Remo aber vor fünf Jahren entschieden, sich weiter zum Bauinge-nieur auszubilden. «Eine Übernahme des elterlichen Betriebs war danach kein Thema mehr.»

... und keine externe Lösung

Deshalb habe er betriebsintern weitergeschaut und mit einem Projektleiter das Interesse an einer allfälligen Geschäftsübernahme sondiert, führt Reto Lauper aus. Im Lauf des letzten Jahres sei für ihn der Zeitpunkt gekommen, die Geschäftsübergabe auf Ende 2020 konkret anzugehen. «Beim Anfang Jahr gestarteten Evaluationsprozess zeigte sich aber, dass der Projektleiter nicht mehr daran interessiert war, die Firma zu übernehmen», führt er aus. Dieser habe den Entscheid nach reiflicher Überlegung und aus nachvollziehbaren Gründen gefällt. 

Auch weitere interne Gespräche mit der Belegschaft sowie externe Gespräche mit Einzelpersonen und intensive Kontakte mit zwei anfänglich sehr interessierten Firmen hätten nicht zum erhofften Erfolg geführt. «Eine schweizweite Suche war für mich kein Thema, weil ich wollte, dass die Firma ihren Sensler Charakter behält. Also habe ich mich diesen Sommer entschieden, den Betrieb gezielt runterzufahren.»

Teilzeit geht nicht

Eine Alternative, etwa ein teilweiser Rückzug mit reduziertem Pensum, wie ihm dies angetragen worden sei, sei für ihn nicht infrage gekommen. «Man kann ein KMU mit zehn Leuten nicht einfach in Teilzeit führen, die Verantwortung bleibt trotzdem zu 100  Prozent bestehen.» Auch den Betrieb als Verwaltungsrat im Hintergrund zu steuern, sei keine Lösung. «Das ist nicht meine Art, denn ich meine, ein vifer Betriebsleiter sollte seinen Erfolg selber ernten können.»

Reto Lauper blickt auf eine gute Zeit zurück: «Ein KMU zu leiten, ist eine sehr befriedigende Sache. Könnte ich die Zeit zurückspulen, würde ich den gleichen Weg wieder einschlagen», hält er fest. Es sei aber auch so, dass der Energieaufwand in psychischer wie in physischer Hinsicht enorm sei. «Bekanntlich sind in meinem Alter gesundheitliche Konsequenzen eine Rea-lität. In jüngeren Jahren konnte ich alles viel besser wegstecken, jetzt zeigt sich doch eine gewisse Erschöpfung.»

Lösung für Mitarbeiter

«Ich könnte aber nicht mit gutem Gewissen aufhören, wenn die Angestellten nicht eine neue Stelle gefunden hätten.» Es sei für das Team nicht einfach gewesen, als er seinen Entscheid zur Schliessung kommuniziert habe. «Natürlich löste das Fragen und verständlicherweise auch erst mal Unsicherheit aus.» Es hätten aber fast alle sehr schnell einen neuen Arbeitgeber im Sensebezirk gefunden. «Das hat mich denn auch nicht weiter erstaunt, da gute Fachleute im Metallbau praktisch nur durch solche Umstände auf den Markt kommen und sehr begehrt sind.» Bei einem Mitarbeiter konnte er sogar dessen sowieso geplante Frühpensionierung ins Rollen bringen. Sein Dank gilt deshalb auch dem Personal. «Trotz der anstehenden Veränderung gibt jeder im Endspurt noch sein Bestes und ermöglicht es mir damit, mit einem guten Gefühl den Rucksack abzulegen», sagt Reto Lauper und fügt noch an: «Am Tag, an dem niemand mehr in der Firma ist und die Werkstätten leer stehen, werde ich aber sicher ein paar Mal leer schlucken müssen.»

Vom Metall zum Bier

Die Räumlichkeiten an der Kapellenstrasse in Plaffeien werden nicht lange leer bleiben. Schon bald wird in den heutigen Werkstätten «juschts» Bier gebraut. «Es freut mich sehr, dass ein sehr guter Freund mit seinem urtypischen Sensler Unternehmen einzieht.»