Murten 26.03.2020

Stadtammann Christian Brechbühl tritt zurück

Christian Brechbühl vor dem Murtner Rathaus.
Der freisinnige Stadtammann von Murten, Christian Brechbühl, gibt sein Amt per Ende Oktober ab. Wer nachrückt, ist noch offen.

Seit 2001 ist der Freisinnige Christian Brechbühl im Gemeinderat von Murten, 2011 übernahm er das Präsidium der Exekutive. Nun gibt die Gemeinde in einer Medienmitteilung seinen Rücktritt bekannt: «Der Stadtammann Christian Brechbühl tritt per 31. Oktober 2020 zurück.» Der 65-Jährige wolle sich vermehrt seiner Familie widmen. Die gemeinsame Zeit mit seiner Frau Maria und seiner Familie sei in den letzten Jahren zu kurz gekommen. Er freue sich, das politische Amt an eine jüngere Nachfolge weiterzugeben, ist in der Medienmitteilung weiter zu lesen. Vor dem Präsidium hatte Christian Brechbühl das Ressort Sport und Kultur sowie den Bereich Bildung unter sich.

Schon länger geplant

Die Legislatur dauert noch bis 2021. Dass Christian Brechbühl vorher zurücktritt, hat einen einfachen Grund: «Es wäre zu lange bis dann», sagte der Stadtammann auf Anfrage. Er habe diesen Schritt bereits seit Monaten geplant. Mit der Coronakrise habe sein Entscheid nichts zu tun. Wer von der FDP im November für Christian Brechbühl in den ­Gemeinderat nachrutscht, ist noch nicht bekannt (siehe ­Kasten).

Auf die Zeit im Gemeinderat von Murten zurückzublicken, ist für Christian Brechbühl im Moment schwierig: «Ich habe Mühe, auch persönlich, jetzt in der Coronakrise die Arbeit im Gemeinderat Revue passieren zu lassen.» Er wolle dies gerne tun, wenn die Pandemie überstanden ist, sagte Brechbühl. «Aber jetzt kann ich kein Interview dazu geben.»

Der Stadtammann zählt mit seinen 65 Jahren zur Corona-Risikogruppe. Er sei seit letztem Mittwoch fast ausschliesslich im Homeoffice tätig gewesen. In dieser Woche sei er noch gar nicht draussen vor der Haustüre gewesen, sagte der Stadtammann. «Am Wochenende war ich auf dem Hometrainer auf der Terrasse.» Es sei eine ganz besondere Situation, auch für die Gemeinde Murten: «Wir machen alles, damit der Betrieb sichergestellt ist.»

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus sind die Schalter der Stadtverwaltung derzeit geschlossen. Termine sind nur nach telefonischer Vereinbarung möglich. Die Webseite der Gemeinde werde laufend mit den neusten Informationen aktualisiert, betonte Christian Brechbühl.

Nachfolge

Markus Ith erzielte 2015 das drittbeste Resultat

Im November 2015 hatten in Murten und den Fusionsgemeinden Courlevon, Jeuss, Lurtigen und Salvenach vorgezogene Gesamterneuerungswahlen für den Gemeinderat und den Generalrat für die Legislatur 2016–2021 stattgefunden. Von den Kandidatinnen und Kandidaten der FDP Murten und Umgebung für den Gemeinderat erhielt Christian Brechbühl mit 971 am meisten Stimmen. An zweiter Stelle folgte Andreas Aebersold mit 968 Stimmen. Damit schaffte auch er die Wiederwahl in den Gemeinderat. Andreas Abersold ist im Murtner Gemeinderat für die Finanzen zuständig. Das drittbeste Resultat erzielte Markus Ith mit 534 Stimmen. Er kann nun in den Gemeinderat nachrutschen. Ob er dies tatsächlich tut, ist aber noch offen. «Ich weiss es noch nicht», sagte Markus Ith. Er wisse erst seit kurzem, dass Christian Brechbühl sein Amt abgibt. «Es ist zu kurzfristig. Ich will mir erst Gedanken machen». Das Inte­resse sei aber sicher da, aber «es ist nun ein Prozess, der anläuft, und es gibt zwei bis drei Komponenten, die mitspielen». Seit 2000 sitzt Ith im Murtner Generalrat. 2019 gab er sein Amt im Grossen Rat ab. Er verabschiedete sich nach 18 Jahren aus dem Kantonsparlament.

Auf Markus Ith folgte Thomas Bula mit 522 Stimmen auf der FDP-Liste von 2015.