Kleinbösingen 14.01.2021

Kleinbösingen soll moderat wachsen

Eher schmal sind die Strassen in Kleinbösingen.
Bild Aldo Ellena/a
Der Strassenverkehr und die Ortsplanungsrevision waren in Kleinbösingen die dominierenden Themen in der nun zu Ende gehenden Legislatur. Eine Fusion soll nicht aufs Tapet kommen, obwohl die Gemeinde eng mit Gurmels verbunden ist.
Die meisten Wohnhäuser in der Gemeinde Kleinbösingen befinden sich nicht an der viel befahrenen Kantonsstrasse Düdingen–Gurmels. Und doch war der Strassenverkehr in den vergangenen Jahren ein wiederkehrendes Thema in der Bevölkerung. Für Gemeindepräsident Pascal Udry besteht die Verkehrsproblematik aus zwei Faktoren: «Zum einen ist Kleinbösingen gewachsen, und mit dieser Entwicklung haben auch die Autofahrten in der Gemeinde zugenommen. Wir sind ein klassisches Pendlerdorf. Jeder Haushalt hat ein bis zwei Fahrzeuge.» Zum anderen würden seit zehn Jahren stetig mehr Lastwagen durch Kleinbösingen fahren. Die schmalen Gemeindestrassen seien für diesen Schwerverkehr nicht ausgelegt. «Ich weiss nicht, woher diese Lastwagen kommen. Ein Ziel in Kleinbösingen haben sie nicht.»
 
Mit dem Planungskredit, den die Bürgerinnen und Bürger an der letzten Gemeindeversammlung bewilligt hatten, werde der Gemeinderat prüfen können, welche Handlungsoptionen bestehen und was umgesetzt werden soll. Ihm seien rasche Ergebnisse wichtig, sagt Pascal Udry. Der Rückschnitt von Sträuchern, um die Sicht der Verkehrsteilnehmer zu verbessern, sei ein erster Schritt, der sich aus einer Studie der Beratungsstelle für Unfallverhütung ergeben habe.
 
Das grösste Dossier in der Legislatur war die Ortsplanungsrevision, so der Gemeindepräsident. Diese liege derzeit beim Kanton. «Wir warten auf seinen Entscheid.» Mit 700 Einwohnern habe die Gemeinde eine gute Grösse, sagt Pascal Udry, dessen erste Legislatur nun zu Ende geht. Er hoffe für die Zukunft auf ein moderates Wachstum. «Mit unserer Infrastruktur haben wir Platz für ein weiteres Quartier. Wir werden sehen, ob wir das umsetzen können.» Mehr als 700 bis 800 Einwohner solle Kleinbösingen aber in der nächsten Zeit nicht erreichen. «Die Infrastruktur muss das Wachstum schlucken können.» Derzeit sie die Bevölkerung durchmischt. Mit dem neuen Quartier Alpenblick habe die Gemeinde viele Familien oder junge Paare anziehen können.
 
Konstruktive Zusammenarbeit
Die Jahresrechnungen von Kleinbösingen schliessen meistens mit einem kleinen Gewinn. Eine schwarze Null zu erreichen, sei ihm wichtig, so der Gemeindepräsident. «Wir sollten nicht mit roten Zahlen abschliessen, aber auch nicht einen zu hohen Gewinn machen. Letzteres ist nämlich nicht die Aufgabe einer Gemeinde.»
 
Die Gemeinde beziehungsweise der Gemeinderat sollten die Aufträge der Bürgerinnen und Bürger umsetzen und eine gute Infrastruktur für die Bevölkerung sicherstellen. Pascal Udry erwähnt die konstruktive Zusammenarbeit mit Gurmels im Schulbereich und die Beteiligung von Kleinbösingen am Altersheim Hospiz St. Peter und den geplanten Alterswohnungen in Gurmels.
 
Eine Fusion ist für ihn überhaupt nicht auf der Tagesordnung. Die Eigenständigkeit, die Kleinbösingen 1982 erreicht hat, solle beibehalten werden. «Wir sind zwar klein, aber unkompliziert und effizient.» Bürger könnten auch kurzfristig Themen für Gemeinderatssitzungen einbringen. Es bestehe ein direkter Kontakt zur Bevölkerung. Die Zusammenarbeit im Gemeinderat sei sehr konstruktiv und ohne Parteigeplänkel. Bis auf Hans Peter Dietrich und Franziska Bütikofer-Burren treten alle Gemeinderäte auf der Dorfliste wieder an. Zwei Kandidaten für die Nachfolge gebe es auch.