Murten 27.10.2020

Im Winter fahren keine Kursschiffe

Für private Anlässe stehen die Kursschiffe auch im Winter zur Verfügung.
Die Passagierzahlen auf den Kursschiffen der Dreiseenregion sind wegen Corona und Maskenobligatorium eingebrochen. Die Schifffahrtsgesellschaften verzichten darum dieses Jahr auf einen Winterfahrplan.

Die Schifffahrtsgesellschaften des Neuenburger- und des Murtensees sowie des Bielersees verzichten auf einen Wechsel vom Sommer- auf den Winterfahrplan. «Wir haben sämtliche Winter-Kursfahrten gestrichen», erklärt Thomas Mühlethaler, Geschäftsführer der Bielersee-Schifffahrtsgesellschaft. Aus wirtschaftlicher Sicht mache es keinen Sinn, das Winterangebot an Kursfahrten weiterhin aufrechtzuerhalten.

Ganz überraschend kommt dieser Entscheid nicht. Seit dem Ausbruch von Covid-19 und der Einführung der Maskenpflicht sind die Passagierzahlen rapide zurückgegangen.

Rückgang von 40 Prozent

Auch die Kursschifffahrt der Schifffahrtsgesellschaft Neuenburger- und Murtensee (LNM) liegt über den Winter auf Eis. Die LNM vermietet ihre Schiffe aber weiterhin für private Anlässe. Generaldirektor Jean-Luc Rouiller sieht seine Vermutung, die Saison 2020 werde einen Rückgang von 40 Prozent verzeichnen, bestätigt. Das sind rund 100 000 Gäste weniger im Vergleich zu den 250 000 Passagieren von 2019. Bereits per Ende August zog die LNM Konsequenzen aus dem Rückgang der Besucherzahlen: Die Schifffahrtsgesellschaft setzte ihr Angebot jeweils montags und dienstags aus. Dem Antrag, die Maskenpflicht auf den Aussendecks der Schiffe aufzuheben, seien die Bundesbehörden nicht gefolgt, hatte die LNM im August in einer Mitteilung geschrieben.

Eine Million Franken Verlust

Bei der Schifffahrtsgesellschaft des Bielersees (BSG) sind die Besucherzahlen um gut 50 Prozent gesunken – von 312 000 Personen im Jahr 2019 auf 160 000 in der diesjährigen Saison. Damit hat die Schifffahrtsgesellschaft massive finanzielle Verluste eingefahren. Thomas Mühlethaler rechnet mit einem Gesamtverlust in der Höhe von einer Million Franken. Der Ausfall bei der Kursschifffahrt und den Eventfahrten liegt bei 80 Prozent, von den geplanten Extrafahrten konnte nicht einmal ein Drittel durchgeführt werden. Die Schiffsvermietungen sind um 70 Prozent eingebrochen.

Die eher schwache Frequenz im Winter sei jeweils mit dem guten Resultat der Sommermonate aufgefangen worden, so Mühlethaler. Nun fallen auch etliche Anlässe weg, an denen die BSG Spezialfahrten anbieten konnte, etwa das Lichtfestival in Murten. Mühlethaler gibt sich dennoch zuversichtlich: «Wir versuchen trotzdem, soweit es das Schutzkonzept zulässt, ein Eventprogramm auf die Beine zu stellen.» Das Unternehmen hat erneut Kurzarbeit beantragen müssen.

Auf dem Thunersee verkehren die Kursschiffe seit dem 19. Oktober nach dem Winterfahrplan, auf dem Brienzersee nimmt die Schifffahrt erst im Frühling 2021 wieder Fahrt auf. Gemäss BLS-Mediensprecher Stefan Dauner sind die Passagierzahlen in der Saison 2020 gegenüber dem Vorjahr um 54 Prozent eingebrochen – von insgesamt 983 000 auf 451 000 Personen. Als Hauptursache für die schwindenden Gästezahlen sieht er ebenfalls die verordnete Maskenpflicht. «Diese gilt auch auf den Aussendecks. Wir vermuten, dass das viele Gäste von einer Schifffahrt abhält.»