Ried bei Kerzers 11.09.2020

Grosse Beteiligung der Senioren

Die Mehrheit der Senioren im Seebezirk hat den Eindruck, in der Öffentlichkeit mit Respekt behandelt zu werden.
Im Seebezirk fühlt sich die Bevölkerung über 55 Jahre gesund und sicher. Jedoch beklagt sie einen Mangel an Hausärzten. Das zeigen erste Ergebnisse der Umfrage des Gesundheitsnetzes See.

«Die Senioren im Seebezirk sind zufrieden», sagte Peider Nicolai an der Delegiertenversammlung des Gesundheitsnetzes See (GNS) am Mittwochabend in Ried bei Kerzers. Er präsentierte den Gemeindevertretern erste Ergebnisse einer Befragung, die das Gesundheitsnetz Ende vergangenen Jahres durchgeführt hatte (die FN berichteten). Mitmachen konnten alle im Seebezirk wohnhaften Frauen und Männer über 55 Jahre. Mit der Befragung wollte das Gesundheitsnetz die Bedürfnisse, Erwartungen und Vorschläge dieser Personengruppe erfassen und anschliessend daraus Massnahmen entwickeln.

Von 3375 Personen hätten rund 87 Prozent auf die Frage «Bin ich zufrieden?» mit Ja geantwortet, so die von Peider Nicolai präsentierten Zahlen. Auch haben die allermeisten der Befragten angegeben, dass sie sich gesund fühlen. Einsam fühlen sich nur 4,7 Prozent.

Der Mangel an Hausärzten im Seebezirk beschäftige die befragten Frauen und Männer. Peider Nicolai sprach von einer «relativ hohen Unzufriedenheit». Rund ein Viertel der Teilnehmer der Umfrage hat angegeben, dass sie die medizinische Versorgung in ihrer Gemeinde als nicht oder als eher nicht genügend beurteilen.

Positiver ist das Ergebnis bei der Frage, ob die Menschen ab 55 den Eindruck haben, in der Öffentlichkeit ohne Vorurteile und mit Respekt behandelt zu werden. Dazu sagten 87,5  Prozent Ja oder eher Ja. Auch fühlt sich der Grossteil von ihnen (83,3  Prozent) zu Fuss im Strassenverkehr sicher.

Von 55 bis 103 Jahre

Die Teilnahme an der Befragung habe die Erwartungen des GNS übertroffen, sagte Peider Nicolai. Von den kontaktierten 11 780 Personen im Seebezirk hätten 28,7 Prozent die Fragebogen zurückgeschickt oder online ausgefüllt. «Wir hatten mit einem Rücklauf von knapp zehn Prozent gerechnet. Geantwortet haben Personen zwischen 55 und 103 Jahren.» Wegen des grösseren Rücklaufs und der vielen Kommentare, welche die Teilnehmer der Befragung machten, werde die vollständige Auswertung einige Zeit in Anspruch nehmen.

Um die Auswertung kümmert sich die Arbeitsgruppe Senior plus unter der Leitung von Erich Hirt, Gemeindeschreiber von Kerzers. Die Arbeitsgruppe werde ein Alterskonzept und Empfehlungen zuhanden der Gemeinden erarbeiten, so Peider Nicolai.

Finanziell sei das vergangenen Jahr auf allen Ebenen gut gewesen, sagte Jean-Marc Sciboz, Vize-Präsident des Vorstands. Das GNS habe den Betrag im Erneuerungsfonds der Heime von 380 000 Franken auf fast 1,3 Millionen Franken aufstocken können. Jean-Claude Cotting, Vorsitzender der Geschäftsleitung, informierte, dass es bislang in den Pflegeheimen des GNS keine Corona-Erkrankungen gebe.

Kredite

Sitzungsgelder, anstehende Renovationen und ein Bus

Über drei Kredite stimmten die Gemeindevertreter am Mittwoch an der Delegiertenversammlung des Gesundheitsnetzes See (GNS) ab. Für die Arbeitsgruppe Senior plus (siehe Haupttext) beantragte der Vorstand rund 37 000 Franken. Damit sollen Sitzungsgelder, Übersetzungen, Schreibarbeiten und Büromaterial der Arbeitsgruppe bezahlt werden. Bis Dezember 2021 solle sich diese 14 Mal versammeln. Der Kredit wurde bei einer Gegenstimme angenommen. Die Gemeinde Galmiz lehnte den Kredit ab: Dies habe die Mehrheit des Gemeinderates von Galmiz ohne grössere Diskussionen beschlossen, sagte Gemeinderätin Gerda Baeriswyl im Anschluss den FN.

Für die Vorbereitung von Renovationsarbeiten im medizinischen Pflegeheim Murten und im Home du Vully in Sugiez haben die Delegierten einen Planungskredit von 45 000 Franken einstimmig bewilligt. Auch der Kredit von 51 000 Franken für den Ersatz eines 16-jährigen Busses des Pflegeheims Kerzers wurde einstimmig genehmigt.

jmw