Ried bei Kerzers 14.01.2021

Die Rieder Schule ist fast am Limit

Die Gemeinde Ried zählt rund 1400 Bewohnerinnen und Bewohner. Sie hat in den letzten Jahren stark zugelegt.
Bild Aldo Ellena/a
Ein Glanzstück der Gemeinde Ried bei Kerzers in der vergangenen Legislatur ist die Schule: Sie bleibt im Dorf und erstrahlt in neuem Glanz. Das Projekt Kompostieranlage und die Ortsplanung sind nicht so gut gelaufen.
Der Höhepunkt der Gemeinde Ried in der vergangenen Legislatur ist für den Gemeindepräsidenten Heinz Etter, «dass wir die Schule behalten konnten». Von der Spielgruppe bis und mit der sechsten Primarschulklasse ist alles vertreten im Dorf. Ried bildet seit Sommer 2018 einen Schulkreis mit Kerzers, nachdem der Schulkreis Abgru wegen zu wenig Kindern aufgelöst werden musste. Um den Schulstandort in Ried zu erhalten, investierte die Gemeinde: «Die Gemeindeversammlung sprach knapp vier Millionen Franken für die Modernisierung der Schulhäuser.» Das habe sich gelohnt: «Das Resultat ist hervorragend», freut sich Heinz Etter. 
 
Kaum leere Wohnungen
Das Dorf sei in den letzten Jahren stark gewachsen, so der Gemeindepräsident, aktuell zähle Ried 1338 Bewohnerinnen und Bewohner. Vor der Fusion mit Agriswil 2006 belief sich die Anzahl Einwohner in Ried noch auf 800. Zu dem Zuwachs geführt habe der Bau von einigen Mehrfamilienhäusern. «Und trotz der gewaltigen Bautätigkeit haben wir kaum Leerwohnungsbestand in unserer Gemeinde.» Auch die beiden Schulhäuser seien inzwischen wieder gut gefüllt und schon fast wieder am Limit, sagt Heinz Etter im Gespräch. Die Kindergartenstufe habe stark zugelegt. «Die Schulhäuser und die Bautätigkeit waren sicher prägend für diese Legislatur.»
 
Zudem biete die Gemeinde seit letztem Sommer eine ausserschulische Betreuung an, «das ist ein grosser Schritt für ein eher konservatives Dorf». Etwa sieben Kinder nutzen laut Heinz Etter das Angebot. 
 
Die negative Geschichte der letzten fünf Jahre ist für Heinz Etter die Ortsplanung: «Landbesitzer planten ein 9-Familien-Haus, sie wollten verdichtet bauen.» Doch das sei in Ried nicht möglich, weil das Dorf laut dem Amt für Mobilität des Kantons zu wenig gut an den öffentlichen Verkehr (ÖV) angeschlossen sei. «Jetzt gibt es nur ein 6-Familien-Haus.» 
 
Der Gemeindepräsident erachtet es als «widersinnig, dass jemand nicht verdichtet bauen kann, wie vom Schweizer Volk gewünscht». Zudem sei Ried mit der Busverbindung gut an den ÖV angeschlossen, ist Heinz Etter überzeugt, «auch bis am späten Abend». 
 
Eine «wüste Geschichte» der Legislatur sei die geplante Kompostieranlage gewesen. Dorfbewohner hatten sich gegen eine Kompostieranlage nahe einer Wohnsiedlung gewehrt. 
 
Inzwischen ist das Projekt beerdigt: Das Kantonsgericht hob die Baubewilligung 2019 auf. Im Urteil hiess es, «dass das streitbetroffene Bauvorhaben ohne weitergehende Abklärungen zur Geruchs- und auch zur Lärmproblematik nicht bewilligt werden kann». Die Vorwürfe der Gegner der Anlage gegen den Gemeinderat seien heftig gewesen, erzählt Heinz Etter, «das ging dem Gemeinderat ans Lebendige». Doch die Rolle der Exekutive sei klar: «Wir behandeln jedes Baugesuch gleich: nach Gesetz und bestem Wissen und Gewissen.» Auch er selber sei angegriffen worden, bedauert Heinz Etter.
Trotz der Schwierigkeiten, «das Fazit der Legislatur ist positiv». Es habe keine Wechsel gegeben im Gemeinderat. Ausser ihm selber stellten sich alle Gemeinderäte für die kommende Legislatur zur Verfügung. Ammann Heinz Etter will das Amt im Gemeinderat nach 25 Jahren abgeben. Ein Ziel habe er aber noch nicht erreicht: «Ich wollte mit dem Gemeinderat nach Berlin, um allen Gemeinderäten den Bundestag zu zeigen. Vielleicht können wir das nachholen», hofft Heinz Etter.