Gurmels 11.09.2020

Das Gesundheitsnetz See gibt sich eine neue Vision und eine neue Strategie

Einen Ausbau der Leistungen hat sich das Gesundheitsnetz See in seine neue Strategie geschrieben.

«Mit uns zu Hause»: So heisst die neue Vision des Gesundheitsnetzes See (GNS), die der Gemeindeverband gestern in Gurmels präsentiert hat. In dieser Vision steckt die Vorstellung, dass die ältere Bevölkerung so lange wie möglich zu Hause wohnt, ehe sie in ein Pflegeheim übertritt. «Denn am wohlsten ist man zu Hause», sagte Petra Schlüchter, Vorstandspräsidentin des GNS. Ein Mittagstisch, eine Tages- oder eine Nachtstätte und betreutes Wohnen ermöglichen Senioren, länger zu Hause zu bleiben. Doch nicht all diese Angebote gibt es derzeit im GNS. «Alterswohnungen mit zusätzlicher Pflege bieten im Seebezirk derzeit nur Private an», sagte Vize-Vorstandspräsident Jean-Marc Sciboz.

Ein Ausbau des Angebots des GNS ist nicht ausgeschlossen. In seiner neuen Strategie schreibt das Gesundheitsnetz, dass es bis Ende 2025 die «bereits umfassende Leistungspalette» weiter ausbaut, um der neuen Vision gerecht zu werden.

Schnell viele Veränderungen

Entstanden seien die neue Vision und die Strategie in mehreren Workshops zwischen November und Ende Februar, sagte Petra Schlüchter. Diese Workshops sollten die Fragen klären, «was wollen wir und wohin wollen wir». In den letzten Jahren habe es in kurzer Zeit etliche Veränderungen im Gesundheitsnetz und in seinem Umfeld gegeben, unter anderem Wechsel im Vorstand, die Fusion der vier Spitex-Organisationen, die Eingliederung der Mütter- und Väterberatung und der Bau des Spitals in Merlach. «Sehr schnell kam vieles zum GNS dazu. Es blieb fast keine Luft, um alles zu verarbeiten.»

Heute zähle das Gesundheitsnetz See 520 Mitarbeiter, biete 244 Langzeitplätze für Senioren und mache einen Umsatz von 35 Millionen Franken, so Jean-Marc Sciboz.

In den Workshops seien die Stärken und Schwächen des GNS deutlich geworden. Als Stärke nannte er die engagierte Spitexleitung, die Synergien und die Zusammenarbeit. Schwächen seien eine mangelnde Sichtbarkeit des GNS als eine Einheit und die langen Entscheidungswege.

Nun hat sich das Gesundheitsnetz in die neue Strategie geschrieben, Prozesse zu optimieren und zusätzliche Synergien zu nutzen. Gleichzeitig sollen die unterschiedlichen Kulturen in den Pflegeheimen erhalten bleiben. «So garantieren wir eine qualitativ hochstehende und kosteneffiziente Sicherstellung der sozial-medizinischen Versorgung», heisst es in der Strategie.