Bulle 03.10.2020

Neuer Lift für mehr Sommeraktivitäten

Der Moléson zieht Touristen nicht nur im Winter an. Auch im Sommer sind viele in dieser Region unterwegs.
Im Sommer laufen die Geschäfte für das Tourismuszentrum Gruyères-Moléson-Vudalla besser als im Winter. Die neue Sesselbahn soll deshalb nicht nur Skifahrer, sondern auch Mountainbiker und Wanderer befördern.

Seit etlichen Jahren wird von ihr gesprochen, nun wollen die Verantwortlichen des Tourismuszentrums Gruyères-Moléson-Vudalla AG vorankommen. Die Rede ist von der neuen Sesselbahn beim Moléson, die Les Joux mit Plan-Francey auf einer Höhe von 1500 Metern verbinden soll. Sie wird den bestehenden Sessellift von 1978 ersetzen. Dieser ist in die Jahre gekommen – es bräuchte bald umfangreiche Erneuerungsarbeiten.

Die Entscheidung der Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion vom Sommer, den Bau der Sesselbahn in der Ortsplanung der Gemeinde Gruyères zu genehmigen, sei ein Wendepunkt für Moléson, so Antoine Micheloud, Direktor von Gruyères-Moléson-Vudalla. Er hoffe, dass die noch offenen Verfahrensfragen zwischen Kanton und Bund bald gelöst werden. Wenn das gelinge, wolle das Unternehmen die Gesuche für den Bau der neuen Sesselbahn und der Infrastruktur für Freizeitaktivitäten bis im April einreichen.

Neue Wege und Pisten

Anlässlich der gestrigen Generalversammlung des Tourismuszentrums präsentierte der Direktor den Medien seine Vision für die Zukunft.

«Wir sehen, dass der Klimawandel da ist. Deshalb wollen wir das Sommerprogramm weiter fördern, ohne den Winter zu vergessen», sagte er. Der Direktor sieht in der Umgebung des Moléson ein Potenzial, um mehr Mountainbiker und Wanderer anzuziehen. Für sie, aber auch für Skifahrer und Personen, die mit dem Schlitten unterwegs sind, will er neue Wege und Pisten schaffen. «Es gibt eine Nachfrage für sogenannte einfache und kurze Wanderungen. Doch es fehlen hier Wege für Wanderungen mit einer Dauer von etwas mehr als einer Stunde», so Antoine Micheloud. Für Mountainbiker will er einen Flowtrail bauen. Dort können sie flüssig bergab fahren, also ohne allzu häufig bremsen zu müssen. Auch ein Bikepark mit Hindernissen für Sprünge sei denkbar.

Mehr Komfort

Die Ausrichtung auf Winter- und Sommeraktivitäten spiegelt sich wider in der Entscheidung für den neuen Sessellift. Gebaut werden soll eine kuppelbare Sesselbahn. Bei diesem Typ werden die Sessel in den Stationen vom Seil gelöst und fahren auf einer langsamer laufenden Schiene weiter. So können die Fahrgäste bei reduzierter Geschwindigkeit ein- und aussteigen. «Das erhöht den Komfort für die Nutzerinnen und Nutzer», erklärte Antoine Micheloud. Zudem sei es ohne Verlangsamung der Sessel schwieriger, Mountainbikes oder Schlitten mitzunehmen. Die Kosten für die neue kuppelbare Sesselbahn veranschlagt Antoine Micheloud auf 6 Millionen Franken. Hinzu kommen 1,2 Millionen Franken für neue Wege und Pisten für Mountainbiker, Wanderer, Skifahrer und Schlittenfahrer.

Für die Finanzierung könne die Betreibergesellschaft auf die Unterstützung des Kantons, des Greyerzer Regionalverbands (ARG) und der «Vier Pfeiler» der Freiburger Wirtschaft zählen. Diese würden 3,15 Millionen Franken übernehmen. 2,95 Millionen Franken steuere das Tourismuszentrum Gruyères-Moléson-Vudalla AG aus seinen eigenen Mitteln bei. Für die restlichen 1,1 Millionen Franken sei ein Kredit denkbar.

Im Idealfall kann die neue Sesselbahn im Dezember 2022 ihren Betrieb aufnehmen.

«Wir sehen, dass der Klimawandel da ist. Deshalb wollen wir das Sommerprogramm weiter fördern, ohne den Winter zu vergessen.»

Antoine Micheloud

Direktor des Tourismuszentrums Gruyères-Moléson-Vudalla AG

Zahlen und Fakten

Guter Sommer, schlechter Winter

«Es war ein Winter, wie wir ihn nicht mögen», sagt Antoine Micheloud vom Tourismuszentrum Gruyères-Moléson-Vudalla AG. Zwischen November 2019 und April 2020 sei Skifahren nur an 44 Tagen möglich gewesen und Schlitteln an einem Tag. Es gab 26 000 Ersteintritte. Die Sommersaison von Mai bis Oktober 2019 sei dafür top gewesen mit rund 110 500 Ersteintritten. Das seien 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Gesamthaft sei es ein hervorragendes Jahr gewesen mit einem Einnahmenüberschuss von rund einer Million Franken bei einem Aufwand von 2,5 Millionen Franken.

jmw