jaun 07.03.2020

Jauner wollen neue Schneekanonen

Mit neuen Beschneiungsanlagen will die Jaun-Gastlosen Bergbahnen AG wieder einen weissen Winter herbeizaubern.
Die Jaun-Gastlosen-Bergbahnen wollen in der nächsten Wintersaison ihren Besuchern dank neuen Schneekanonen bessere Pisten anbieten. Das Geld hoffen sie bis im Herbst beisammenzuhaben.

Das Beschneiungsprojekt der Jaun-Gastlosen Bergbahnen AG wird nach längerer Verzögerung dieses Jahr in Angriff genommen. Ziel ist, dass die neuen Schneekanonen in der kommenden Wintersaison im Jauner Skigebiet eingesetzt werden können.

Mit der neuen Anlage wollen die Betreiber das bestehende Angebot in Jaun sicherstellen und sogar erweitern. «Wir erwarten, dass wir damit in Zukunft bessere Pisten haben, mehr Rennen anbieten und dadurch mehr Gäste in unser Skigebiet locken können», sagt Jean-Claude Schuwey, Verwaltungsratspräsident der Jauner Bergbahnen.

Denn: Die diesjährige Wintersaison sei für das Skigebiet keine gute gewesen. «Der Winter war katastrophal. Das Wetter war zu warm, und es gab zu viele Stürme», so Schuwey. «Wir hatten ungefähr 50 Prozent weniger Besucher und Umsatz im Vergleich zum letzten Jahr», sagt Schuwey. Es müsse sich bald etwas ändern.

Ein weiterer Grund ist ein Entscheid des Freiburger Staatsrats. Ende Dezember versendete der Staatsrat einen Brief, in dem er erklärte, dass nun auf eine nachhaltige und diversifizierte Tourismusförderung gesetzt werde. Es sei wichtig, dass die Tourismusbranche den Klimawandel beachten würde. Im Brief wurde den Freiburger Bergbahnen mitgeteilt, dass es weiterhin keine direkte finanzielle Unterstützung für Beschneiungs­anlagen geben solle. Lediglich die Zahlung von Zinsen für Darlehen, die für den Bau solcher Anlagen aufgenommen würden, sollen übernommen werden.

«Wir haben mit einer gros-­ sen finanziellen Unterstützung vom Kanton gerechnet. Wir waren wirklich überrascht und traurig, als wir den Brief erhielten», erzählt Schuwey. Der Entscheid sei für das kleine Skigebiet in Jaun eine grosse Enttäuschung gewesen. «Der Wintertourismus ist nun mal ein grosser Bestandteil unseres Angebots, und das muss man unterstützen», sagt Schuwey.

Das grosse Projekt

Bereits im Jahr 2016 trafen die Jaun-Gastlosen-Bergbahnen Vorbereitungen für die Erneuerung der über zwanzigjährigen Beschneiungsanlage. Das vorhandene Aktienkapital von 1,5 Millionen Franken wurde auf 2,25 Millionen Franken erhöht. Damals war man zuversichtlich, dass die dafür vorgesehenen 3750 Aktien à 200 Franken innerhalb eines Jahres verkauft sein würden.

Ein Jahr später mussten die Bergbahnbetreiber mit Bedauern feststellen, dass sich das Projekt verzögerte. Lediglich ein Drittel der Aktien waren verkauft, und weitere bürokratische Hürden stellten sich den Projektleitern in den Weg. Der Termin für die Aktienzeichnung wurde durch die 33 Aktionäre an der Generalversammlung verlängert.

2019 wehte wiederum ein anderer Wind. An der GV der Jaun-Gastlosen-Bergbahnen im September hiess es, man werde das Schneekanonen-Projekt auf Eis legen. Es gebe ein neues Tourismusgesetz, das bald vor den Grossen Rat kommen solle. Dieses sehe eine finanzielle Unterstützung für den Bau von Beschneiungsanlagen vor, und man wolle deshalb noch abwarten. Diese Unterstützung ist nun jedoch nicht vorgesehen, wie der erwähnte Brief zeigt.

Selbst in die Hand genommen

Nach dem Entscheid des Staatsrats beschlossen die Jauner, das Ganze selbst in die Hand zu nehmen: «Wir haben nun das Baugesuch für den Neubau der Beschneiungsanlage beim Kanton eingereicht», so Schuwey. Das benötigte Geld sei jedoch noch nicht zusammen. Der Jauner ist trotzdem zuversichtlich: «Wir haben ungefähr die Hälfte der Aktien verkauft. Wir glauben fest da­ran, dass wir bis im Herbst die restlichen Aktien noch verkaufen werden.»

Nun wird ordentlich die Werbetrommel gerührt, um in den nächsten Monaten noch genug Aktionäre zu finden, damit das Schneekanonen-Projekt realisiert werden kann. Insgesamt drei Millionen Franken werden die Beschneiungsanlagen kosten, die etappenweise realisiert werden sollen. Als Erstes soll die Beschneiung auf jenen Pisten erneuert werden, auf denen jetzt schon beschneit wird. Anschliessend soll die Beschneiungsanlage für die rote Piste von der Bergstation der Vierersesselbahn gebaut werden. Falls es den Jaunern nicht gelingt, das Geld zusammenzubekommen, müssen sie ihr Projekt auf die Wintersaison 2021/22 verschieben.

«Der Winter­tourismus ist nun mal ein grosser Bestandteil unseres Angebots, und das muss man unterstützen.»

Jean-Claude Schuwey

Verwaltungsratspräsident der Jaun-Gastlosen Bergbahnen AG