Jaun 30.12.2020

Jaun-Gastlosen-Bergbahnen: Guter Sommer, schlechter Winter

Das abgelaufene Geschäftsjahr der Jaun-Gastlosen-Bergbahnen zeigt, wie wichtig der Sommertourismus geworden ist. Und auch, dass es ohne künstliche Beschneiung im Winter kaum noch geht.

Im Winter 2019/20 waren die Skilifte in Jaun während 78 Tagen in Betrieb, die Sesselbahn sogar nur an 58 Tagen. Im Sommer 2019 lief die Sesselbahn an 99 Betriebstagen. Dies geht aus dem Geschäftsbericht über das abgelaufene Geschäftsjahr der Jaun-Gastlosen-Bergbahnen hervor, der den Sommer 2019 sowie die Wintersaison 2019/20 umfasst. «Eine gute Sommersaison zu verbuchen, wird immer wichtiger sein, wenn die Winter in Zukunft immer schwieriger werden», heisst es im Bericht des Betriebsleiters Thomas Buchs. Die Wintersaison 2019/20 war besonders schwierig. Es gab wenig Schnee und viele Stürme. Skirennen mussten abgesagt werden. Die Covid-Pandemie hatte jedoch noch keinen grossen Einfluss: Die Saison ging am 16. März sowieso zu Ende, als der Bundesrat die Schliessung aller Wintersportanlagen anordnete.

Immerhin war der Start in die Saison dieses Jahr besser. Dank Schnee gab es über die Festtage bereits einige gute Tage, wie Jean-Claude Schuwey, Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen, den FN sagte. Er hoffe nun, dass der Schnee bleibe und die Bahnen nicht wegen der Covid-Pandemie schliessen müssten.

Künstliche Beschneiung

Auch in Zukunft dürfte es aber schwierig sein mit dem Schnee. Die Jaun-Gastlosen-Bergbahnen wollen deshalb in die Beschneiung investieren. Derzeit liegt das Beschneiungsprojekt beim Kanton zur Prüfung. Jean-Claude Schuwey hofft, dass es im Herbst umgesetzt werden kann, damit die künstliche Beschneiung auf die Wintersaison 2021/22 möglich ist. «Natürlich ist es fraglich, wie viele Jahrzehnte wir hier noch Ski fahren können», sagt er. «Aber so können wir zumindest die nächsten zwanzig Jahre sichern.»

Die Rechnung des abgelaufenen Betriebsjahrs schliesst bei einem Ertrag von rund 887 000 Franken und einem Aufwand von rund 893 000 Franken mit einem Verlust von 62 000 Franken. Dies sei auf Arbeiten an einem Bächlein im unteren Moos zurückzuführen, erklärt Jean-Claude Schuwey. Dieses Bächlein war bei starkem Regen mehrmals über die Piste gelaufen. Vor dem Beginn der Wintersaison 2019/20 wurde es deshalb in grössere Rohre verlegt.

Die Aktionäre der Jaun-Gastlosen-Bergbahnen genehmigten die Rechnung und den Jahresbericht der abgelaufenen Saison. Wegen der Pandemie führte der Verwaltungsrat die Generalversammlung auf schriftlichem Weg durch.