29.10.2020

Eigentlich nur normal

Die Initiative will, dass Firmen mit Sitz in der Schweiz bei ihren Geschäften sicherstellen sollen, dass sie die Menschenrechte respektieren und Umweltstandards einhalten. Eigentlich nur normal sind diese Forderungen der Konzerninitiative – ja selbstverständlich. Wer einen Schaden anrichtet, soll dafür geradestehen müssen, ob dies bei uns in der Schweiz oder im Ausland geschieht. Wenn ich selbst fahrlässig einen Autounfall in Frankreich herbeiführen würde, müsste ich auch dafür geradestehen. Wer keinen «Dräck am Stäcke» hat, muss sich auch nicht gegen diese Selbstverständlichkeit wehren. Weshalb werden dennoch von gewissen Konzernen, Firmen, Verbänden Millionen in die Bekämpfung der Initiative gesteckt? Machen sie sich dadurch nicht gerade verdächtig? Verdächtig auch, da Lügen verbreitet werden, wie dass die meisten Schweizer KMU Schaden erleiden würden. Die Mehrheit der Schweizer Unternehmen wirtschaftet heute bereits verantwortungsvoll. Für die wenigen Konzerne, die es nicht tun, braucht es einfach verbindliche Regeln. Dies sorgt auch für gleich lange Spiesse für alle: Skrupellos wirtschaftende Konzerne sollen nicht länger einen Konkurrenzvorteil vor anständig wirtschaftenden Betrieben haben.

Indem die Initiative rechtliche Grundlagen verankert, um fehlbare Konzerne zur Rechenschaft zu ziehen, sorgt sie dafür, dass kein Unternehmen auf Kosten von Mensch und/oder Umwelt wirtschaftet.

Wollen wir dies im Grunde nicht alle? Ich schon, und deshalb lege ich ein Ja zur Konzerninitiative in die Urne beziehungsweise in das Briefcouvert.