Leichtathletik 08.09.2020

Kurz auf falschem Pfad

Trotz einem kleinen Missgeschick klassierte sich Jari Piller beim Rechthaltenlauf im zweiten Rang.
Hinter dem herausragenden Sieger Ahmed El Jaddar klassierte sich Jari Piller beim 35. Rechhaltenlauf als Zweiter, obwohl er eine Abzweigung verpasst hatte. Bei den Frauen setzte sich einmal mehr Inge Jenny durch.

«Das war eine ganz klare Sache. Schon nach zehn  Metern hat man gemerkt, dass Ahmed uns allen davonlaufen würde. Er startete wie die Feuerwehr», erklärt Jari Piller, der am Samstag beim Recht­halten­lauf über die Distanz von 10,6 Kilometer fast drei Minuten auf Sieger Ahmed El Jaddar (35:34 Minuten) verlor. Schnell war deshalb klar, dass sich der Zweitplatzierte vom TSV Düdingen auf andere Gegner konzentrieren musste – insbesondere Pascal Berset (CAG Farva­gny). «Als es im Wald bergauf ging, konnte ich Pascal ein wenig distanzieren. Plötzlich war ich mental jedoch platt, ich dachte, dass ich kaum mehr vorwärtskommen würde. Pascal kam wieder heran und ich war kurz davor, die Segel zu streichen», schildert Piller seinen Rennverlauf. Berset blieb aber im Rücken von Piller, der seinen Rhythmus wieder fand. Dann passierte Piller, dem Sieger 2017 in Rechthalten, ein Missgeschick. «Ich verpasste eine Abzweigung. Pascal war aber megafair und rief mir zu, dass ich falsch laufe.» So konnte Piller seinen Konkurrenten wieder einholen und bis ins Ziel gut 20 Sekunden auf den drittplatzierten Berset herausholen, derweil El Jaddar souverän seinen bereits dritten Erfolg in Serie in Rechthalten feiern konnte.

In den Wettkampfmodus

Etwas weniger deutlich fiel die Entscheidung bei den Frauen aus. Inge Jenny setzte sich in Rechthalten wie bereits 2016 und 2019 durch. In 44:52 Minuten nahm die Läuferin des TSV Düdingen der zweitplatzierten Delphine Marmy (CAG Farva­gny) 41 Sekunden ab, Dritte wurde Joanna Bourke Marti­gno­ni (CAG Farvagny). «Es war sehr heiss, und Delphine startete mit hohem Tempo», sagt Jenny, die sich in der Sprintwertung einen Kilometer nach dem Start Marmy noch hauchdünn geschlagen geben musste. «Im schattigen Wald ging es dann besser. Ich konnte mich erholen, nachdem ich im ersten Teil – in Anführungszeichen – noch hatte kämpfen müssen.»

Während nun normalerweise der Murtenlauf als nächstes grosses Ziel auf dem Programm stehen würde, weiss Jenny nach der Absage des Freiburger Gedenklaufs noch nicht, welches ihr nächstes Rennen sein wird. «Ich muss noch schauen, was überhaupt stattfindet. Ich trainiere gerne auf ein Ziel hin.» Zu Beginn der Saison sei sie jeweils noch enttäuscht gewesen, wenn Läufe aufgrund der Coronavirus-Pandemie hätten abgesagt werden müssen. «Dann konnte ich mich darauf einstellen. Ich habe trainiert, weil ich es gerne mache.» Schwierig sei es gewesen, in den wenigen Rennen wieder in den Wettkampfmodus zu finden.

Aus Freude an der Bewegung

Für Jari Piller hat sich derweil in diesem speziellen Jahr sportlich nicht viel verändert. «Ich wollte sowieso keine Bahnläufe bestreiten und mich auf die Rennen in der Region und den Cup beschränken. Aber es ist natürlich trotzdem schade, dass Murtenlauf, Kerzerslauf oder die Corrida in Bulle nicht stattfanden.»

Er habe deshalb grundsätzlich weniger ernsthaft als sonst trainiert, hält Piller fest. «Mit weniger Qualität, dafür mehr nach Lust und Laune. Ich stieg etwa auch oft auf das Fahrrad, um meine Form zu halten. Ich habe mich einfach aus Freude an der Bewegung betätigt. Das hat auch gutgetan. Ich habe es genossen, auch mal andere Sachen zu machen.»

Insgesamt nahmen am Samstag 280 Läuferinnen und Läufer am 35. Rechthaltenlauf teil. Wegen der Corona-Krise waren die Startplätze limitiert, Nachmeldungen waren keine möglich, und auf Siegerehrungen wurde verzichtet.