Leichtathletik 10.12.2020

Kerzerslauf vor grosser Herausforderung

Der Kerzerslauf soll 2021 stattfinden, ein Volksfest wie 2019 wird es aber sicher nicht werden.
Der Kerzerslauf, der traditionelle Start in die Laufsaison, soll trotz Coronavirus im März 2021 stattfinden – mit begrenzter Teilnehmerzahl, ohne Zuschauer und auf drei Tage verteilt.

Kein Murtenlauf, kein Kerzerslauf und keine Corrida Bulloise – die drei grössten Volksläufe des Kantons Freiburg mussten dieses Jahr wegen Corona allesamt abgesagt werden. 2021 soll es für die Läuferinnen und Läufer wieder mehr Grund zur Freude geben, dafür möchten zumindest die Organisatoren des Kerzerslauf sorgen. Ganz nach dem Motto «Spezielle Situationen erfordern spezielle Konzepte mit speziellen Lösungen», stellen sie ihren Traditionsevent neu auf, damit die Chance steigt, dass er im kommenden Jahr auch mit Covid-19 stattfinden kann.

Grösste Veränderung: Der Kerzerslauf 2021 wird auf drei Tage (19.–21. März) aufgeteilt und nicht wie bis anhin an einem einzelnen Tag durchgeführt. So findet am Freitag das Rennen über die 5-km-Distanz statt, tags darauf startet der Klassiker über die 15 Kilometer und am Sonntag bildet der 10-km-Lauf den Abschluss. «Mit dieser Aufteilung können wir die grosse Läufermasse durchbrechen», erklärte OK-Präsident Markus Ith im Anschluss an die gestrige Medienkonferenz, an der das Projekt Kerzerslauf 2021 vorgestellt wurde. «So sind an jedem einzelnen Tag weniger Teilnehmer vor Ort, und wir können innerhalb der einzelnen Tage die Startzeiten strecken.» Ein Startblock werde nur noch 50 Personen umfassen, und die Gruppen würden mit zehn Minuten Abstand auf die Strecke geschickt.

Beschränkte Teilnehmerzahl

8500 Läuferinnen und Läufer haben in den letzten Jahren durchschnittlich den Kerzerslauf absolviert. Selbst auf drei Tage verteilt, bleibt es eine grosse Zahl. Aus diesem Grund haben sich die Organisatoren eine Teilnehmerobergrenze auferlegt. «Für den Hauptevent am Samstag vergeben wir 1500 Startplätze, an den anderen beiden Läufen können jeweils maximal 1200 Personen mitmachen», erklärte Markus Ith. Ab heute ist die Anmeldung auf der neu gestalteten Kerzerslauf-Homepage möglich. «Wer zuerst kommt, malt zuerst» antwortet der OK-Chef auf die Frage, nach welchen Kriterien die Startplätze vergeben werden. «Wir erwarten keinen riesigen Ansturm, aber wir hatten in letzter Zeit doch einige Leute, die uns gefragt haben, wann man sich für den Lauf anmelden könne.»

Neben der Begrenzung der Teilnehmerzahl nimmt das OK noch weitere Anpassungen vor. So werden keine Kinderrennen durchgeführt – nicht wegen der Kinder, sondern wegen der zahlreichen Begleitpersonen, die die Kinder erfahrungsgemäss an die Rennen begleiten würden, so Ith. Verzichten müssen die Teilnehmer nächstes Jahr auch auf Duschen und Garderoben, der traditionelle Warm-up-Anlass entfällt ebenfalls. Gestartet wird nicht im Dorfkern, sondern an der Niederriedstrasse etwas ausserhalb. Auch wird sich der Zieleinlauf in der Hinteren Gasse an einem ungewohnten Ort befinden.

«Lieber keine Zuschauer»

Diese organisatorischen Änderungen lassen sich alle ohne allzu viel Aufwand vornehmen, der Verzicht auf die Festwirtschaft liegt den Organisatoren deutlich mehr auf dem Magen. «Auf der Einnahmenseite werden wird grosse Einbussen haben», ist sich Ith bewusst. «Weil unsere Sponsoren uns auch bei der kleinen Kerzerslauf-Version wie im bisherigen Rahmen unterstützen, können wir ein gewisses finanzielles Risiko eingehen.»

Etwas Kopfzerbrechen bereiten dem OK auch die zahlreichen Zuschauer, die während des Kerzerslaufs das Dörfchen und die Laufstrecke säumen. «Aus Sicherheitsgründen wäre es uns am liebsten, wenn keine Zuschauer kommen», gesteht Markus Ith. Weil der Lauf im öffentlichen Raum stattfinde, könne man allerdings niemanden verbieten, nach Kerzers zu kommen. «Wir werden zu gegebener Zeit ausführlich kommunizieren und die Leute bitten, nicht zuschauen zu kommen oder sich zumindest entlang der Strecke und nicht im Dorf zu platzieren.»

«Ein Zeichen setzen»

Wie sich die Corona-Zahlen im März 2021 präsentieren werden, steht noch in den Sternen. Ob dann die Rahmenbedingungen gegeben sind, damit ein Grossanlass wie der Kerzerslauf in abgespeckter Form durchgeführt werden kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt ungewiss. Da stellt sich die Frage, inwiefern es überhaupt Sinn macht, in der aktuellen Situation die Planung des Laufs voranzutreiben? «Der Kerzerslauf ist traditionell der erste Lauf der Saison und geniesst eine entsprechend grosse Bedeutung im Rennkalender», erklärte Markus Ith. «Wir wollen ein Zeichen setzen und in dieser negativ geprägten Zeit etwas Positives initiieren.»

Diverse Veranstalter wie der Hallwilersee-Lauf hätten im Sommer und Herbst gezeigt, dass man mit den richtigen Schutzkonzepten einen Lauf sicher durchführen könne. «Wenn im März die Corona-Zahlen durch die Decke schiessen, dann wird der Kerzerslauf natürlich abgesagt. Wenn die Zahlen aber so wie im September, Anfang Oktober sind, dann können wir ihn in dieser reduzierten Form organisieren.» Der Oberamtmann und die Gemeinde hätten das Projekt 2021 als durchführbar bezeichnet, betonte Ith. «Jetzt hoffen wir, dass sich die Leute im Dezember und Januar einigermassen anständig benehmen, dann sinken die Fallzahlen, und der Kerzerslauf kann stattfinden.»