Freiburg 08.05.2020

Herabschauender Hund: Der Klassiker

Wegen der Covid-19-Pandemie sollten wir jetzt alle zu Hause bleiben. Auch dort kann man sich körperlich fit halten. Die FN stellen in einer Serie Yoga-Übungen vor, welche jede und jeder zu Hause ausprobieren kann. Heute: Der herabschauende Hund.

Der herabschauende Hund ist wohl die bekannteste Yoga-Übung überhaupt. «Sie ist schwieriger, als sie aussieht, und man kann sich immer verbessern dabei», sagt Yoga-Lehrerin Jessica Didcock dazu. «Das Wichtigste ist: Es geht – wie immer im Yoga – nicht um die Ästhetik, sondern um den Effekt.» Jeder Körper sei anders, deshalb sehe der herabschauende Hund bei allen ein bisschen anders aus. Der gewünschte Effekt ist es, die Wirbelsäule so lang wie möglich zu machen und so gewissermassen zu neutralisieren.

Die Ausgangsstellung für den herabschauenden Hund ist der Vierfüsslerstand. Diese Position ähnelt jener, die Kinder einnehmen, wenn sie kriechen: Hände und Knie sind am Boden; die Hände mit gespreizten Fingern befinden sich direkt unter den Schultern, die Knie unter den Hüften. Die Arme rotiert Jessica Didcock leicht nach aussen.

Dann stellt sie die Zehen auf, hebt die Knie und schliesslich die Hüften. Sie sieht nun aus wie ein umgekehrtes V: Die Hüften sind der höchste Punkt, Hände und Füsse berühren den Boden. Kopf und Nacken hängen entspannt herunter. Die Oberschenkel rotiert sie etwas nach innen.

Den idealen Winkel müsse jeder selbst für sich finden, sagt Jessica Didcock. Wenn sie die Füsse mehr nach vorne nehme, dehne es die Beinrückseiten, wenn sie sie weiter nach hinten nehme, dehne es die Schultern. Die Fersen können den Boden dabei berühren, müssen das aber nicht. «Wie weit jemand die Füsse abstellen kann, hängt nicht nur von der Flexibilität, sondern auch von der Anatomie der Gelenke ab», erklärt Jessica Didcock.

Wem das etwas zu anstrengend ist, der kann die Wirbelsäule mit einer einfacheren Übung in die Länge bringen. Jessica Didcock zeigt, wie: Sie kniet sich auf den Boden, die Füsse aufgestellt, das heisst die Zehen berühren den Boden.

Dann bringt sie die Hüften nach hinten, so dass sich diese direkt über den Fersen befinden, und streckt die Arme nach vorne. «Auch das schafft Platz zwischen Schultern und Hüften.»

nas

Jessica Didcock hat Medizin studiert und unterrichtet Yoga am zweisprachigen Freiburger Yoga-Zentrum Fri Yoga. www.friyoga.ch