Freiburg 13.01.2021

Stadt betreut Kinder im Sommer

Die ersten Erfahrungen mit offenen Kinderbetreuungsangeboten in den Sommerferien waren laut der Freiburger Schuldirektorin positiv. Picknick-Ecken gibt es aber nicht.
Am Montagabend traf sich der Freiburger Generalrat zu einer grossen Aufräumaktion: Auf der Traktandenliste standen nicht weniger als 35 Postulate, bei denen das Stadtparlament zu entscheiden hatte, ob es sie an den Gemeinderat überweist. 28 davon konnte es abarbeiten; zwei zogen die Postulantinnen und Postulanten zurück, bei vieren stimmte der Rat gegen eine Überweisung, und zu 22 muss der Gemeinderat nun einen Bericht erarbeiten. Die restlichen Postulate behandelt der Rat in einer späteren Sitzung.
 
Bevor sich das Parlament ans Überweisen von Vorstössen machte, nahm es Antworten des Gemeinderats zu früher eingereichten Postulaten zur Kenntnis. 14 Wochen Ferien – davon können Angestellte nur träumen. Kinder jedoch haben jedes Jahr 14 Wochen Schulferien – ein Problem für die Eltern in der Stadt Freiburg, da die ausserschulische Kinderbetreuung bisher im Sommer nur während zweier Wochen geöffnet war. In einem Postulat hatten darum die Generalratsmitglieder Eleonora Schneuwly-Aschwanden, Raphaël Casazza (beide FDP), Martin Kuhn (SP) und Claude Richard (CVP) 
den Gemeinderat aufgefordert, mehr Lösungen für die Kinderbetreuung während der Schulferien bereitzustellen. 
 
Sie rannten damit offene Türen ein: Das neue Reglement von 2018 für die ausserschulische Betreuung der Stadt Freiburg sehe weniger Schliessungen vor, sagte Gemeinderätin Antoinette de Weck (FDP) am Montagabend im Generalrat: Künftig blieben die Betreuungseinrichtungen im Sommer nur während dreier Wochen zu, zudem blieben sie zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen. Die ersten Erfahrungen im letzten Sommer seien positiv gewesen. 
Hingegen gibt es an den Schulen keine Räume fürs Picknicken am Mittag. Dies hatten Casazza, Kuhn, Richard, David Aebischer (FDP) und Mario Parapan (CSP) in einem weiteren Postulat vorgeschlagen, und zwar, weil die Kinder der Klassen 6 Harmos bis 8 Harmos – also Zehn- bis Zwölfjährige – oft keinen Platz in der ausserschulischen Kinderbetreuung erhalten.
 
Schuldirektorin de Weck schlug vor, Kindern der Primarschule den Zugang zu Mensen der Oberstufe zu ermöglichen, wo sie mit Pre-Paid-Karten ihr Mittagessen bezahlen könnten. In einem ersten Schritt wird dies den Schülerinnen und Schülern der Juraschule ermöglicht: Sie werden in der Mensa der Deutschsprachigen Orientierungsschule Freiburg (DOSF) essen können. «Je nach Erfahrung werden wir das auf weitere Schulhäuser ausweiten», sagte de Weck. njb