Villars-sur-Glâne 26.06.2020

Geld für Transagglo in Villars-sur-Glâne

Wegen der Corona-Pandemie tagte der Generalrat ausnahmsweise in der Turnhalle Platy.
Der Generalrat von Villars-sur-Glâne hat am Mittwochabend einstimmig einen Kredit von zehn Millionen Franken für die Langsamverkehrsachse Transagglo gesprochen. Davon wird die Agglomeration Freiburg gut acht Millionen Franken zurückzahlen.

Es geht voran mit dem Bau der Transagglo, der Langsamverkehrsachse zwischen Avry und Düdingen: Am Mittwochabend hat der Generalrat von Villars-sur-Glâne einen Kredit von 10,1 Millionen Franken für das Teilstück zwischen Avry und Platy sowie für eine Unterführung bei der Cormanon-Schule gesprochen. Die Arbeiten dafür sollen zwischen 2021 und 2023 realisiert werden. 8,2 Millionen Franken wird die Gemeinde von der Agglomeration Freiburg zurückerhalten, der Trägerin des Projekts. Die 45 versammelten Generalrätinnen und Generalräte, die wegen der aktuellen Distanz- und Hygieneregeln ausnahmsweise in der Turnhalle Platy tagten, sagten einstimmig Ja zu dem Kredit. Die Förderung des Langsamverkehrs sei der Gemeinde schon lange ein Anliegen, sagte Gemeinderat Bruno Marmier (Grüne). Die Transagglo sei ein wichtiger Teil davon.

Die 10,1 Millionen Franken verteilen sich auf das Teilstück Avry–Croset, das Villars-sur-Glâne zusammen mit Avry, Corminboeuf und Matran realisiert, das Teilstück Croset–Platy, das sich komplett auf dem Gebiet von Villars-sur-Glâne befindet, und eine Unterführung unter der Route de Cormanon, zwischen Primarschule und Nuithonie. Dort wird die Transagglo mit der bereits existierenden Dort-Verte verschmelzen. Die Unterführung soll mehr Sicherheit bringen, speziell für die Schulkinder, aber auch für alle anderen Nutzerinnen und Nutzer.

Wohnbeihilfe bis Ende Jahr

Weiter befasste sich der Generalrat einmal mehr mit der direkten Wohnbeihilfe. Das Instrument, das in dieser Form in der Schweiz einzigartig ist, entlastet einkommensschwache Personen bei den Mietkosten. Weil die Zukunft der Wohnbeihilfe schon länger zur Diskussion steht, hat die Gemeinde die Laufzeit 2016 verkürzt: War das Reglement zuvor jeweils um fünf Jahre verlängert worden, waren es 2016 noch zwei Jahre und Ende 2018 eineinhalb Jahre. Die Unterstützung wäre damit Ende Juni ausgelaufen. Der Gemeinderat beantragte darum dem Generalrat eine weitere Verlängerung bis Ende Jahr, um sich Zeit zu verschaffen, um Alternativen für die Zukunft zu prüfen. Die Corona-Krise habe zuletzt eine eingehende Analyse verhindert, und es gelte neu auch, die Folgen der Krise zu berücksichtigen, erklärte Gemeinderätin Alizée Rey (SP). Und Syndique Erika Schnyder (SP) betonte, es gehe dem Gemeinderat nicht darum, die direkte Wohnbeihilfe immer wieder zu verlängern. «Wir wollen eine Lösung, und wir werden bis Ende Jahr einen Bericht vorlegen», versprach sie. Die Generalräte hiessen die Verlängerung mit 33 Ja-Stimmen, 10 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen gut.

Zuvor hatte die sozialpolitische Kommission des Generalrats einen Bericht über die Zukunft der Wohnbeihilfe präsentiert. Dieser regt an, anstatt auf die direkte in Zukunft auf die indirekte Wohnbeihilfe zu setzen. Eine wichtige Rolle könnte dabei die Wohnbaugenossenschaft Visal spielen, die es seit 1998 gibt. Die Gemeinde solle diese und eventuelle andere Genossenschaften unterstützen und allenfalls auch Bauland gratis zur Verfügung stellen. Kommissionspräsident Jacques Chavaz (FDP) schlug zudem vor, bis Ende Jahr keine neuen Gesuche um direkte Wohnbeihilfe zuzulassen. Dieser Vorschlag fand im Rat jedoch keine Mehrheit.

Zwei weitere Investitionen hiess der Generalrat einstimmig und diskussionslos gut: einen Kredit von 135 000 Franken für den Ersatz von 59 Computern und einem Server der Gemeindeverwaltung und 115 000 Franken für eine neue Software für die Dossierverwaltung der Sozialhilfe.

Resolution

Die Agglomeration soll nicht zum Gemeindeverband werden

Die Generalratsmitglieder von Villars-sur-Glâne wollen nicht, dass die Agglomeration Freiburg durch einen Gemeindeverband ersetzt wird. Diese Änderung hat kürzlich eine Kommission des Grossen Rates vorgeschlagen und damit auch die Zustimmung des Staatsrates gefunden (die FN berichteten). Das sei keine gute Idee, sagte Generalrat François Grangier (FDP) am Mittwoch vor seinen Ratskollegen: Eine Agglomeration habe viel mehr Möglichkeiten als ein Gemeindeverband. «Die Agglomeration ausgerechnet jetzt aufzugeben, wo sie ihren Rhythmus gefunden hat, wäre sehr schade», so Grangier, der selber im Agglomerationsrat sitzt.

Auf Antrag Grangiers verabschiedete der Generalrat mit 36 Ja-Stimmen eine Resolution, die den Grossen Rat auffordert, den ursprünglichen Entwurf des Staatsrates zur Revision des Gesetzes über die Agglomerationen zu unterstützen. Dieser sah im Wesentlichen zwei Änderungen vor: eine Reduktion der Anzahl der Vorstandsmitglieder und die Volkswahl des Agglorates. Die Agglomeration solle auf dem eingeschlagenen Weg weitermachen, heisst es in der Resolution.

cs

Wahlen

Frédéric Clément ist neuer Präsident des Generalrats

Der Generalrat von Villars-sur-Glâne hat am Mittwoch auch sein Präsidium neu bestellt: Neuer Präsident ist Frédéric Clément von der SP. Der bisherige Vizepräsident übernimmt das Amt von Nicolas Schmidt (Grüne). Neuer Vizepräsident ist Gaël Gobet von der FDP. Für beide Ämter gab es keine anderen Kandidaten; Clément und Gobet wurden in stiller Wahl und mit Applaus gewählt.

Personelle Veränderungen gibt es auch in der Finanzkommission: Mit Giovanni Colombo (SP) und Ian Peiry (FDP) haben zwei Kommissionsmitglieder den Generalrat verlassen. Die frei gewordenen Sitze in der Kommission übernehmen Michael Zaugg (SP) und ­Alexandre Dumont (FDP).

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