Freiburg 26.06.2020

Ein Festival trotzt dem Virus

Lichtblick: Im Juli spielt wieder die Musik.
35 Freiburger Veranstalter retten den Kultursommer: Vom 4. bis zum 18. Juli laden sie zum «Festival der verlorenen Festivals».

Die meisten Freunde von Open-Air-Konzerten und Freilicht-Theatern hatten ihn schon abgeschrieben: den Festivalsommer 2020. Doch mit den Lockerungen der Corona-Massnahmen gibt es in Freiburg jetzt einen Lichtblick: Vom 4. bis zum 18. Juli findet auf dem Gelände der Blue Factory doch noch ein Festival statt. Es soll verschiedenste Kunstformen vereinen und Konzerte, Bühnenstücke, Filmvorführungen, Ausstellungen, Lesungen und DJ-Sets bieten. Das «Festival der verlorenen Festivals», wie die Veranstalter es nennen, trägt kurz den Namen «Re!» Dahinter stehen der Verein C – Association K, der Dachverband der professionellen Kulturorganisationen des Kantons Freiburg, sowie 35 Organisationen und Institutionen aus dem ganzen Kanton.

Das Festival will nicht nur dem nach Kultur lechzenden Publikum etwas bieten, sondern vor allem auch die Kulturschaffenden unterstützen. «Das Projekt zielt in erster Linie darauf ab, dass Künstlerinnen und Techniker wieder von einem Engagement profitieren können», schreiben die Organisatoren in einer Mitteilung.

Möglich dank Subventionen

Finanziert wird das Festival vom kantonalen Amt für Kultur, der Agglomeration Freiburg und der Loterie Romande. Die genauen Beiträge seien noch nicht bekannt, das Budget darum noch nicht exakt ausgearbeitet, sagt Mitorganisator Xavier Meyer, Direktor des Festivals Les Georges. «Wir sind flexibel und können noch einiges anpassen.» Wichtig sei, dass für die beteiligten Institutionen keine Kosten entstünden – und dass der Eintritt für die Besucherinnen und Besucher gratis sei. «Wer will, kann uns mit einem Solidaritätsbeitrag unterstützen.»

Es sei «eine verrückte Sache», die da in den letzten knapp drei Wochen entstanden sei, sagt Meyer. Im Zuge der Corona-Lockerungen sei innerhalb des Vereins C die Idee aufgekommen, dass man gemeinsam etwas auf die Beine stellen könnte. Der Verein, dem gut zwanzig professionelle Veranstalter angehören, holte zusätzlich einige nichtprofessionelle Organisationen ins Boot. So sind es nun nicht weniger als 35 Veranstalter aus dem ganzen Kanton, die alle einen Beitrag zu dem zweiwöchigen Festival leisten. Das genaue Programm wird kommende Woche veröffentlicht; die Künstlerinnen und Künstler stammen alle aus der Region Freiburg.

Xavier Meyer selbst hat in den letzten Wochen zusammen mit Martin Schick, dem Kulturmanager der Blue Factory, unermüdlich an dem Projekt gearbeitet. «Es gibt unheimlich viel zu tun, so ein Festival aus dem Boden zu stampfen, aber das ist es wert», sagt er. «Alle Beteiligten arbeiten mit Leidenschaft und Herz, und es wird viele schöne Projekte zu sehen geben.» Hat er bei so viel Engagement keine Angst, dass das Virus den Veranstaltern noch einmal einen Strich durch die Rechnung machen könnte? «Wir müssen mit allem rechnen, auch mit einer Absage in letzter Minute», räumt er ein. «Aber wir haben in den letzten Monaten gelernt, mit dieser Unsicherheit umzugehen.»

Maximal 300 Personen

Auf jeden Fall tun die Organisatoren alles, was in ihrer Macht steht, um keine gesundheitlichen Risiken einzugehen: Nicht mehr als 300 Personen werden jeweils auf das Gelände gelassen, damit genug Platz ist, um die Distanzregeln einzuhalten. Von allen Besucherinnen und Besuchern werden die Kontaktdaten aufgenommen, und die Leute werden dazu angehalten, sich an die Regeln zu halten. «Wir wollen vernünftig bleiben», sagt Meyer. «Und unter den gegebenen Umständen ist es schon sehr cool, dass wir das überhaupt machen dürfen.»