Freiburg 24.11.2020

Das Theater Equilibre bleibt bis Ende Jahr zu

Die Zuschauerränge im Equilibre bleiben vorerst leer.
Die Stiftung Equilibre und Nuithonie hat alle Aufführungen bis Ende Dezember abgesagt. Das betrifft auch die Neue Oper Freiburg: Die traditionelle Silvesteraufführung findet nicht statt; die Verantwortlichen hoffen aber, im Januar spielen zu können.

Im Kanton Freiburg sind die Theater wegen der Covid-19-Pandemie bis mindestens Ende November geschlossen; wie es danach weitergeht, hat der Staatsrat noch nicht entschieden. Bereits ist aber klar, dass die Theater Equilibre in Freiburg und Nuithonie in Villars-sur-Glâne bis Ende Jahr für das Publikum zu sind. Das hat die Trägerstiftung der beiden Häuser entschieden, wie die Kommunikationsverantwortliche Sandra Sabino gegenüber den FN bestätigte. Davon betroffen ist unter anderem das von Theater in Freiburg programmierte Stück «Der Trip Rousseau»: Die für den 9. Dezember geplante Aufführung im Equilibre ist abgesagt, wie der Verein mitteilt.

Man habe mit der Entscheidung nicht länger warten können, erklärt Sandra Sabino. Zum einen hätten verschiedene Gasttruppen ihre Aufführungen sowieso schon abgesagt, zum anderen brauche die Stiftung eine gewisse Vorlaufzeit, um sich organisieren zu können, etwa, was die Kurzarbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angehe. Wie es im neuen Jahr weitergehe, sei momentan völlig offen. «Wir wollten eigentlich Anfang Dezember das Programm für den Januar bekannt geben, werden aber vielleicht noch etwas zuwarten.» So oder so sei nicht davon auszugehen, dass im Theater bald wieder Normalbetrieb herrsche. «Wir hoffen aber, dass wir mit einer reduzierten Besucherzahl wieder öffnen können.»

Oper ist bereit für Januar

Diese Hoffnung teilt Julien Chavaz, Direktor der Neuen Oper Freiburg. Am 27. Dezember hätte im Equilibre die Premiere der diesjährigen Neujahrsproduktion stattfinden sollen. Diese Aufführung ist, ebenso wie die traditionelle Silvesteraufführung vom 31. Dezember, abgesagt, weil das Theater geschlossen ist. Hingegen werden die drei vorgesehenen Spieldaten im Januar vorerst beibehalten, mit der Möglichkeit, weitere Daten hinzuzufügen. «Wir sind bereit, und wir würden spielen, auch wenn nur fünfzig Zuschauer zugelassen sind», sagt Chavaz. «Das ist unsere Pflicht, auch wenn es traurig ist.»

Geplant ist eine Doppelproduktion mit den Opern «La Voix humaine» von Francis Poulenc und «L’Heure espagnole» von Maurice Ravel mit der Mezzosopranistin Sophie Marilley in beiden Hauptrollen. Es handelt sich um eine Koproduktion mit der Opera Zuid in Maastricht, wo die Inszenierung bereits im November hätte gespielt werden sollen. Weil in den Niederlanden die Theater ebenfalls geschlossen sind, war dies nicht möglich. Es fand lediglich eine via Streaming verbreitete Premiere ohne Live-Publikum statt. «Aber wir konnten proben wie geplant, und das wird im Dezember auch im Equilibre möglich sein», sagt Julien Chavaz. Ein Vorteil der Produktion sei, dass sie von Anfang an ohne Chor geplant gewesen sei. «Vorstellungen mit Chören sind im Moment kaum möglich.» Sicher sei aber, dass das Orchester verkleinert werden müsste, falls die Oper im Januar aufgeführt würde, weil sonst die vorgeschriebenen Distanzen zwischen den Musikerinnen und Musikern nicht eingehalten werden könnten.