Freiburg 09.01.2021

Bahnhofaufwertung wird eingeleitet

Bild Aldo Ellena
Die Stadt Freiburg hat drei Projekte im Hinblick auf die Aufwertung des Bahnhofplatzes aufgelegt: die Umgestaltung des Pertuis-Platzes, eine Busspur auf der Zeughausstrasse und Verkehrsbeschränkungen im Gambach.
Schon seit Jahren bestehen Pläne zur Umgestaltung des Gebiets rund um den Freiburger Hauptbahnhof. Nun sollen die unabdingbaren Voraussetzungen zur Realisierung des Projekts geschaffen werden. Eines der Hauptelemente für die Aufwertung des Sektors bildet die komplette Schliessung der Bahnhofsallee für den motorisierten Individualverkehr. Weil diese Massnahme zwangsläufig zu einer Verlagerung des Verkehrs führt, sind Begleitmassnahmen vonnöten. Drei davon publizierte die Stadt Freiburg gestern im Amtsblatt. 
 
Begegnungszone Pertuis
Das grösste Projekt betrifft die Neugestaltung des Pertuis-Platzes am Fusse des Funiculaire. Sie soll verhindern, dass Fahrzeuge nach der Schliessung der Bahnhofsallee die Stadt über die Neustrasse respektive die Alte Brunnengasse queren. Der Pertuis-Platz soll darum zu einer Begegnungszone werden, auf der Tempo 20 gilt und Fussgänger vortrittsberechtigt sind. Wie die Stadt mitteilt, wirke sich dies verkehrsberuhigend aus, «ohne dass man den Verkehr verbieten oder begrenzen muss». 
 
Gleichzeitig soll die Gelegenheit genutzt werden, um dem Platz seinen historischen Charakter zurückzugeben. Der Brunnen des Wilden Mannes stand im Mittelalter in der Mitte des Platzes. Der ganze Ort hatte etwas von einem Freiluft-Wohnzimmer. In den 1950er-Jahren wurde der Brunnen zugunsten einer Fahrbahn verschoben. Nun soll er mit einem bodenbündigen Wasserspiel wieder in die Mitte rücken. Der gesamte Platz wird gepflästert. Zudem wird der Ankunftsbereich des Funiculaire neu gestaltet. Die Cafés werden über Terrassen verfügen und so zur Anziehungskraft des Platzes beitragen. Es werden Bäume gepflanzt, die den Eintritt in die Begegnungszone signalisieren. Weiter wird die bereits bestehende Treppe zum Motta-Schwimmbad verlängert, die Bushaltestellen werden versetzt, so dass der Zugang für Personen mit eingeschränkter Mobilität erleichtert wird, und die Haltestellen werden überdacht. 
 
Neustadtgasse nachgebessert
Eingeschlossen in das Projekt ist auch die Neustadtgasse. Dort sollen die Plastikpfosten verschwinden, die heute die Fahrbahn von den Trottoirs trennen. Sie werde durch begrünte Rinnen an gezielt ausgewählten Stellen ersetzt. Pflanzen und Sträucher werden für eine ganzjährige Begrünung sorgen. Die Fahrbahnränder werden durch vereinzelte Betonpoller markiert, und diese werden strategisch so aufgestellt, dass sie für eine Beruhigung des Verkehrs sorgen. Zwischen dem Brunnen und der Providence-Kirche werden einzelne Kernbereiche gepflästert, so auch die Vorplätze der Cafés, um Räume zu schaffen, die als Terrassen genutzt werden können. 
 
Busspur auf Zeughausstrasse
Das zweite Projekt sieht die Errichtung einer Busspur auf der Zeughausstrasse Richtung Cardinal-Unterführung vor. Das setzt die Aufhebung von 16  Parkplätzen zwischen der Pillettesgasse und der Simplongasse voraus. Zudem soll der Kreisel auf Höhe der Locarnogasse zugunsten einer Kreuzung ohne Vortritt aufgehoben werden. Auf der neuen Busstrecke wird die Linie 5 verkehren.
 
Massnahmen im Gambach
Das dritte Projekt betrifft das Gambachquartier. Dort soll der Verkehr auf der Gambachallee zwischen der Kreuzung Gambach/Vanils/Jolimont und dem Haus an der Vanilsstrasse 3 zu den Spitzenzeiten verboten werden: Von Montag bis Freitag zwischen 6.30 und 8.30 Uhr, zwischen 11.30 und 14 Uhr und zwischen 16 und 19 Uhr. 
 
Chronologie

Noch ist der Weg weit bis zum Ziel

Die Umgestaltung des Perimeters rund um den Hauptbahnhof Freiburg verteilt sich auf mehrere Teilprojekte. 2021 starten die SBB mit dem Um- und Ausbau des Bahnhofs, darin eingeschlossen ist der Bau einer zweiten Unterführung vom Alten Bahnhof ins Beauregardquartier. 2023 soll die Unterführung in Betrieb genommen werden, 2024 soll der Bahnhof fertig sein. Bis 2022 wollen die SBB zudem ein neues Projekt als Ersatz für das Hochhaus beim Alten Bahnhof lancieren, das nun doch nicht realisiert werden soll (die FN berichteten). Gemäss Bauvorsteherin Andrea Burgener (SP) bietet dies die Chance, den Ausgang der Unterführung neu zu überdenken. Im Frühling 2021 soll das Bahnhofsprojekt mit neuem Vorplatz und Schliessung der Bahnhofsallee aufgelegt werden. Offen ist laut Burgener aber noch die Reichweite. Sollten die Einsprachen gegen das Verbindungsparking Fribourg Centre–Manor bis dahin nämlich nicht erledigt sein – dies ist Voraussetzung für die Schliessung der Bahnhofsallee –, müsste sich die Stadt wohl etwas Neues einfallen lassen. 2022 beginnt die Umgestaltung des Pertuis-Platzes. Im Zuge der Verlegung von Fernheizungsleitungen auf der Zeughausstrasse sollen bis Ende 2022 die Voraussetzungen für den späteren Busbetrieb geschaffen werden. Die Verkehrsbeschränkungen im Gambach sollen spätestens bei Fertigstellung des Bahnhofprojekts in Kraft treten.