Eishockey 22.10.2020

Martigny zu stark für die Bulls

In einem Nachtragsspiel verloren die Düdingen Bulls gestern in der Swiss Regio League gegen Martigny 1:3. Die Walliser stellten die physisch und technisch bessere Mannschaft, Düdingen hingegen blieb offensiv harmlos.

Zweimal musste das Duell Düdingen - Martigny in dieser Saison bereits verschoben werden – im dritten Anlauf klappte es gestern Abend nun endlich. Wie immer in dieser Saison war der Match in der Düdinger Eishalle bestens organisiert: Die Masken- und Sitzplatzpflicht während des Spiels wurde sehr gut umgesetzt, in der Pause konnte ein Teil der Zuschauer sogar den Mund- und Nasenschutz in der Buvette für einige Minuten abnehmen.

Aufgrund der bisherigen eher negativen Resultate der zwei Mannschaften durften die 194 Fans ein spannendes und ausgeglichenes Spiel erwarten. Die Bulls konnten den Match zumindest resultatmässig bis ins letzte Drittel hinein offen halten, am Ende fehlten dem Team von Trainer Freddy Reinhard nicht nur ein paar Tore, sondern vor allem auch ein vernünftiges Powerplay. In der Schlussphase konnte Düdingen fast zwei Minuten lang mit zwei Mann mehr spielen, echte Torszenen waren aber wie im gesamten Spiel Mangelware. Dem Verlierer fehlten auch diesmal in der Offensive Leader und die nötige Routine um diesen guten, aber nicht unschlagbaren Widersacher ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Martigny mit gutem Start

Die Walliser Gäste, die man Anfang Saison noch zu den Meisterschaftsfavoriten gezählt hatte, starteten aggressiver in die Partie und gingen in der 5. Minute deshalb nicht unverdient in Führung. Nach einem schönen Angriff traf Vincent Guex die hohe Ecke von Bulls-Keeper Florian Vuichard. Die Sensler kamen im Startdrittel nicht richtig in Schwung, ihre Angriffsauslösung war zu diesem Zeitpunkt ungenügend, und Torchancen der Bulls waren deshalb selten. So war es nicht verwunderlich, dass das kompakt auftretende Gästeteam von Coach Laurent Perroton nach einer knappen Viertelstunde das Skore auf 2:0 erhöhen konnte. Einen harten Weitschuss von der blauen Linie lenkte Tom Merola am verdutzten und machtlosen Vuichard vorbei in die Maschen.

Jene Zuschauer, die gekommen waren, um Sänger Bastian Baker bei den Wallisern zu begutachten, wurden enttäuscht, dem bekennenden LHC-Fan reichte es auch diesmal nicht ins Line-up. Zu Beginn des zweiten Abschnitts hatte Martigny eigentlich genug Tormöglichkeiten, um den Match frühzeitig zu entscheiden. Entweder hielt aber Florian Vuichard mit tollen Paraden und einer Portion Glück sein Team im Spiel, oder aber die Gästestürmer inklusive Topskorer Lee Roberts hatten ihr Visier schlecht eingestellt. In dieser Phase der spannenden und schnellen Partie zeigte sich, dass nicht nur bei den Bulls das Selbstvertrauen etwas fehlte.

Komplett gegen den Spielverlauf konnten die Sensler in der 27. Minute auf 1:2 verkürzen, und schöpften damit auch wieder Hoffnung auf den dringend nötigen Punktezuwachs. Luca Knutti schob die Scheibe unter den Schonern des Gästehüters vorbei, es war dies dessen einziger Schnitzer.

Hoffen auf Rückkehrer

Dass dieses einzige Tor der Bulls auf das Konto des «Knutti-Sturms» ging, war kein Zufall, diese Linie hatte während des ganzen Spiels am meisten Offensivszenen. Kurz nach Ablauf einer eigenen Strafe zu Beginn der letzten 20 Minuten machte Martigny dann alles klar: Nach einem schnellen Konter versorgte Jérémy Gailland den Puck im Tor zum 3:1. Von diesem «Schock» erholten sich die Düdinger nicht mehr, die in diesem Match von Assistenzcoach Patrick Rigolet gecoacht wurden, weil die Frau von Headcoach Reinhard am Morgen positiv auf Covid-19 getestet worden war.

Nach dem Spiel sprach Goalie Vuichard trotz Niederlage von einer defensiv guten Leistung seiner Mannschaft gegen einen erfahrenen und starken Gegner. «Wenn wir noch länger zusammen spielen, werden auch die offensiven Automatismen besser werden, zudem hoffe ich auf die Rückkehr der Verletzten und Abwesenden.» Einen der Hauptgründe für die Niederlage sah auch er im schlechten Powerplay seiner Mannschaft, sonst wäre auch gegen dieses Martigny vielleicht mehr dringelegen. Eines ist jedoch klar, die Bulls werden sich in den nächsten Wochen gewaltig steigern müssen, wollen sie nicht wie letztes Jahr die ganze Saison lang am Tabellenende herumdümpeln.

Telegramm

Düdingen Bulls – Martigny 1:3 (0:2, 1:0, 0:1)

EB Sense-See. – 194 Zuschauer. – SR Fausel (Frutschi, Binnebeek).

Tore: 5. Guex (Seydoux) 0:1. 14. Merola (Vermeille, Currit) 0:2. 27. Luca Knutti (Vezzoli, Pinana) 1 :2. 42. Gailland (Seydoux) 1 :3.

HC Düdingen Bulls: Vuichard; Thom. Mroczek; Buillard, Pinana; Nussbaumer, Jörg; Maillard, Abreu De Nobrega, Braichet; Riedi, Mojonnier, Heughebaert; Pedrizat, Fontana, Chassot; G. Knutti, Vezzoli, L. Knutti; Oberson.

HCV Martigny: Fèvre; Suleski, Vermeille ; El Assaoui, Marghitola; Anex, Thévoz; Leva, Wieszinski; Puide, Delessert, Guex; Seydoux, Roberts, Gailland; Currit, Merola, Sammali; Cavalleri, Lahache, Vodaz.

Strafen: Düdingen 3 x 2 Minuten, Martigny 5 x 2 Minuten.

Bemerkungen: Düdingen Bulls ohne Gaudreault, Baeriswyl (beide verletzt), und Hayoz (Covid-19-Test offen).

Rangliste: 1. Huttwil 7/19. 2. Thun 8/18. 3. Bülach 8/15. 4. Arosa 7/13. 5. Seewen 6/12. 6. Dübendorf 7/11. 7. Basel 7/10. 8. HCV Martigny 7/9. 9. Lyss 9/9. 10. Wiki-Münsingen 8/7. 11. Düdingen 8/6. 12. Chur 8/6.