Eishockey 15.10.2020

Bulls kommen zu Hause nicht auf Touren

Erkannte seine Mannschaft gestern kaum wieder: Düdingen-Trainer Freddy Reinhard.
Nach zwei Auswärtssiegen hatten die Düdinger gestern in der Swiss Regio League zu Hause gegen Thun nicht den Hauch einer Chance. Nur dank Hüter Florian Vuichard hielten sie das Skore in vernünftigem Rahmen.

Für Düdingens Trainer Freddy Reinhard war die Leistung seines Teams bei der gestrigen 1:4-Niederlage gegen Thun ein Rätsel: «Ich habe meine Mannschaft nicht wiedererkannt gegenüber den letzten beiden Partien. Gerade zu Hause scheint es für uns enorm schwierig, unsere Energie auf das Eis zu bringen.» Er rief denn auch seine Assistenten und Captains nach dem Spiel zu sich. Was für eine Message hatte er für sie bereit? «Es ging mir darum, zu spüren, woran es gelegen hatte, dass wir hier erneut nicht auf Touren gekommen waren. Ich wollte das Team spüren und hören, was mir die Leader im Team zu sagen hatten.»

Bald einmal in Rücklage

Die Gastgeber stiegen beherzt in dieses Spiel. Die beiden gewonnenen Partien gegen Lyss und Chur hatten den Senslern ganz offensichtlich Selbstvertrauen gegeben. Allerdings dauerte es nicht allzu lange, bis die Berner Oberländer immer mehr das Spieldiktat an sich rissen. Mehr und mehr vermochten sie die Freiburger im eigenen Drittel einzuschnüren. Vorerst standen die Düdinger aber in der Verteidigung überraschend sicher und hatten zudem in Torhüter Florian Vuichard einen sicheren Rückhalt.

Doch in der 14. Minute entwischte plötzlich Jan Petrig an der eigenen blauen Linie und konnte gegen das Düdinger Tor stürmen. Im letzten Moment wurde er jedoch von einem Düdinger Verteidiger sowie Hüter Vuichard am Torschuss gehindert. Allerdings taxierte Schiedsrichter Baggenstos die Intervention des Freiburger Hüters als regelwidrig und verhängte eine Zweiminutenstrafe. Und die Thuner wussten von ihrer zweiten Überzahl zu profitieren. Mit einem verdeckt abgegebenen Schuss reüssierte Lukas Haas. In der Folge bestimmten die Berner das Spielgeschehen definitiv, während Düdingen immer grössere Mühe bekundete, aus der eigenen Zone herauszukommen. Die Berner griffen mit drei Stürmern die Düdinger praktisch bereits an deren verlängerter Torlinie an. Prompt produzierten diese unglaubliche Abspielfehler bereits beim ersten Pass. Nicht verwunderlich, dass es vor Thuns Tor kaum einmal gefährlich wurde.

Das Mitteldrittel hätte für die Einheimischen kaum schlechter beginnen können. Bereits nach knapp vierzig Sekunden war Topskorer Joel Reymondin ungedeckt und herrlich freigespielt erfolgreich. Danach war es mit dem Mumm auf Freiburger Seite endgültig vorbei. Es spielte nun eigentlich nur noch Thun, und minutenlang wurden die Gastgeber im eigenen Drittel eingeschnürt. Einzig Hüter Florian Vuichard behielt dabei die Übersicht. Allerdings war schliesslich auch er machtlos, als einmal mehr die dritte Linie auf dem Eis stand: Diesmal stand Stefan Spinell völlig frei an der Torecke und brauchte nur einzuschieben (35.).

Immerhin wieder aufgerappelt

Offenbar hatten die Reinhard-Schützlinge die Lehren aus dem zweiten Drittel nicht gezogen: Diesmal dauerte es gerade einmal 24 Sekunden, bis abermals Topskorer Joel Reymondin aus spitzestem Winkel den Puck im Tor unterbrachte. Immerhin vermochten die Düdinger trotz der ausweglosen Situation noch einmal eine Reaktion zu zeigen. In der 47. Minute schlenzte Captain Ludovic Hayoz von der blauen Linie den Puck einfach einmal auf das gegnerische Tor, wo Simon Perdrizat den Schuss noch entscheidend abzufälschen vermochte. Danach besassen die Düdinger in Überzahl noch eine Chance auf eine weitere Resultatkosmetik. Es blieb jedoch beim klaren und aufgrund der gezeigten Leistungen auch korrekten 4:1-Auswärtssieg für die zweitplatzierten Thuner.

Für Düdingens Trainer Freddy Reinhard geht es nun darum, beim momentan gedrängten Programm mit Spielen auch unter der Woche die Batterien so gut wie möglich wieder aufzuladen: «Die Spieler sind alles Amateure, da ist dies natürlich ein Mammutprogramm. Aber sie wollen diesen Sport ausüben, und da muss jeder bereit sein, Opfer zu bringen und alles dafür zu tun, zu reüssieren. Und es geht darum, dass wir jetzt das Positive aus dem letzten Drittel mitnehmen.»

Telegramm

Düdingen - Thun 1:4 (0:1, 0:2, 1:1)

Eisbahn SenseSee. 216 Zuschauer. SR: Baggenstos (Evalet, Schiess). Tore: 15. Haas (Petrig) 0:1; 21. (20:39) Reymondin (Gyger) 0:2; 35. Spinell (Petrig, Haas; Ausschluss Mroczek) 0:3; 41 (40:24) Reymondin (Bärtschi, Gyger) 0:4; 47. Perdrizat (Hayoz) 1:4.

Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen die Bulls, 2-mal 2 Minuten gegen Thun.

HC Düdingen Bulls: Vuichard; Mroczek, Thom; Hayoz, Bulliard; Pinana, Jörg; Abreu, Mojonnier, Maillard; Oberson, Fontana, Perdrizat; Riedi, Heughebeart; Jolliet, Vezzoli, Chassot.

EHC Thun: Küenzi; Schoch, Studerus; Inniger, Weber; Steiner Krähenbühl; Bärtschi, Reymondin, Gyger; Boss, Rossel, Eicher; Petrig, Haas, Spinell; Fazis, Gugelmann, Messerli.

Bemerkungen: Düdingen ohne Gian Knutti, Luca Knutti, Nussbaumer (alle Schule) sowie ohne die verletzten Braichet, Gaudreault, Baeriswyl, Moser.