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Worauf ich mich freue

Träumen wir nicht alle von der Ära 'nach Corona'?

Nein, ich habe kein Problem damit, vorläufig noch keine Schuhe und noch keine Frühlingsbluse kaufen zu können - wobei ich zugeben muss, dass es für noch immer nicht nachvollziehbar ist, weshalb ich zwar bald wieder einen Rasenmäher oder Geranien kaufen darf, auf andere Dinge aber noch verzichten soll. Gerade der Andrang in Baumärkten und Gartencentern stelle ich mir recht gross vor, sicher grösser als an vielen anderen Orten. So habe ich zum Beispiel noch nie erlebt, dass im Hutladen in der deutschen Kirchgasse ein grosses Gedränge gewesen wäre und auch im Lederwarengeschäft in der Hauptgasse tritt sich die Kundschaft normalerweise nicht auf die Füsse.

Aber lassen wir das, Fakt ist, dass ich vorläufig auf die meisten Einkäufe verzichten kann aber ich bin sehr froh für alle, die endlich wieder ihre Geschäfte öffnen dürfen.

Besonders freuen müssen sich die Leute, die jetzt wochenlang auf ihr Tattoo hatten warten müssen.... da setzt doch jemand bei den Lockerungen sehr differenziert Akzente. Sobald ich mir die dringend benötigte Brille kaufen kann, überlege ich es mir vielleicht mit dem Tattoo, doch bis dahin lasse ich es bleiben, ich sähe es (ohne Brille) eh nicht scharf.

Nun, auch auf anderes kann ich gut noch eine Weile verzichten. Beispielsweise auf die Küsserei, und die werde ich wohl noch länger vermeiden können, ohne dass man mir Unhöflichkeit oder asoziales Verhalten vorwirft. Geschätzt hatte ich es nie, wenn mehr oder weniger fremde Menschen meinten, mich bereits nach fünf Minuten Bekanntschaft herzen, drücken und küssen zu dürfen.

Aber Stopp, wechseln wir das Sujet, denn eigentlich will ich berichten, worauf ich mich freue.
Ich mag es kaum erwarten, chic - mit Hut und allem drumherum - mit meinem Liebsten durch ein Murten zu schlendern, das wieder lebt und pulsiert. Wie wird es sich anfühlen, sich auf eine Terrasse in den Schatten eines Sonnenschirms setzen zu dürfen, dem Stimmenwirrwarr, dem Lachen oder Rufen zuzuhören, vor sich eine Tasse Kaffee oder ein Glas Proseccos?

Wie wird es sein, wieder über den Markt zu gehen, Früchte, Gemüse, Blumen, Käse auszuwählen, ein Lächeln auszutauschen (wenn natürlich auch keinen Händedruck). Manchmal könnte man fast glauben, auch das Lächeln sei verboten worden und das sich in-die-Augen-blicken, denn selbst ein freundliches 'Grüessech' wird offenbar von einigen unter uns als gefährlich eingestuft.

Ich freue mich, wieder mit einer Freundin von Angesicht zu Angesicht zusammenzusitzen und zu diskutieren, denn die persönliche Begegnung kann durch Facetime, WhatsApp, Skype etc. nicht ersetzt werden. Nur wenn ich meinem Gegenüber in die Augen schauen kann - live, sozusagen - kann ich ihn spüren, riechen, fühlen, seine Stimme unverfälscht hören und seine Körpersprache lesen.

Am allermeisten aber freue ich mich auf die Zeit, wo wir wieder andere Themen haben im Leben - gerne auch oberflächliche, wie die Modetrends des Sommers, die Kino-Highlights oder welche Cervelat-Prominenz mit wem wo war. Denn Tatsache ist, dass das Thema Corona uns langsam verleidet und so verspreche ich Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, werde ich in meinem nächsten Blog über etwas anderes berichten.

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