WILEROLTIGEN 14.01.2021

Wileroltigen will die Steuern senken

Der Gemeinderat von Wileroltigen bittet seine Bürgerinnen und Bürger diesen Sonntag an die Urne. Die Stimmberechtigten befinden über eine neue Schulzusammenarbeit mit Gurbrü. Zudem stellt der Gemeinderat eine Steuersenkung in Sicht.

Nicht weniger als 13 Traktanden hat es in der Botschaft zum Urnengang von diesem Sonntag in der Gemeinde Wileroltigen. Die hohe Anzahl an Vorlagen, über die das Stimmvolk am Sonntag abstimmt, erklärt Hinnerk Semke, Gemeindepräsident von Wileroltigen folgendermassen: «Die Gemeindeversammlung vom Frühling ist aufgrund der Pandemie ausgefallen. Die geplante Winter-Gemeindeversammlung vom 5. Dezember haben wir schliesslich zu einem Urnengang umgewandelt.»

Semke betont aber, dass die meisten Traktanden einfache Geschäfte seien, die die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an einer Gemeindeversammlung rasch absegnen würden. «An einer normalen Gemeindeversammlung haben wir auch stets um die zehn Traktanden.»

Neuer Schulvertrag mit Gurbrü

Bei den 13 Traktanden geht es zu grossen Teilen um Revisionen oder Teilrevision von Reglementen. Eine wichtige Vorlage ist die Abstimmung über die Schulzusammenarbeit mit der Gemeinde Gurbrü. Diese wird nötig, weil die Gemeinde Golaten mit der Gemeinde Kallnach fusioniert hat und demzufolge aus dem Schulverband zwischen Wileroltigen, Gurbrü und Golaten ausgetreten ist. Nun ist geplant, ein Schulvertrag einzig mit der Gemeinde Gurbrü zu unterzeichnen. Somit könnten die beiden Gemeinden weiterhin den Kindergarten und die Primarschule innerhalb der beiden Gemeinden betreiben. Künftig soll der Kindergarten sowie die 1. und 2. Klasse der Primarschule in Wileroltigen stattfinden. Für die 3. bis 6. Klasse sollen die Schülerinnen und Schüler nach Gurbrü.

Gute finanzielle Lage

Dass die Steuern in der Gemeinde Wileroltigen gesenkt werden sollen, werde schon seit Jahren diskutiert, sagt Semke. «Wir stehen finanziell sehr gut da. Jetzt ist der Moment für eine Steuersenkung.» Der Gemeinderat habe sehr lange darüber nachgedacht und die Vor- und Nachteile abgewägt. «Wir sind zum Schluss gekommen, dass die Gemeindefinanzen einen solchen Schritt erlauben.» Sollte es in ein paar Jahren dennoch zu einem grösseren Projekt in der Gemeinde kommen, könne man die Steuern wieder erhöhen. «Das Ganze ist ja nicht für alle Ewigkeiten in Stein gemeisselt.»

Neben dem Budget für das Jahr 2021 stimmen die Bürgerinnen und Bürger von Wileroltigen auch über die Gemeinderechnung 2019 ab. Diese schloss mit einem allgemeinen Ertragsüberschuss von rund 154 000 Franken ab.

Semke erwartet denn auch, dass sämtliche Geschäfte am Sonntag angenommen werden. In der Gemeinde Gurbrü, wo unlängst über ähnliche Geschäfte abgestimmt wurde, seien sämtliche Vorlagen durchgekommen. «Natürlich kann es immer Überraschungen geben. Es gibt aber keine Indizien dafür.» Ein Nachteil sei wohl, dass an der Urne abgestimmt werde. So könne keine Diskussion entstehen und Fragen oder Zweifel könne man nicht aufklären.

Neuer Vizeammann

Nicht an die Urne gelangt die Wahl eines neuen Gemeinderats und des Vizeammanns. Weil Urs Spack sein Amt als Gemeinderat ablegt, wurde eine Ersatzwahl nötig. Da sich innerhalb der Frist nur Roger Perrottet meldete, hat der Gemeinderat ihn an seiner Sitzung vom 14. Dezember als gewählt erklärt. Perrottet nimmt Einsitz in den Gemeinderat und wird zugleich Vizegemeindepräsident.

«Wir stehen finanziell sehr gut da. Jetzt ist der Moment für eine Steuersenkung.»

Hinnerk Semke

Gemeindepräsident Wileroltigen