Bernische Nachbarschaft 31.12.2020

Ein bewegtes Jahr für die Region

Neben der Corona-Pandemie prägten dieses Jahr vor allem Wahlen und Abstimmungen die bernische Nachbarschaft.

Wileroltigen

Am 9. Februar sagte die Berner Stimmbevölkerung Ja zu einem fixen Transitplatz für ausländische Fahrende in Wileroltigen. Mit 53,5 Prozent Ja-Stimmen genehmigte das Stimmvolk einen Kredit von 3,3 Millionen Franken für den Bau des Platzes. Er bietet 36 Halteplätze für bis zu 180 Personen. Der Grosse Rat hatte dem Kredit bereits im März 2019 zugestimmt. Die Junge SVP des Kantons Bern ergriff daraufhin das Referendum. Neben der SVP bekämpfte auch ein Bürgerkomitee aus Wileroltigen den Transitplatz. Alle anderen Parteien waren für die Vorlage. Auch Vertreter von Landeskirchen und Kulturschaffende setzten sich dafür ein.

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Kallnach

Bei archäologischen Untersuchungen von Grabhügeln im Challnechwald haben Mitarbeiter des Archäologischen Diensts des Kantons Bern einen 2500 Jahre alten Ohrring aus Gold gefunden. Der Ring, der hochwertige Verzierungen aufweist, stammt laut dem Kantonsarchäologen Adriano Boschetti aus der Zeit der Kelten um 550 v. Chr. Der Ring habe wohl jemandem aus der Oberschicht gehört. Damals sei es üblich gewesen, solche Personen nach ihrem Ableben mit Schmuck oder Rangabzeichen zu bestatten. Auf dem Hochplateau des Challnechwaldes befindet sich eine Nekropole mit 15 keltischen Grabhügeln.

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Gantrisch

Das Jahr 2020 war ein Schicksalsjahr für den Naturpark Gantrisch. Die Trägergemeinden stimmten über den Verbleib im Naturpark ab und darüber, ob sie dem Antrag auf Verlängerung des Parklabels zustimmen. Sämtliche Gemeinden stimmten dem Begehren mit grosser Mehrheit zu. Im Durchschnitt haben sich 90 Prozent der Bürgerinnen und Bürger für den Naturpark Gantrisch ausgesprochen. Somit steht der Verlängerung des Parklabels um weitere zehn Jahre nichts mehr im Wege und ein neuer Parkvertrag kann zwischen den Parkgemeinden und dem Naturpark unterschrieben werden.

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Laupen

Ende November sagten die Laupnerinnen und Laupner Nein zur Zonenplanänderung Laupen Süd. Auf dem ehemaligen Ritz-Areal sollten mehrere Gebäude für Wohnungen und einen Lebensmittelladen zu stehen kommen. Das Projekt stiess bei der Stimmbevölkerung von Laupen auf Skepsis. Vor allem die Höhe des geplanten Kubus mit sieben Geschossen kam nicht gut an. Mit 621 zu 588 Stimmen verwarfen die Bürgerinnen und Bürger das Projekt. Der Gemeinderat will das Resultat nun analysieren. Danach will er einen Fahrplan für das weitere Vorgehen erstellen. Der Plan für eine Überbauung sei auf jeden Fall noch nicht gestorben.

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Ferenbalm/Guggisberg/ Neuenegg/Schwarzenburg

In einigen Gemeinden haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger den Gemeinderat neu gewählt. In der Gemeinde Schwarzenburg wählte das Stimmvolk mit Urs Rohrbach von den Grünen einen neuen Gemeindepräsidenten. Er entschied die Wahl gegen seinen Widersacher Daniel Rebetez (EVP). Der Gemeinderat bleibt allerdings bürgerlich: Vier Sitze gehen an das bürgerliche Lager, drei Sitze erhält das linke Lager.

Auch in der Gemeinde Neuenegg fanden Gemeinderatswahlen statt. Die SVP erhielt drei Sitze, die SP zwei und die BDP sowie die FDP jeweils einen Sitz. Somit bleibt bei der Zusammensetzung des Neuenegger Gemeinderats alles beim Alten. Marlis Gerteis-Schwarz wird überdies Gemeindepräsidentin und löst René Wanner ab.

Wie in Schwarzenburg und in Neuenegg wählten auch die Guggisberger einen neuen Gemeinderat und einen neuen Gemeindepräsidenten. Niklaus Köpplin löst Hanspeter Schneiter als obersten Guggisberger ab. Zudem wählte die Gemeindeversammlung drei neue Gemeinderäte.

In Ferenbalm wurde still gewählt: Weil sich innerhalb der Meldefrist nicht mehr Kandidatinnen und Kandidaten meldeten als es Gemeinderatssitze gab, bestätigte der Gemeinderat in einer stillen Wahl sämtliche Kandidaten.

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