schwarzenburg 05.03.2020

Burgruine Grasburg soll saniert werden

Charles Ellena/a
Die Burgruine Grasburg ist wegen Witterungseinflüssen und Felsabbrüchen stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Nun will die Gemeinde Bern als Eigentümerin die Burg für knapp 2 Millionen Franken sanieren und weiterentwickeln.

Die Ruine Grasburg in Schwarzenburg befindet sich seit dem Jahr 1894 im Besitz der Stadt Bern. In der Vergangenheit wurden Arbeiten an der Grasburg nur sporadisch ausgeführt, wie die Gemeinde Bern mitteilt. Die letzten grösseren Instand­setzungsmassnahmen fanden in den Jahren 1983/1984 und 1998 statt. Seither seien lediglich Unterhaltsarbeiten und notfallmässige Massnahmen durchgeführt worden. Weil die Felssubstanz der Ruine fragil sei, bestehe die Gefahr von Felsabbrüchen, die für die Besuchenden ein Risiko darstellen und teure Sofortmassnahmen nötig machen würden. Der letzte Felsabbruch ereignete sich im Februar 2018.

Beurteilungen vom Archäologischen Dienst des Kantons Bern hätten ergeben, dass eine Sanierung der Burgruine unumgänglich sei. Bleibe man untätig, sei davon auszugehen, dass die Ruinen- und Felssub­stanz stetig und in grösserem Ausmasse verloren gehe. Damit bestehe die Gefahr, dass das Areal aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit gesperrt werden müsse, um die Gefährdung der Besuchenden zu vermeiden.

Sanierung und Entwicklung

Bereits im Dezember 2016 hat der Berner Gemeinderat beschlossen, ein Sanierungs- und Entwicklungskonzept in Auftrag zu geben. Das Konzept sieht vor, an der gesamten Anlage Sanierungsmassnahmen an der historischen Substanz durchzuführen. Dadurch sollen der Materialabtrag gestoppt und das Bauwerk ­stabilisiert werden. Die Besitzerin will an sämtlichen Burgmauern Mauersteine ersetzen oder reparieren. Zudem müsse der Fels, auf dem die Grasburg thront, stellenweise stabilisiert werden.

Neben der Sanierung der Burgruine will die Gemeinde Bern die Anlage für die Besucherinnen und Besucher auch weiterentwickeln. Diese sollen die Ruine zu Fuss aus verschiedenen Himmelsrichtungen betreten können. Eine neue Brücke soll als Hauptzugang zur Anlage errichtet werden. Als weitere Massnahmen plant die Gemeinde, die Wege für die Besuchenden gut auszulegen sowie Informations- und Erläuterungstafeln aufzustellen.

Überregionales Interesse

Das gesamte Sanierungs- und Entwicklungskonzept kostet laut der Gemeinde Bern 1,985 Millionen Franken. Der Gemeinderat hat einen Baukredit in dieser Höhe zuhanden des Stadtrats verabschiedet. Laut der Gemeinde Bern können 1,1 Millionen Franken Subventionen beantragt werden, die voraussichtlich vom Lotteriefonds und dem Bundesamt für Kultur eingebracht werden. Die Gemeinde Schwarzenburg hat überdies eine finanzielle Beteiligung in der Höhe von 100 000 Franken zugesagt. Diesen Herbst will die Gemeinde Bern mit den Arbeiten beginnen. Ziel des Sanierungs- und Entwicklungsplans ist laut der Gemeinde Bern neben der Sicherung der Bausubstanz und der Herstellung der Sicherheit für die Besuchenden die Erschliessung der Burganlage für eine breitere Öffentlichkeit. Damit solle ein Mehrwert für die Region geschaffen werden. Der Erhalt und die Aufwertung der Grasburg liegen demzufolge nicht nur im Interesse der Eigentümerin, sondern auch der Gemeinde Schwarzenburg sowie weiterer Interessensgruppen wie dem Naturpark Gantrisch oder dem Verein Berner Burgen und Schlösser.