Allgemeines 25.09.2017

Welle des Protests in der NFL gegen Trump

Nach seinen Verbalattacken gegen die in den sportbegeisterten USA populären Football-Spieler schlägt Präsident Donald Trump eine Welle des Protestes aus der NFL entgegen.

Als Zeichen des Protestes knieten sich am Sonntag mehr als 150 Profis in den Stadien des Landes vor dem Spiel nieder. Die US-Fernsehsender zeigten die Spieler in dieser Pose am Spielfeldrand. Seine wütende Kritik könnte für Trump zum Bumerang werden.

Einer der grössten Proteste fand in Washington beim Spiel der Redskins gegen die Oakland Raiders statt, als fast die gesamte Mannschaft der Raiders sich hinkniete. In Foxborough knieten 15 Spieler der New England Patriots am Boden; andere, unter ihnen Superstar Tom Brady, schlossen sich Arm in Arm stehend zusammen.

In Chicago blieben die Spieler der Pittsburgh Steelers während der Nationalhymne in der Kabine. Mehr als 20 Profis des Cleveland Browns zeigten dieselbe Geste vor dem Spiel gegen die Colts aus Indianapolis.

In anderen Stadien reckten mehrere afroamerikanische Spieler die Faust hoch wie beim berühmten Black-Power-Gruss der US-Sprinter Tommie Smith und John Carlos bei den Olympischen Spielen 1968. In Detroit kniete sich der Sänger der Nationalhymne, Rico LaVelle, zum Ende der Darbietung nieder, ebenso mindestens acht Spieler der Detroit Lions.

Die US-Hymne wird traditionell vor jedem Spiel in den USA gespielt; Spieler und Zuschauer stehen dabei normalerweise und halten die rechte Hand aufs Herz. Trump hatte die meist afroamerikanischen Football-Stars scharf attackiert, die aus Protest gegen Rassismus die US-Hymne boykottierten und sich weigerten, während des Abspielens vor dem Spiel aufzustehen. "Würdet ihr es nicht lieben, wenn jemand unsere Flagge verachtet und der Eigner darauf sagt, 'nehmt den Hurensohn vom Feld. Er ist gefeuert.'", sagte er vor jubelnden Anhängern am Freitag im US-Bundesstaat Alabama. Die Fans hatte Trump aufgerufen, Spiele der Football-Liga so lange zu boykottieren, wie die Proteste anhielten.

Trump reagierte auf den Protest erneut via Twitter: "Grossartige Solidarität mit unserer Nationalhymne und unserem Land. Arm in Arm stehen ist gut, knien ist nicht akzeptabel." Später sagte Trump zu Journalisten, seine Kritik an den Athleten habe "nichts mit Rasse oder dergleichen" zu tun. "Das hat zu tun mit Respekt für unser Land und Respekt für unsere Flagge".

sda Sport