Volleyball 12.10.2017

Vier Freiburger Teams auf Punktejagd

Für die Düdinger Volleyballerinnen geht es in der 1. Liga wieder los.
Für vier Freiburger Frauenteams beginnt am Wochenende die 1.-Liga-Volleyballsaison. Während der VBC Kerzers und Murten ambitionierte Ziele hegen, geht es für Bösingen und Düdingen II um den Ligaerhalt.

Nachdem sich der VBC Schmitten vor einem Jahr freiwillig aus der 1. Liga zurückgezogen hatte, spielten in der vergangenen Saison nur drei Freiburger Frauenteams in der dritthöchsten Schweizer Volleyball-Liga. Zum bisherigen Trio Kerzers, Murten und Düdingen II ist neu der VBC Bösingen dazugestossen. Da die Erstplatzierten der letztjährigen 2.-Liga-Saison aus Murten keine Aufstiegsspiele bestreiten wollten, versuchten die zweitplatzierten Bösingerinnen ihr Glück in den Aufstiegsspielen. Es konnte zwar nur eine der beiden Partien gewonnen werden, das reichte dank Satzverhältnis jedoch, um den Sprung in die 1. Liga zu schaffen.

Aufsteiger Bösingen zählt auf bewährte Kräfte

Die Erwartungen an die am Wochenende beginnende Saison sind daher eher bescheiden: Ziel ist in erster Linie der Ligaerhalt, sagt Trainer Christian Lutz. Einige Spielerinnen konnten in der Vergangenheit bereits 1.-Liga-Erfahrung sammeln, doch für viele stellen die bevorstehenden Spiele eine neue Herausforderung dar. Ein zweites Saisonziel ist daher, Spielerfahrung in einer höheren Liga sammeln zu können.

Mit dem Aufstieg in eine nationale Liga ist allerdings auch ein Mehraufwand verbunden, der sich bei Bösingen insbesondere bei den längeren Anreisewegen für die Auswärtsspiele bemerkbar macht. Die Anzahl Trainings pro Woche haben die Senslerinnen in der Vorbereitungsphase von zwei auf drei erhöht, während der Saison werden sie wieder zwei Mal wöchentlich trainieren.

Für seine 1.-Liga-Premiere hat der VBC Bösingen kaum neue Spielerinnen verpflichtet, das Team ist bis auf zwei Zuzüge und zwei Abgänge gleich geblieben. Die Idee dahinter ist, als Team, das gemeinsam den Aufstieg geschafft hat, zusammenzubleiben und keine Spielerinnen auszusortieren, die zum Aufstieg beigetragen haben. Welche Auswirkung diese Entscheidung auf die Resultate hat, wird sich zeigen.

Kerzers mit knappem Kader

Seine zweite 1.-Liga-Saison nimmt der VBC Kerzers in Angriff. Das Team um Coach Martin Rostetter hatte letztes Jahr das Ziel Ligaerhalt nicht nur erreicht, sondern mit dem 2. Qualifikationsrang deutlich übertroffen. Als einziges Freiburger Team hatte Kerzers den Einzug in die Playoffs geschafft, im Halbfinal ist man schliesslich am späteren Aufsteiger Gerlafingen gescheitert.

Entsprechend hoch sind die Erwartungen beim Freiburger Cupsieger in dieser Saison. Durch die Abgänge von Debora Zihlmann, Annie Kim und Annic Zosso wurde das Kader der Seeländerinnen allerdings arg geschmälert. Inklusive Libera umfasst das Kontingent nur noch acht Spielerinnen. Mehr als eine Auswechslung liegt damit pro Partie nicht drin. «Wir können fast alle auf zwei Positionen spielen, insofern haben wir einigen Spielraum», sagt Passeuse Luisa Schwander. «Verletzungen verträgt es bei unserem knappen Kader allerdings nicht. Umso mehr, als wir zurzeit keine Juniorinnen haben, die niveaumässig bereit sind, in der 1. Liga aufzulaufen.»

Ambitioniertes Murten

Ambitionierte Ziele hegt der TV Murten. Mit dem dritten Schlussrang waren die Seeländerinnen letzte Saison nicht zufrieden; das wollen sie heuer besser machen. Ein Platz in den Top 2 und damit das Erreichen der Playoffs sind das erklärte Ziel von Pascal Meier und seinem Team. «Wir wollen einen weiteren Schritt nach vorne machen», sagt der Trainer.

Auf dem geplanten Weg an die Spitze kommt dem TV Murten die Beständigkeit im Kader zugute. Auf diese Saison hin musste man nur gerade zwei Abgänge kompensieren. Zudem ist der Kader breit abgestützt, es herrscht ein gesunder Konkurrenzkampf, was sich positiv auf die Performance auswirken dürfte. Den Leistungsgedanken stellt man im Seeland auch in dieser Saison vermehrt in den Vordergrund. So trainiert das Team in dieser Saison dreimal wöchentlich und nicht mehr nur zweimal.

In der Vorbereitung hat man viel an der Konstanz gearbeitet, um die Leistungsschwankungen, die in der letzten Saison zu oft das Spiel der Murtnerinnen geprägt hatten, in den Griff zu bekommen. Zudem hat das Team vermehrt an Details gearbeitet, um die Abstimmung auf dem Feld zu verbessern und den angestrebten Schritt nach vorne vollziehen zu können. «Die jungen Spielerinnen sind gut integriert, und das ganze Team ist gewillt zu lernen und die grossen Aufgaben anzunehmen», sagt Meier. Und selbstbewusst fügt er an: «Von Murten darf man in dieser Saison einiges erwarten.»

Düdingen II setzt auf den Nachwuchs

Bei Düdingen II gibt man sich bei der Formulierung des Saisonziels vorsichtiger. Angesichts des tiefen Altersdurchschnitts von 16,5 Jahren lautet die Vorgabe von Trainerin Mélanie Golliard «Ligaerhalt».

Wie jedes Jahr steht bei der zweiten Equipe der Power Cats die Förderung junger Talente im Zentrum. So arbeitet der Verein mit der Volleyball Akademie Freiburg VAF, dem NLB-Verein VBC Freiburg und den Talentschools Bern und Freiburg zusammen. Drei Spielerinnen, die im Düdinger 1.-Liga-Kader stehen, sind Mitglied der Akademie, sechs gehören der Talentschool Bern und eine der Talentschool Freiburg an. «Dank dieser Zusammenarbeit können die Spielerinnen auf verschiedenen Niveaus trainieren, abhängig von ihrem aktuellen Leistungsvermögen», sagt Mélanie Golliard, die im Sommer bei Düdingen II den Trainerposten von Philip Gabathuler übernommen hat. «Weil Michal Tarabcik (Assistenztrainer des Düdinger NLA-Teams, Red.) auch Coach der Akademie Freiburg ist, können wir die Fortschritte der jungen Volleyballerinnen nicht nur innerhalb unseres Vereins mitverfolgen, sondern auch bei unseren externen Partnern.»

Trotz des an sich tiefen Altersdurchschnitts verfügt das Sensler Nachwuchsteam bereits über einige 1.-Liga-Erfahrung. Sieben Spielerinnen waren schon letzte Saison dabei, als Düdingen II die Meisterschaft auf dem 5. Rang beendete. «Grundsätzlich ist die Unerfahrenheit aber unser grösstes Manko», sagt Golliard. «Das Team hat sehr viel Potenzial. Ich bin zuversichtlich, dass wir der Ligaerhalt dank unseren Stärken wie Dynamik, Einsatz und Unbekümmertheit schaffen.»

Freiburger 1.-Liga-Teams

VBC Bösingen

Spielerinnen: Murielle Aebischer (Libera), Livia Bernasconi (Diagonal), Camille Carlier (Mitte), Laura Cipri (Mitte), Dominique Fasel (Aussen), Lara Freiburghaus (Aussen), Raffaela Jungo (Diagonal), Anne-Sophie Krattinger (Mitte), Amina Kunz (Mitte), Vera Nussbaumer (Aussen), Lucienne Schmid (Passeuse), Ronja Schwaller (Passeuse).

Trainer: Christian Lutz.

VBC Kerzers

Spielerinnen: Livia Winkelmann (Aussen), Chiara Montani (Aussen), Sophie Sutter (Diagonal), Nicole Müri (Diagonal), Céline Etter (Mitte), Jeannine Engel (Mitte), Alexandra Riedo (Libera), Luisa Schwander (Pass).

Trainer: Martin Rostetter.

TV Murten

Spielerinnen: Nicole Bieri (Pass), Lalie Macheret (Pass), Angela Zürcher (Mitte), Sybille Allegrini (Mitte), Lena Müller (Mitte), Muriel Spicher (Mitte), Jana Birchler (Mitte), Nathalie Meier (Diagonal), Lisa Senè (Digonal), Cosima Wieland (Aussen), Kathrin Helfer (Aussen), Laura Jäggi (Aussen), Franziska Leo (Aussen), Kija Lobsiger (Libera).

Trainer: Pascal Meier

TS Düdingen II

Spielerinnen: Elise Bosson (Aussen), Chloé Sprumont (Diagonal), Noemi Portmann (Libero), Melina Hübscher (Aussen), Sophie Freiburghaus (Diagonal), Anna-Lisa Honegger (Pass), Sophia Tschäppeler (Mitte), Anouk Kressler (Pass), Néhémie Holler (Mitte), Lea Aegerter (Libera), Lea Zurlinden (Mitte).

Trainerin: Mélanie Golliard.