Volleyball 18.03.2017

Für die Power Cats gilt es ernst

Kristel Marbach will ihren Angreiferinnen den Ball auch im Playoff-Viertelfinal möglichst präzise zuspielen.
Der Playoff-Viertelfinal zwischen den Düdinger NLA-Volleyballerinnen und Neuenburg kündigt sich als Duell mit offenem Ausgang an. Morgen (16.30 Uhr, Leimacker) wollen die Power Cats ein erstes Mal ihre Krallen ausfahren.

Von den diesjährigen drei Duellen gegen Neuenburg UC haben die Dü­dinger NLA-Volleyballerinnen zwar deren zwei verloren. Dennoch ist Captain Kristel Marbach überzeugt, dass ihre Power Cats die Viertelfinalserie gewinnen werden.

Kristel Marbach, Sie haben mit dem TS Volley Düdingen die NLA-Qualifikation auf dem fünften Tabellenplatz abgeschlossen. Sind Sie zufrieden damit?

Wenn man bedenkt, dass wir zu Beginn der Saison mit Helena Kojdova und Chantale Riddle verletzungsbedingte Ausfälle von zwei wichtigen Spielerinnen zu verkraften hatten, haben wir uns ganz gut geschlagen. Im ersten Qualifikationsdrittel haben wir gegen die nun vor uns klassierten Teams allesamt verloren. Diesen Rückstand konnten wir in der Folge nicht mehr ganz wettmachen. Es fehlte am Ende zwar nicht viel, wir waren sehr nahe an Platz 3 dran. Über die ganze Qualifikation betrachtet waren wir aber zu wenig konstant, um die Top 3 zu erreichen.

Worauf führen Sie die fehlende Konstanz zurück?

In dieser Saison ist das Niveau allgemein sehr hoch, die einzelnen Teams liegen eng beisammen. Bei einer so ausgeglichenen Meisterschaft ist es normal, dass man seine Hochs und Tiefs durchlebt. Kein Team ist in den 27 Runden ohne Ausrutscher geblieben.

Einen Ausrutscher gab es auch am Sonntag bei der Viertelfinal-Hauptprobe, als Sie in Neuenburg 1:3 verloren. In den ersten beiden Sätzen lag Düdingen klar in Führung, dennoch gab man das Spiel – nicht zum ersten Mal in dieser Saison – noch aus der Hand. Sind diese Leistungseinbrüche ein Zeichen von fehlendem Selbstvertrauen?

Unser Selbstvertrauen ist gut, daran hat es sicherlich nicht gelegen. Es war ein sehr wichtiges Spiel in Neuenburg, dem Sieger winkte der Sprung auf Platz drei. Da ist man automatisch etwas nervöser und macht entsprechend mehr Fehler. Volleyball ist eine Sportart, die von den Fehlern lebt. Jeder macht Fehler; man sollte die eigenen aber möglichst minimieren und die unnötigen vermeiden. Da haben wir durchaus noch Verbesserungspotenzial. Bei den einfachen Bällen müssen wir präsenter sein und sie konsequenter verwerten. Dann geraten wir gar nicht erst in solche Situationen wie in Neuenburg, als wir trotz eines grossen Vorsprungs noch ­verloren.

Morgen beginnt der Playoff-Viertelfinal zwischen Neuenburg und Düdingen. Wovor müssen Sie sich im Spiel gegen NUC besonders in Acht nehmen?

Neuenburg ist sehr stark im Rückraumspiel. Mit der Amerikanerin Elizabeth Campbell und der Kanadierin Michaela Reesor verfügt NUC über zwei sehr starke Aussenangreiferinnen. Auch Mandy Wigger, die langjährige Nationalspielerin, ist auf der Diagonalposition ein steter Gefahrenherd. Wir müssen uns gut überlegen, wie wir anfangen sollen, welche Rotation wir wählen, wenn wir gegen sie im Block stellen. Da sind unser Trainer und das Coachingteam gefordert. In der Mitte ist NUC etwas weniger stark. Wir haben diese Woche sehr viel Videostudium betrieben, um uns optimal auf den Gegner einzustellen.

Was müssen Sie am Sonntag besser machen als bei der Hauptprobe?

Wir müssen unsere Aussenspielerinnen besser in Position bringen. Da haben wir zu wenig gepunktet. Zudem sollten wir NUCs Schwächen in der Serviceabnahme vermehrt ausnutzen. Damit wären wir wieder beim Problem der Eigenfehler: Wie viel Risiko soll man beim Service eingehen, um möglichst viele Punkte zu machen, aber gleichzeitig möglichst wenige Aufschlagsfehler zu produzieren? Die richtige Balance zu finden, darauf kommt es an. Entscheidend wird auch sein, dass wir eine starke Annahme haben, damit wir ein gutes Side-out spielen können. Wir müssen den Ball möglichst oft zurückbringen und den Gegner müde machen.

Die Playoff-Serie wird im Best-of-3-Modus ausgetragen, wobei das schlechter klassierte Team – also Düdingen – zuerst Heimrecht hat. Kommt Ihnen dieser unübliche Spielmodus entgegen?

Bei diesem Modus ist es sehr wichtig, das Heimspiel zu gewinnen, ansonsten muss man sich anschliessend zweimal hintereinander auswärts durchsetzen. Dadurch stehen wir schon etwas unter Siegesdruck. Ansonsten sehe ich es nicht als Nachteil, dass wir den Heimvorteil nicht auf unserer Seite haben. Gegen einen anderen Gegner wäre es ungünstig gewesen, gegen NUC spielt es keine entscheidende Rolle. Die Halle in Neuenburg liegt uns, wir spielen dort eigentlich immer gut und haben diese Saison auch schon dort gewonnen. Dieses Wissen gibt uns Selbstvertrauen. Wir werden konzentriert und hoch motiviert, aber nicht verkrampft auftreten. Ich bin überzeugt, dass wir das Potenzial haben, um Neuenburg zu besiegen und den Halbfinal zu erreichen.

Playoff-Viertelfinal (best of 3)

NUC gastiert morgen in Düdingen

1. Spiel: Düdingen - Neuenburg

(So. 19.3.; 16.30 – Leimacker) 2. Spiel: Neuenburg - Düdingen

(Sa. 25.3.; 17.30)

3. Spiel: Neuenburg - Düdingen

(So. 26.3.; 17.30)

Resultate der Qualifikationsspiele

Düdingen - Neuenburg 1:3 (20:25, 24:26, 25:17, 16:25)

Neuenburg - Düdingen 0:3 (19:25, 23:25, 22:25)

Neuenburg - Düdingen 3:1 (27:25, 26:24, 19:25, 25:17)

«Volleyball ist eine Sportart, die von den Fehlern lebt.»

Kristel Marbach

Captain TS Volley Düdingen