Volleyball 09.05.2017

Freiburger Cupfinals mit Nebengeräuschen

Das Frauenteam des VBC Kerzers holte sich den Titel – und verärgerte gleichzeitig die Konkurrenz.
Das Männerteam des TV Murten und das Frauenteam des VBC Kerzers haben den Freiburger Volleyball-Cup gewonnen.

Am Kantonalcup können Teams von der Fünften bis zur Zweiten Liga teilnehmen – eigentlich. Denn das Bild, das sich den zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauern beim Frauenfinal in Farvagny bot, war ein anderes. Auf der einen Seite standen die Ligameisterinnen aus Murten, die die 2. Liga in der gesamten Saison angeführt hatten und diese schliesslich auch für sich entscheiden konnten. Im Cupfinal trafen die Murtnerinnen auf das 3.-Liga-Team des VBC Kerzers.

Spannung fehlt

Beim genaueren Hinschauen und Vergleichen der Namenliste fiel den Murtner Spielerinnen aber auf: Von der 3.-Liga-Mannschaft stand in den Reihen von Kerzers gar niemand auf dem Feld. Wer waren die Gegnerinnen des TV Murten denn dann, fragte sich die eine oder andere. Das Teamfoto auf dem Programm brachte Klarheit. Die Murtnerinnen würden gegen die 1.-Liga-Mannschaft des VBC Kerzers antreten, die die Saison auf dem zweiten Rang abgeschlossen und an den Aufstiegsspielen für die Nationalliga B teilgenommen hatte.

Da die Kerzerserinnen allesamt noch im Juniorinnenalter sind, dürften sie Wettkämpfe in mehreren Equipen bestreiten, erklärte die Präsidentin des Freiburger Regionalverbandes, Laurence Bortoluzzi. «Das ist aber nicht das Ziel des Kantonalcups», erklärte Bortoluzzi. Es nehme dem Event etwas die Spannung, führte sie weiter aus. «Eine Regelung festzulegen ist schwierig; wir werden dieses Problem aber an der Präsidentenkonferenz besprechen.»

Unter diesen Voraussetzungen starteten die beiden Ensembles in das letzte Spiel der Volleyballsaison. Schon früh im ersten Durchgang wurden die Kräfteverhältnisse geklärt; Kerzers spielte effizient und abgeklärt und brachte die Murtnerinnen mit einem schnellen Spiel an ihre Grenzen. Mit schönen Blockaktionen von Murtens Nummer 8, Evelyne Kunz, bäumte sich das unterklassige Team noch einmal auf, zu mehr als einem 14:25 reichte es aber nicht. Auch die beiden anderen Durchgänge sind schnell zusammengefasst: Die Kerzerserinnen machten auf allen Positionen mächtig Druck, beim TV Murten passte nicht immer alles zusammen, so dass sich Kerzers sofort wieder absetzte und den Final schliesslich ungefährdet mit 3:0 für sich entschied.

«Es ist cool, den Titel zum Abschluss der langen Saison zu holen», freute sich die Captaine von Kerzers, Sophie Sutter. Und sie rechtfertige sich für den Auftritt der 1.-Liga-Mannschaft: «Der Kantonalcup beginnt früher, so konnten wir als Juniorinnen wertvolle Spielpraxis sammeln.» Bei den Murtnerinnen blieb dieser fahle Beigeschmack der Niederlage aber im Vordergrund. «Das Ganze wurde dadurch etwas verfälscht. Wir waren dagegen recht machtlos, haben aber unser Bestes gegeben», sagte Murtens Spielertrainerin Rosetta Piazza. Stolz sei sie aber, dass ihre Equipe das Ziel des Cupfinals erreicht habe, obwohl im Laufe der Saison einige Spielerinnen verletzungsbedingt ausgefallen seien.

Rosetta Piazza stand an diesem Tag gleich zweimal im Einsatz, denn auch in der Männermannschaft von Murten dirigierte sie das Spielgeschehen von der Seitenlinie aus.

Sieg für Murtens Männer

Und dort entwickelte sich die Partie ganz nach ihrem Gusto. Obwohl die Herren von Murten in der Saison-Endabrechnung hinter ihren Gegnern aus Belfaux gelandet waren, liessen sie sich dadurch nicht verunsichern. Das attraktive Spiel war geprägt von vielen gelungenen Blockaktionen aufseiten der Murtner, und auch die längeren Ballwechsel gingen fast ausnahmslos auf ihr Konto. Coach Rosetta Piazza musste nur ganz selten mit ihren Ratschlägen eingreifen, bevor der absolut verdiente 3:0-Erfolg für den TV Murten feststand. «Wir hatten einen guten Zusammenhalt auf und neben dem Feld, das hat man heute sehr gut gespürt», sagte Piazza.

Und dann war der lange Tag und somit die lange, zweifach miterlebte Saison auch für die doppelt engagierte Rosetta Piazza zu Ende. «Es war eine riesige Freude, in zwei so tollen Equipen gleichzeitig involviert zu sein, mit ihnen trainiert, gespielt und gekämpft zu haben.»

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