Volleyball 21.12.2017

Erfolgreich in die Weihnachtspause

Die Düdinger Volleyballerinnen haben gegen NLA-Schlusslicht Cheseaux wie erwartet keine Probleme bekundet und 3:0 gewonnen. Für die Power Cats war es der erfolgreiche Abschluss eines gelungenen Jahres.

Mit Kampf und Leidenschaft lässt sich im Sport manchmal fehlende Klasse wettmachen. Manchmal lässt sich der Erfolg aber selbst mit grösstem Einsatz und Enthusiasmus nicht erzwingen, dann nämlich, wenn die individuelle Klasse der beiden Kontrahenten schlicht zu weit auseinander liegt. Das musste gestern Abend auch der VBC Cheseaux in Düdingen erfahren. Das NLA-Schlusslicht wehrte sich tapfer, die Power Cats gewannen dennoch 3:0.

Wenn bei Düdingen die besten Kräfte auf dem Feld standen, so wie im ersten Satz, waren die Gäste aus dem Waadtland hoffnungslos unterlegen. Kaum einmal flog der Ball mehr als dreimal übers Netz, schon hatten die Power Cats den Punkt gemacht. Mit einer 9-Punkte-Serviceserie sorgte Kerley Becker früh für die Differenz (25:13). Angesichts der klaren Überlegenheit profitierte Trainer Dario Bettello in den folgenden Sätzen, um seiner zweiten Garde Einsatzzeit zu geben. Phasenweise standen vom Düdinger Stammsechser nur zwei Spielerinnen auf dem Feld. Dadurch wurde die Partie ausgeglichener, Cheseaux ging gar einige Male in Führung. Doch immer, wenn es brenzlig wurde, konnte Düdingen das Tempo erhöhen und geriet nie ernsthaft in Gefahr, einen Satz abzugeben.

Das 3:0 gegen Cheseaux – für Düdingen war es bereits der zwölfte Sieg der laufenden Meisterschaft – zeigte allerdings auch, dass die zweite Garde der Power Cats noch nicht so weit ist, dass sie einfach so in die Bresche springen kann, ohne dass sich ein Leistungsabfall bemerkbar macht. Deutlich zeigte sich dies auf der Position der Passeuse: Kristel Marbach – üblicherweise Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Düdingerinnen – lässt sich schlicht nicht eins zu eins ersetzen.

Kaum Stolpersteine

Mit dem gestrigen Sieg hat Düdingen ein sportlich erfolgreiches Jahr 2017 beendet. «Mit der bisherigen Saison bin ich sehr, sehr zufrieden», zog Trainer Dario Bettello Bilanz. «Unser Ziel ist es, unter die ersten fünf Teams zu kommen. Da sind wir auf gutem Weg.» Der bisherige Weg hat die Power Cats auf Tabellenrang drei geführt, hinter Sm’Aesch-Pfeffingen und Volero Zürich. Gestolpert sind die Düdingerinnen nur selten: In 16 Partien haben sie viermal verloren, wobei sie bis auf eine Ausnahme – bei der 1:3-Heimniederlage gegen Aesch – immer gepunktet haben. «Beim Saisonauftakt in Lugano (2:3) waren wir schlecht, und auch gegen Aesch (1:3) agierten wir während der Hälfte der Begegnung unter unserem Niveau», bilanziert Bettello. «In allen anderen Partien haben wir gut gespielt, wobei der Sieg gegen Volero sicherlich der Höhepunkt war.» Die Ausgeglichenheit war dabei die grösste Stärke, die Düdingen in die Waagschale werfen konnte. «Wir haben weder beim Service noch bei der Annahme, in der Defense oder im Angriff besondere Schwächen. Das macht es schwierig, gegen uns zu spielen.» Zudem sei der Teamspirit ein grosses Plus seines Teams, sagt Bettello, dem es gelungen ist, die Power Cats zu einer harmonischen Einheit zu formen. «Jede Spielerin stellt sich in den Dienst der Mannschaft.»

«Gefährlicher Modus»

War Anfang Saison erwartet worden, dass sich fünf Teams etwas vom Rest der Liga absetzen würden, so marschiert mit Aesch, Volero, Düdingen und Kanti Schaffhausen momentan nur ein Quartett vorneweg. Neuenburg UC konnte die Erwartungen – unter anderem wegen Verletzungen wichtiger Spielerinnen – bisher nicht erfüllen. Abgeschrieben hat Bettello NUC allerdings noch nicht. «Das Gefährliche am aktuellen Meisterschaftsmodus ist, dass nach den drei Qualifikationsrunden wieder alles bei null beginnt. Und da die Playoffs im Best-of-3-Modus ausgetragen werden und der Besserklassierte sein erstes Spiel auswärts absolvieren muss, kann es ganz schnell eine unliebsame Überraschung geben. Damit dies nicht geschieht, müssen wir uns weiter verbessern.» Es gebe durchaus Spielsituationen, in denen sich sein Team nicht optimal verhalte. «Ich will noch mehr Spielvarianten einbringen, damit wir regelmässig punkten und Hänger, wie wir sie zwischenzeitlich immer wieder haben, vermeiden können.»

Der Luxus von Volero und Schaffhausen

«Dario ist ein Perfektionist», charakterisiert Mittelblockerin Kerley Becker ihren Trainer. «Er ist nie zufrieden, zieht das Team immer weiter.» Bettello habe noch etwas mehr Ehrgeiz ins Team gebracht. Ihm sei es gelungen, auch bei den Spielerinnen, die schon länger in Düdingen sind und bereits einige Erfolge feiern konnten, noch höhere Ambitionen zu wecken. «Für uns Spielerinnen ist klar: Wir wollen eine Medaille, wir wollen in den Final.»

Der Tessiner selbst traut seiner Equipe einiges zu, Favoriten auf den Titel sind für ihn aber andere. «Volero und Kanti Schaffhausen können sich als einzige Teams den Luxus leisten, eine ausländische Spielerin auf der Bank zu haben. Das könnte in dieser intensiven Saison zum entscheidenden Vorteil werden.»

Kräfte tanken steht deshalb in den kommenden Tagen auch für die Power Cats auf dem Programm. Dario Bettello gönnt seinem Team über die Festtage fünf trainingsfreie Tage. «Zeit, um sich physisch zu erholen und den Kopf durchzulüften. Die Ausländerinnen werden in ihre Heimat fliegen und dort bei der Familie hoffentlich viel Kraft tanken. Das können wir alle gut gebrauchen, damit wir für den zweiten und wichtigen Teil der Saison bereits sind.»

Am 27. Dezember nehmen die Düdingerinnen die Vorbereitung auf die intensiven Wochen im Januar in Angriff. Mit dem NLA-Spiel gegen Galina (6.1), dem Schweizer Cup gegen Volero (7.1.) und dem Europacupspiel in Tel Aviv (10.1.) geht es für die Power Cats im neuen Jahr Schlag auf Schlag los.

Telegramm

Düdingen - Cheseaux 3:0 (25:13, 25:22, 25:20)

Leimacker. 326 Zuschauer.

TS Volley Düdingen: Gravorka, Becker, Harbin, Marbach, Felinski, Deprati (Libera), Moffett; Gfeller, Widmer, Marx, Knutti (Libera), Rottaris.

VBC Cheseaux: Bulliard, Van Rooij, Kenel, Oseghale, Whyte, Haemmerli (Libera), McDonald; Guyot, Casto.

Beste Spielerinnen: Felinski und Van Rooij.

Nationalliga A. Frauen. 16. Runde: Köniz - Aesch-Pfeffingen 1:3 (10:25, 25:23, 22:25, 18:25). Franches-Montagnes - Neuenburg UC 2:3 (26:28, 25:23, 20:25, 25:21, 11:15). Düdingen - Cheseaux 3:0 (25:13, 25:22, 25:20). Rangliste: 1. Aesch-Pfeffingen 16/42 (46:14). 2. Volero Zürich 15/38 (40:11). 3. Düdingen 16/38 (43:19). 4. Kanti Schaffhausen 15/32 (38:23). 5. Neuenburg UC 16/20 (27:34). 6. Volley Lugano 16/19 (24:34). 7. Köniz 17/16 (23:37). 8. Franches-Montagnes 16/15 (23:39). 9. Galina Schaan 15/14 (25:39). 10. Cheseaux 16/3 (8:47).