Triathlon 12.09.2017

Stürmische Stunden mit klaren Siegen

Die Triathleten mussten sich am Samstag in Murten mit ungemütlichen Wetterverhältnissen herumschlagen.
Das Wetter zeigte sich am Samstag beim Seelandtriathlon in Murten nur einmal von seiner freundlichen Seite. Bei der Siegerehrung klarte der Himmel langsam auf, als wollte er den Athleten für ihre Leistungen gratulieren.

Mit rund 850 Triathletinnen und Triathleten, welche als Finisher die Ziellinie überquert haben, ist die Teilnehmerzahl tiefer als in den letzten Jahren. Das Wetter, aber auch das dichte Triathlonprogramm der letzten Wochen haben dazu beigetragen. Das OK-Team vom Seelandtriathlon kann, abgesehen vom Wetterpech, aber trotz allem auf eine gelungene Ausgabe 2017 zurückschauen. Das Team und die über 150 Helfer von Swissvolunteers stellten für die Startenden eine bestmögliche Infrastruktur zur Verfügung. «Das Beste aus der Wettersituation gemacht, eine gute Stimmung behalten, keine grösseren Unfälle und viele, auch internationale Starter», resümiert OK-Präsident Bruno Mauron die mittlerweile zwölfte Ausgabe.

Duathlon statt Triathlon

Die erste stürmische Front zog am Morgen über Murten hinweg und brachte dem See derartige Unruhe, dass die Short Distance als Duathlon ausgetragen wurde. Nach einem kurzen Lauf wechselten die Athleten zuerst in wettertaugliche Kleidung und dann aufs Rad. Die nasse Strecke verursachte auch ein paar Stürze, aber keine schlimmeren Verletzungen. Schliesslich liefen Ludwig Fleetwood aus Schweden und Leana Daria Messer (3athlon Bern) als Erste über die Finishline. «Die Wetterbedingungen sind für alle gleich, sie spielen eigentlich keine Rolle», meinte Fleetwood im Ziel. Es schien ganz so, als hätte er den Namen seines Teams «­Race and Shine» zu seinen Gunsten verinnerlicht.

Noch bevor Leana Daria Messer bei der olympischen Distanz gleich nochmals antrat, waren die Mittelstreckler im Einsatz. Wind und Wellen waren etwas weniger stark, und so konnte zumindest auf einer verkürzten Strecke von 500 Metern geschwommen werden. Als besondere Herausforderung stellte sich der Gegenwind in der Fläche in Richtung Salavaux heraus, gegen den zweimal angekämpft werden musste. Von einem Einsatz von Scheibenrädern wurde daher von den Schiedsrichtern auch abgeraten.

Spontaneität siegt

Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern bestimmten Teilnehmer das Rennen, die sich erst kurzfristig für den Wettkampf angemeldet hatten – und damit wissend, was sie wettermässig erwarten würde. Céline Schärer (Walchwil) und Urs Müller (Team Koach) stiegen beide als Zweite aus dem Wasser und übernahmen auf dem Velo die Führung. Bis ins Ziel wuchs der Vorsprung auf fast neun Minuten bei Schärer und gut vier Minuten bei Müller an. «Meine Handschuhe habe ich unterwegs auf dem Velo wieder ausgezogen und die Armstulpen heruntergekrempelt», sagte Müller im Ziel. Die Temperaturen waren offenbar noch erträglich – obwohl es schon nicht das Wetter sei, das sie bevorzuge, so Schärer.

Küng knapp vor Müller

Auf der olympischen Distanz zeigte sich ein ähnliches Bild: Lag Loanne Duvoisin (Red Fish Neuenburg) nach dem Schwimmen über ebenfalls 500 Meter noch knapp hinter Leana Daria Messer (3athlon Bern) und Elia Betschen (Red Fish Neuchâtel), stürmte die Juniorin aus dem Regionalkader der Romandie auf dem Velo in die Spitzenposition, die sie bis ins Ziel auf über fünf Minuten auf Rachel Beck (Liestal) und Andrea Wirz (Tempo-Sport Bikespeed.ch) ausbaute.

Bei den Männern ging es zwar deutlich knapper zu und her, doch auch hier gewann mit Manuel Küng (Tri Club Bodensee) ein spontan angemeldeter Kaderathlet dank einer guten Performance auf dem Velo vor Florian Müller (ATLET) und Gabriel Perez de la Sota (Männedorf).

zv