Kampfsport 31.07.2017

Oezdemir reichten 42 Sekunden

Räumt seine Gegner in Windeseile aus dem Weg: Volkan Oezdemir.
Der Freiburger UFC-Kämpfer Volkan Oezdemir ist nicht zu stoppen. In Anaheim (USA) knockte er in der Nacht auf Sonntag den Favoriten Jimi Manuwa in 42 Sekunden aus. Nun winkt der Titelkampf.

In den USA ist das Ultimate Fighting Championship (UFC), die weltweit grösste Martial-Arts-Organisation, eine grosse Sache. Die besten Kämpfer machen das grosse Geld, die TV-Einschaltquoten sind hoch. Die Faszination für den Kampf im Oktagon, der brutal erscheinen vermag, aber klar geregelt ist, zieht immer weitere Kreise. Seit diesem Jahr mischt der einzige Schweizer UFC-Fighter nun die Szene im Halbschwergewicht auf. In der Nacht auf Sonntag schickte der Freiburger Volkan Oezdemir im Rahmen der UFC 214 im kalifornischen Anaheim den favorisierten Londoner Jimi Manuwa wie angekündigt bereits in der ersten Runde auf die Bretter. Oezdemir knockte den Routinier in gerade einmal 42 Sekunden aus.

«Ich habe Wort gehalten»

«Wir beide sind Kämpfer mit grosser Schlagkraft und suchen schnell die Entscheidung», sagte der 27-jährige Freiburger nach dem Kampf gegenüber den amerikanischen Medien. Oezdemir hatte im Vorfeld seines dritten UFC-Kampfes prognostiziert, dass er der Erste sein werde, der Manuwa, die Weltnummer 3 in der Halbschwergewichtsklasse, in der ersten Runde besiegen werde. «Und ich habe Wort gehalten! Ich weiss nicht, was in meinen Händen ist, aber da muss Dynamit drinstecken.» Für den 37-jährigen Manuwa war es erst die dritte Niederlage in seiner langjährigen Karriere. Oezdemir hingegen steht nun auch nach drei Kämpfen mit einer blütenweissen Weste da. Zählt man alle seine Martial-Arts-Kämpfe, also auch jene in unterklassigen Organisationen, stehen beim Freiburger gar 16 Siege nur gerade einer Niederlage gegenüber.

«Jetzt bin ich bereit für die nächste Herausforderung», erklärte Oezdemir, der seinem neuen Kampfnamen «No ­Time» alle Ehre machte. Der Aufstieg des Newcomers, der erst Anfang Jahr einen Vertrag mit der UFC unterschrieben hat, geht also unvermindert weiter. Zuletzt hatte er bereits den aufstrebenden Misha Cirkunow in nur 28 Sekunden bezwungen. «Ich denke, mein Einstieg in die UFC ist einzigartig. Vor dem Kampf gegen Cirkunow kannte mich niemand, ich kam aus dem Nichts. Die Leute haben immer an mir gezweifelt und in jedem Kampf strafte ich sie Lügen», sagte Oezdemir am Samstag. «Ich mag das. Diese Ausgangslage motiviert mich.»

Die Zukunft Oezdemirs sieht spätestens nach dem Sieg gegen Manuwa rosig aus. «Manuwa war als Herausforderer des Titelträgers vorgesehen. Ich denke, dass ich es verdiene, jetzt diesen Platz einzunehmen. Ich habe eine wirklich gute Leistung gezeigt und nun drei Top1-10-Kämpfer in Folge geschlagen, ich verdiene den Titelkampf wirklich.»

Nun gegen Jones?

Ob Oezdemir tatsächlich seine Chance gegen den neuen und alten Halbschwergewichts-Champion Jon Jones (USA) erhält, der in Anaheim im Hauptkampf seinen Widersacher Daniel Cormier im Rückkampf entthronte, wird sich in den nächsten Wochen weisen. Kriegt Oezdemir den Kampf, wäre er seinem grossen Ziel einen Schritt näher. Er will so schnell wie noch kein anderer zum Weltmeistertitel stürmen – schliesslich hat er «no time».

«Ich weiss nicht, was mit meinen Händen passiert, aber da muss Dynamit drinstecken.»

Volkan Oezdemir

UFC-Kämpfer