unihockey 04.01.2018

Floorball Freiburg visiert Platz vier an

Richard Kaeser: «Platz vier oder fünf entspricht unserer Realität.»
Die erste Saisonhälfte ist Floorball Freiburg mit dem fünften Rang vorzüglich gelungen. Der NLB-Aufsteiger hat sein Ziel deshalb revidiert und strebt nun Platz vier und damit das Heimrecht in der ersten Playoff-Runde an.

Zehn Siege aus 15  Partien, die drittbeste Defensive der Liga und Zwischenrang fünf: NLB-Aufsteiger Floorball Freiburg ist der Einstieg in die zweithöchste Spielklasse mit Bravour gelungen. «Das ist das absolut optimale Szenario für uns», sagt Richard Kaeser. Man habe sich schon Chancen ausgerechnet, erklärt der Trainer, «aber dass es am Ende so aufgegangen ist, bestätigt unsere Qualität und die gute Arbeit, die geleistet wurde.»

Die grosse Stärke der Freiburger sei das ausgeglichene Kader. «Das hat sich insbesondere in den vielen Doppelrunden gezeigt. Konstant mit drei Linien Gas geben zu können und auch mal Auswechselspieler laufen lassen zu können, bringt enorm viel.» Im Vergleich zu anderen Teams habe Floorball das breitere Fundament, erklärt Kaeser. «Das ist sicher kein Nachteil.» Überraschend ist für den Trainer der fünfte Rang aber keineswegs. «Platz vier oder fünf entspricht unserer Realität.» Deshalb wurde bereits im Dezember das Saisonziel ein Stück weit revidiert. Nicht mehr der Ligaerhalt steht im Vordergrund, sondern eine gute Position hinsichtlich der Playoffs. «Wir wollen den vierten Platz, damit wir in der ersten Runde das Heimrecht geniessen.» Das sei ein typisches Ziel für Floorball Freiburg. «Ambitioniert, aber erreichbar. Das passt zu uns.»

Potenzial in den Special Teams

Um diese Vorgabe zu erfüllen, gilt es für die Freiburger noch vorhandenes Steigerungspotenzial auszuschöpfen. «Nicht immer gelang es uns bisher, den Fokus über die ganzen 60 Spielminuten zu behalten», erklärt Kaeser. Bestes Beispiel dafür sei der letzte Match vor Weihnachten beim Vorletzten March-Höfe Altendorf gewesen, als die Freiburger beim 13:9-Sieg im letzten Abschnitt noch fünf Gegentore kassiert haben. «Das ging mit meiner Vorstellung, die beste Defensive der Liga zu stellen, natürlich nicht einher.» Auch die Chancenauswertung sei verbesserungswürdig, so Kaeser. Und schliesslich haben die Freiburger in den Special Teams noch viel Luft nach oben. «Darin waren wir lange Zeit ganz schlecht.» Explizit trainieren liess Kaeser das Power- und Boxplay über die Festtagspause aber nicht. «Das ist ein laufender Prozess.»

Ein Grund für die Schwäche in den Spezialsituationen sei mitunter das Fehlen einzelner verletzter Spieler gewesen. «So konnten wir nie eine gewisse Kontinuität reinbringen.» Das soll sich nun ändern, Floorball Freiburg kann ohne Verletzungssorgen ins neue Jahr starten. Auch Valentin Vonlanthen, der bisher ausgefallen war, ist wieder zurück. «Er ist keiner, der zaubert; aber Valentin ist ein Spieler, der unheimlich viel Energie reinbringt.»

Wechsel im Kader gab es derweil keine. «Als wir gemerkt haben, dass wir in dieser Liga mitspielen können, haben wir dieses Thema früh abgehakt», hält Kaeser fest.

Heimspiel gegen Sarnen

Die Freiburger nehmen den Meisterschaftsbetrieb am Samstag (20 Uhr, Heilig-Kreuz-Halle) mit dem Heimspiel gegen Ad Astra Sarnen wieder auf. In der Vorrunde hatte der Aufsteiger gegen die Obwaldner auswärts in der Overtime gewonnen. Mit einem neuerlichen Sieg könnte Floorball sogleich den Sprung auf den angestrebten vierten Platz schaffen. «Es ist natürlich von Vorteil, wenn es gleich mit einem solchen Spiel losgeht», freut sich Kaeser. Das nötige Selbstvertrauen bringen die Freiburger mit. Vor Weihnachten setzten sie sich auswärts gegen das ebenfalls vor ihnen klassierte Langenthal durch. «Dieser Erfolg hat uns enorm Mut gemacht.»

Übermütig sind die Freiburger indes nicht. Ein Durchmarsch in die NLA sei weit entfernt, stellt Kaeser klar. «Die Viertelfinals können und wollen wir überstehen. Dann aber sind Teams wie Basel, Thurgau oder auch Sarnen grundsätzlich einen Zacken besser als wir.»

Männer. NLB. Rangliste (alle 15 Spiele): 1. Unihockey Basel Regio 41. 2. Thurgau 32. 3. Astra Sarnen 31 (+27). 4. Langenthal Aarwangen 31 (+15). 5. Floorball Freiburg 29. 6. Davos-Klosters 20 (+9). 7. UH Gordola 20 (-10). 8. UHC Sarganserland 19. 9. Ticino Unihockey 16. 10. UHC Grünenmatt 15. 11. March-Höfe Altendorf 10. 12. Pfannenstiel Egg 6.

Nationalliga A Frauen

Ärgera Giffers mit überraschend guter Ausgangslage

«Wir haben sämtliche Erwartungen übertroffen», sagt Ärgera-Trainer Jan Jungo. Mit elf Punkten aus ebenso vielen Spielen belegen die Senslerinnen in der NLA den siebten Platz. «Damit sind wir mehr als zufrieden. Die Fachmagazine hatten uns abgeschlagen auf den letzten Platz getippt.» Nun hat Ärgera bereits sechs Punkte mehr auf dem Konto, als es in der gesamten letzten Saison geholt hatte, und ist auf Playoff-Kurs. «Wir wussten, dass es mit dem schmalen Kader schwierig wird. Aber die Qualität bei den vorhandenen Spielerinnen ist da. Sie geben 100  Prozent.»

Mit Sarah Soom stiess über die Festtage eine neue Stürmerin von 1.-Ligist Burgdorf zu den Freiburgerinnen. Dank ihr und den weiteren Angreiferinnen Carole Bertschy (zuletzt Doppellizenz mit Belp, nun definitiv bei Ärgera) und der 17-jährigen Lara Jungo (eigene Juniorinnen) ist die Personaldecke ein bisschen weniger dünn geworden – auch wenn drei andere Spielerinnen nach intensiven Gesprächen abgesagt haben. «Damit habe ich nun knappe drei Linien zur Verfügung.»

Mit sechs Zählern Vorsprung auf den Playoff-Strich steigt Ärgera ins 2018. «Das ist nichts. Für uns fängt jetzt eine neue Saison an.» Am Samstag in Winterthur habe man die erste Chance auf Punktezuwachs. «Danach geht es dann endgültig los mit den Spielen gegen die hinter uns klassierten Zug, Waldkirch-St. Gallen und Frauen­feld.»

fs

Frauen. NLA. Rangliste (alle 11 Spiele): 1.  Piranha Chur 32. 2. Dietlikon 24 (+40). 3.  Bern Burgdorf 24 (+17). 4. Emmental Zollbrück 22. 5. Rychenberg Winterthur 19. 6. Berner Oberland 14. 7. Ärgera Giffers 11. 8. Frauenfeld 8. 9. Waldkirch-St. Gallen 5. 10. Zug United.