Unihockey 04.04.2017

Die Nationalliga B zum Greifen nah

Der Freiburger Valentin Vonlanthen (r.) wird in der Ecke von Philippe Grütter bedrängt.
Nach einer bitteren 4:8-Niederlage letzten Freitag konnte UH Freiburg am Sonntag in der Best-of-5-Serie gegen Unihockey Mittelland wieder aufholen. Somit fehlt nur noch ein Sieg für den Aufstieg in die NLB.

Freiburg ist im Unihockeyfieber: 783 Zuschauer besuchten am Sonntag das dritte Aufstiegsspiel von UH Freiburg in der Heilig-Kreuz-Halle. Sie bekamen ein spannendes Spiel geboten, die Nerven lagen bis in die letzten Sekunden blank: Obwohl die Saanestädter zeitweise 5:0 führten, konnte Unihockey Mittelland, aus der Region Olten-Zofingen, in der 43. Minute den Ausgleich zum 6:6 erzielen. Was folgte, war ein harter Schlusskampf um den Sieg.

Freiburg legt vor

Das erste Freiburger Tor kam ausgerechnet von der zweiten Linie, die aufgrund der krankheitsbedingten Absenz des Center-Spielers Jvan Streit einige Änderungen erfahren hatte. Ein Angriffsspieler wurde ins Center umplatziert und seinerseits durch den 18-jährigen Loris Roulin ersetzt. Der Freiburger Junior setzte in der 4. Minute mit 1:0 ein grosses Ausrufezeichen. Nach dem 2:0 durch das erfahrene Duo Olivier Müller/Daniel Kaeser (5.) war es in der 11. Minute erneut der aus Treyvaux stammende Roulin, der zum 3:0 für die Heimmannschaft verwertete. Stürmerkollege Elia Aerschmann sorgte nach einer schönen Einzelleistung kurz vor der ersten Pause für den vierten Treffer der Freiburger – auch dieser war ein Produkt der neu formierten Linie, die einwandfrei harmonierte. «Wir sind sehr froh, ist diese Idee aufgegangen», so der Freiburger Trainer Richard Kaeser. «Das zeigt die Stärke der Mannschaft, ihre Flexibilität im Kopf.»

Dreiminütiges Tief

Nach dem von Basil Aersch­mann mit Leichtigkeit verwerteten Penalty zum 5:0 (26.) schien der Ausgang der Partie klar. Doch statt den Schwung des fünften Tores mitzunehmen, fielen die Freiburger in ein Loch. Drei schnelle Gegentore innerhalb von nur drei Minuten (26./27./28.) machten deutlich, dass die Gastmannschaft nicht abgeschrieben werden durfte. «Der Gegner spielte gut zusammen und bewegte sich viel», analysierte der zweifache Torschütze Loris Roulin die Baisse seines Teams. Obwohl die Gäste wiederum nur mit zwei Linien durchspielten und Freiburg mit drei, trafen beide Teams im Verlaufe des zweiten Drittels noch je einmal zum 6:4-Zwischenstand.

Die Kulisse in der Heilig-Kreuz-Halle war bereits der NLB würdig.

Nach einem weiteren Gegentor nur sechs Sekunden nach Anpfiff des dritten Drittels sowie dem Ausgleichstreffer in der 43. Minute war der einst so schöne Freiburger Vorsprung endgültig dahin. Captain Olivier Müller brachte die Einheimischen durch einen präzisen Schuss zwar wieder in Führung (50.), doch praktisch im Gegenzug gelang den Mittelländern wieder der Ausgleich. Es folgte ein intensives Hin- und Her. In der 53. Minute brachte Jonathan Stirnimann Freiburg mit dem 8:7 wieder in Front.

In den letzten Minuten leistete sich Olten Zofingen einen Wechselfehler und musste wegen der daraus folgenden Zwei-Minuten-Strafe die Schlussphase in Unterzahl absolvieren. Die Mittelländer ersetzten ihren Torhüter durch einen Feldspieler und wollten so den Ausgleich erzwingen. Ihre Angriffsbemühungen blieben aber erfolglos.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schlussphase der Partie (Video: Unihockey Fribourg)

Hart auf hart

Die dritte Partie der Best-of-5-Serie verlief ausgeglichen und fair, aber hart. Spieler flogen über die Banden, der ehemalige deutsche Nationalspieler Manuel Mucha verliess das Spielfeld in der 14. Minute mit blutender Nase, und immer wieder pfiffen die Schiedsrichter Stockschläge. «Es ging mehr zur Sache als noch vor einer Woche», bestätigte Trainer Richard Kaeser. Das sei zumindest von Freiburger Seite allerdings sogar erwünscht: «Wir sind es so gewohnt, und sind gerne mal die Mannschaft, die etwas härter spielt.» Jetzt habe aber erst einmal die Regeneration Priorität, damit Freiburg voller Energie ins nächste Spiel starten könne.

Dieses findet am kommenden Freitag in Olten (20 Uhr) statt. Mit einem Sieg könnte Unihockey Freiburg als erste Mannschaft aus der Romandie den Aufstieg in die Nationalliga perfekt machen.

Telegramm

Freiburg - Olten Zofingen 8:7 (4:0, 2:4, 2:3)

Freiburg, Heilig-Kreuz-Halle. – 783 Zuschauer. – SR: Kaiser/Schoch. Tore: 4. L. Roulin (V. Vonlanthen) 1:0. 5. D. Kaeser (O. Müller) 2:0. 11. L. Roulin (M. Weibel) 3:0. 19. E. Aerschmann (V. Vonlanthen) 4:0. 26. B. Aerschmann 5:0. 26. J. Niggli (S. Pauli) 5:1. 27. S. Merian (M. Tamme) 5:2. 28. R. Pass (J. Niggli) 5:3. 38. V. Vonlanthen (E. Aerschmann) 6:3. 40. D. Mucha (R. Pass) 6:4. 41. S. Merian (S. Schneiter) 6:5. 43. D. Mucha (T. Merian) 6:6. 50. O. Müller (J. Stirnimann) 7:6. 51. D. Mucha (R. Pass) 7:7. 53. J. Stirnimann (D. Kaeser) 8:7.

Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Freiburg, 2-mal 2 Minuten gegen Olten Zofingen.

Olten Zofingen - Freiburg 8:4 (4:2, 2:1, 2:1)

Turnhallen BBZ, Olten. – 245 Zuschauer. – SR: Preisig/Schaffter. Tore: 2. D. Mucha 1:0. 2. B. Aerschmann (J. Stirnimann) 1:1. 3. D. Mucha (M. Mucha) 2:1. 7. D. Mucha (R. Pass) 3:1. 8. D. Kaeser (J. Stirnimann) 3:2. 20. S. Merian 4:2. 23. M. Flury (S. Schneiter) 5:2. 24. V. Vonlanthen (E. Aerschmann) 5:3. 38. D. Gratwohl (M. Mucha) 6:3. 48. M. Flury (S. Schneiter) 7:3. 53. S. Merian (M. Mucha) 8:3. 55. L. Roulin (M. Weibel) 8:4. Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Olten Zofingen. 2-mal 2 Minuten gegen Freiburg.

Stand Auf-/Abstiegsplayoff 1. Liga/NLB (best of 5): Freiburg - Olten Zofingen 2:1.