Unihockey 10.01.2017

Ärgera wartet weiter auf die Wende

Christelle Wohlhauser erzielte gegen den Tabellenleader Chur den ersten Treffer für Ärgera Giffers.
Das NLA-Unihockeyteam Ärgera Giffers ist mit einer Niederlage ins neue Jahr gestartet. Beim Tabellenleader Piranha Chur verkauften sich die Senslerinnen allerdings besser, als es das 11:6-Resultat erahnen lässt.

Für das erste Spiel im neuen Jahr erwartete die Unihockeyspielerinnen von Ärgera Giffers niemand Geringeres als der Schweizermeister und aktuelle NLA-Leader Piranha Chur. Nach zuletzt zwei guten Leistungen in den Direktbegegnungen wollten die Senslerinnen nun erstmals Punkte mitnehmen. Doch sie schienen noch im Winterschlaf festzustecken. Zu Beginn liess man den Gegnerinnen in der eigenen Hälfte viel zu viele Freiräume. Das erste Tor in der dritten Spielminute fiel wie aus dem Nichts nach einem Weitschuss aus Piranhas Verteidigung. Der Ball fand irgendwie durch die zahlreichen Füsse und Stöcke hindurch den Weg ins Tor und brachte Giffers sogleich ins Hintertreffen. Noch in derselben Minute doppelten die Churerinnen nach, auch diesem Treffer ging keine zwingende Chance voraus. Gleiches Bild beim 3:0: Giffers liess den Gegner brav gewähren, und dieser sagte artig Danke schön (12.).

Giffers früh in Rücklage

Ärgera hatte sich viel vorgenommen und schien nach gut der Hälfte des ersten Drittels bereits geschlagen. In der 18. Minute erkämpfte sich indes Mia Saari in der gegnerischen Ecke den Ball, passte scharf vors Tor, wo Christelle Wohlhauser heranrauschte und das 3:1 erzielte (18.). Die Freude währte jedoch nur kurz: Just vor der ersten Drittelspause stellte Chur den Dreitorevorsprung wieder her.

Das Mitteldrittel nahm Ärgera mit einer offensiveren Taktik in Angriff und versuchte, den Piranhas durch hohes Pressing das Leben schwer zu machen. Doch erneut war es Chur, das zum ersten Mal traf und auf 5:1 davonzog. Wohlhauser verkürzte in der 26. Minute zwar im Powerplay, doch wieder musste Ärgera postwendend einen Rückschlag einstecken, als Sonja Putzi ihren dritten Treffer erzielte.

Giffers behält Moral

Wer Giffers nun beim Lecken der eigenen Wunden erwartete, sah sich allerdings getäuscht. Die wohl beste Eigenschaft der Senslerinnen – bis zum Schluss weiterzukämpfen – kam nun zum Tragen. Erst netzte Léa Bertolotti per Direktschuss zum 6:3 ein (38.), dann erwischte in derselben Minute auch noch Verteidigerin Isabelle Wyder mit einem verdeckten Weitschuss Churs Torhüterin in der nahen Ecke. Nachdem Ulber noch einmal traf, ging es mit einem 7:4 in die zweite Pause. Zwar hatte Ärgera das zweite Drittel ausgeglichen gestalten können (3:3), weil aber in der Defensive zu oft der Wurm drin war, lag Giffers weiterhin in Rückstand.

Kurz nach Wiederanpfiff hauchte Valentina Dazio den Gästen mit dem 7:5 neues Leben ein. Giffers hatte definitiv nichts mehr zu verlieren, und mit dem Rücken zur Wand spielt Ärgera bekanntlich am besten. Es folgte der Knackpunkt des Spiels, als Giffers beim Stand von 7:5 einen Penalty zugesprochen erhielt; Martina Buri zog gegen die Torhüterin aber den Kürzeren. Als Chur dann in Unterzahl das 8:5 erzielte, waren die Fronten geklärt (53.). In der Schlussphase des Spiels versuchten die Senslerinnen zwar noch einmal alles, aber das zwischenzeitliche 6:9 von Maria Ruffieux bedeutete schon das höchste der Gefühle. Auch ohne Torhüterin und mit sechs Feldspielerinnen konnten zwar Chancen erspielt, aber keine mehr genutzt werden. Piranha konnte im Gegenzug von noch mehr Freiraum profitieren und zeigte ein Beispiel von Effizienz.

Zu viele individuelle Fehler

Das Schlussresultat fiel mit 11:6 (zu) deutlich aus, zu wenig resolut agierte Giffers in der Defensive. Wer gegen Chur sechs Tore erzielt und trotzdem verliert, hat allen Grund, sich zu ärgern. Zu viele individuelle Fehler waren im Spiel der Giffersnerinnen, um gegen den Titelverteidiger einen Exploit schaffen zu können. Da nützte es auch nichts, dass Ärgera in manchen Situationen seine Torgefährlichkeit unter Beweis stellen konnte. chw

Telegramm

Chur - Ärgera Giffers 11:6 (4:1, 3:3, 4:2)

Gewerbliche Berufsschule, Chur. – 189 Zuschauer. Tore: 3. Marti (Wieland) 1:0. 3. Ulber (Dominioni) 2:0. 12. Spichiger (Dominioni) 3:0. 18. Wohlhauser (Saari) 3:1. 20. Putzi (Marti) 4:1. 25. Putzi (Marti) 5:1. 26. Wohlhauser (Wyder) 5:2. 31. Putzi (Von Rickenbach) 6:2. 38. Bertolotti (Wieland) 6:3. 38. Wyder (Köstinger) 6:4. 39. Ulber (Spichiger) 7:4. 42. Dazio (Buri) 7:5. 53. Breu (Buchli) 8:5. 53. Putzi (Dellagiovanna) 9:5. 54. Ruffieux (Dietrich) 9:6. 57. Ulber (Dominioni) 10:6. 59. Marti (Putzi) 11:6. Strafen: 2-mal 2 Min. gegen Chur.

UHC Ärgera Giffers: Roux; Wyder, Gross; Ruffieux, Wohlhauser, Köstinger; Wieland, Dietrich; Bertolotti, Saari, Dazio; Stump, Kullaa; Gnaegi, Ganz, Rumo; Buri.

NLA. Frauen. Rangliste: 1. Piranha Chur 15/39. 2. Dietlikon 15/35. 3. Bern-Burgdorf 15/34. 4. Zug 15/20. 5. Emmental Zollbrück 15/19. 6. Red Ants Winterthur 15/18. 7. Frauenfeld 15/10. 8. Giffers 15/5.