Unihockey 14.03.2017

Am Ende zitterten die Hände

Die beiden Freiburger Spieler Elia Aerschmann (l.) und Jvan Streit verbarrikadieren das eigene Tor.
Unihockey Freiburg hat Spiel eins des 1.-Liga-Finals gegen Luzern 5:4 gewonnen. Nach einer scheinbar beruhigenden 4:0- und 5:1-Führung wurde es am Ende gegen die offensiv starken Gäste noch einmal eng. Am Samstag hat Freiburg den ersten Matchball.

Die Freiburger begannen die Partie mit viel Schwung und vermochten die Luzerner bald einmal in ihre eigene Platzhälfte zurückzudrängen und Druck auf das Tor zu erzeugen. Luzern seinerseits wollte mit nur zwei Linien seine besten Kräfte forcieren, um so den Gastgebern Paroli zu bieten. Allerdings ging dieser Versuch schief, denn zuerst gelang den Freiburgern das 1:0 etwas glücklich via Abpraller an einem Luzerner Verteidiger. Und wenig später legten Ivan Streit mittels sattem Nachschuss sowie Jean-Phi­lipp Brodard mit einem Backhandschuss den Grundstein für den Sieg mit einem Doppelschlag innert acht Sekunden. Auch in der Folge blieben die Freiburger tonangebend, während Luzern – nunmehr mit drei Linien – nur selten gefährlich vor das Tor von Freiburg-Hüter Stefan Krattinger kam.

Spannung pur am Ende

Das zweite Drittel begann für die Einheimischen ideal, denn nach vier Minuten profitierte Captain Olivier Müller von einer schönen Vorarbeit von Daniel Kaeser, der ihn von hinter dem Tor mustergültig bediente. Danach verflachte das Spiel etwas – auf beiden Seiten gab es etwelche Fehler, Torchancen blieben weitgehend aus. Das änderte sich, als in der 34. Minute erstmals ein Freiburger auf die Strafbank wanderte. Luzern zog ein eindrückliches Powerplay auf. Setzte dabei erstmals auch den Finnen Jarkko Penttinen ein, der die Bälle verteilte, während sein wirbliger Landsmann Tomi Travanti im Slot auf den gelungenen Pass wartete und einen solchen schliesslich auch erfolgreich verwertete. Danach wurde die Partie zunehmend gehässiger, was zu einer Strafe auf beiden Seiten, aber zu keinem weiteren Tor führte. Auf Freiburger Seite verpasste Olivier Müller allerdings vor dem praktisch leeren Tor (37.).

Als zu Beginn des letzten Abschnitts die Freiburger mit 5:1 vorlegten, schien das Spiel gelaufen, Luzern war schlicht offensiv zu harmlos, als dass man ihnen noch ein Aufholen zutraute. Da unterschätzte man allerdings den Kampfgeist der Innerschweizer: Plötzlich waren sie es, die drückten, die die Freiburger in ihre eigene Verteidigungszone zurückdrängten. Und die Luzerner profitierten von einigen Stellungsfehlern, die ihnen kurz hintereinander zwei Tore ermöglichten. Freiburgs Trainer Richard Kaeser nahm nach dem dritten Treffer ein Timeout, versuchte damit, den Lauf des Gegners etwas zu unterbrechen und gleichzeitig sein Team wieder zu sammeln. Das gelang zwar vorerst, zwei Minuten vor Schluss glückte jedoch Jarkko Penttinen doch noch der Anschlusstreffer. Somit waren die beiden letzten Minuten an Spannung kaum mehr zu überbieten, und nun erwachten neben den lautstarken Luzerner Fans auch die Freiburger Zuschauer. So retteten sich die Freiburger über die Zeit.

Eine tolle Atmosphäre

Luzerns Trainer Sergio Lämm­ler ärgerte sich nach der Partie über den verschlafenen Start: «Wir begannen überhaupt nicht so, wie wir uns das vorgenommen hatten. Wenn man ein Drittel derart verschläft, wird es natürlich sehr schwierig. Ich kann nicht ganz nachvollziehen, wieso wir derart gehemmt ins Spiel stiegen.» Immerhin gefiel ihm die Aufholjagd im letzten Drittel: «Wir haben da sicher gesehen, dass wir Freiburg auch dominieren können. Das ist eine wichtige Erkenntnis für das zweite Spiel.» Wesentlich besser war die Laune natürlich bei Freiburgs Coach Richard Kaeser: «Es ist einfach toll, vor so vielen Zuschauern und in dieser Atmosphäre zu spielen. Es ist für alle ein einmaliges Erlebnis.» Sein Team sei sehr konzentriert in die Partie gestartet. «Zu Beginn lief auch der Ball für uns», bilanzierte Kaeser. Am Schluss seien seine Spieler jedoch nervös geworden: «Ja, plötzlich schlichen sich bei uns Fehler ein, zudem verpassten wir es, in dieser Phase einen Konter erfolgreich abzuschliessen und damit den Gegner endgültig zu knicken. Aber es war mir schon klar, dass wir mit einer starken Schlussoffensive rechnen mussten.» Für die Partie am nächsten Samstag in Luzern ist Richard Kaeser zuversichtlich: «Der Gegner ist jetzt unter Zugzwang. Und er wird nicht ein ganzes Spiel lang derart druckvoll agieren können wie zum Schluss von Spiel eins.»

Telegramm

Freiburg - Luzern 5:4 (3:0, 1:1, 1:3)

Heilig-Kreuz-Halle. 611 Zuschauer. – SR: Pao Kohli, Thierry Kuhn. Tore: 8. Eigentor 1:0; 11. (10:21) Streit 2:0; 11. (10:29) Brodard (Meyer) 3:0; 24. Müller (Kaeser) 4:0; 35. Travanti (Nieminen; Ausschluss Meyer) 4:1; 47. Köstinger (B. Aerschmann) 5:1; 52. Wyss (Blum) 5:2; 54. Travanti (Jeffrey; Ausschluss Rappo) 5:3; 58. Penttinen (Nieminen) 5:4.

UH Freiburg: Krattinger; Köstinger, B. Aerschmann; Staub, Jungo; Meyer, Weibel; Kaeser, Stirnimann, Müller; Streit, Vonlanthen, E. Aerschmann; Zufferey, Brodard, Zürcher; Rappo.

UH Luzern: Graf; Stucki, Bobst; Wagner, Machala; Brönnimann, Muggli; Penttinen; Petermann, Jeffrey, Wyss; Blum, Nieminen, Travanti; Gambani, Sievi, Fischer.

Stand Serie (best of 3): 1:0.