Plaffeien 09.01.2017

«Tante Jutta vo Kalkutta» in Plaffeien

Rechtsanwalt Nägeli kommt überraschend schnell zu einer Familie.
Die Habgier steht im Mittelpunkt des Schwankes der Theatergesellschaft Plaffeien, der am Sonntag Premiere feierte.

Die Theatergesellschaft Plaffeien wagt sich mit «Tante Jutta vo Kalkutta» an ein Stück, das schon ihre Vorgänger gespielt hatten. Und sie verleiht ihm zum Beispiel durch Michael Stöckli in Frauenkleidung neue Würze.

Im Schwank, der am Sonntag im Landgasthof Hirschen Premiere feierte, jagt ein Ereignis das nächste: Dr. Hans Nägeli ist zwar als erfolgsgekrönter Rechtsanwalt am oberen Ende der Gehaltsskala, aber er kriegt den Hals nicht voll genug. Und dies trotz der regelmässigen Zustupfe seiner gutmütigen, obgleich naiven Tante Jutta aus Kalkutta. Um sich jeden Luxus leisten zu können, täuscht der überzeugte Junggeselle nicht nur eine Hochzeit mit einer inexistenten Frau namens Eva vor, sondern auch die Geburt eines Kindes und kassiert damit viel Geld.

Die Wende

Der dramatische Wendepunkt kommt mit dem Besuch der Tante Jutta. Da gerät er ganz schön ins Schwitzen. Wo bekommt er so schnell eine Frau, ein Kind und erst noch einen Schwiegervater her? Doch dieses Problem löst sich fast von allein. So ist er selbst am meisten erstaunt, wie schnell er zu «seiner Familie» kommt.

Ein Cross-Dressing der witzigsten Art, das Michael Stöckli zu verdanken ist. Der hochgewachsene, schlanke Stöckli sieht mit der Perücke und dem Blumenkleid besser aus, als dies der Fall sein sollte, und legt eine zugleich charmante und zum Brüllen komische Art an den Tag. Das Stück hat in der Theatergesellschaft Plaffeien Tradition, sagen die beiden Regisseure Angelo Hayoz und Urban Mauron: Schon vor vielen Jahren hat diese das Stück unter dem Namen «Familie Nägeli» aufgeführt.

Zum Stück

Eine Geschichte über die Habgier

«Tante Jutta vo Kalkutta» ist nicht zuletzt ein Stück über Habgier. Die Quelle des Geldflusses ist die grosszügige Tante Jutta (Brigitte Neuhaus). Von ihrem Reichtum profitieren wollen Dr. Hans Nägeli (Elmar Zbinden) sowie Emil Brückner (Michael Stöckli), der dann in die Rolle der Eva schlüpft. Auch Heiri Tuchschmied (Urban Mauron), ein Mandant des Doktors, ist sich um des schnöden Mammons willen für kein Kleinverbrechen zu schade. Der Butler Ferdinand (David Mauron) und seine Frau Marie (Anita Zehnder) machen bei der Farce ebenfalls mit. Doch eines ist wichtiger als Geld: die Liebe. So kämpfen Nägeli und Brückner um das Herz von Hilda (Sabrina Binggeli) – ganz zur Unfreude von Brückners Freundin Mizzi Bolliger (Tamara Gauch). Für Ordnung sorgen in diesem Durcheinander der Polizist Rüegg (Angelo Hayoz) und die Ärztin Trudi Brüllisauer (Bernadette Aeby). Das Stück wurde einmal als «Familie Nägeli» aufgeführt.

kf