Ueberstorf 12.10.2017

Polizei und Fri Up suchen Sensler

Gleich von zwei Seiten ging gestern ein Aufruf an die Sensler Bevölkerung: Die Kantonspolizei sucht dringend Deutschsprachige, und der Verein Fri Up möchte mehr Jungunternehmer aus dem Sensebezirk unterstützen.

Der statutarische Teil war schnell erledigt. Somit standen an der gestrigen Delegiertenversammlung des Gemeindeverbandes Region Sense im Gasthof zum Schlüssel in Ueberstorf schnell einmal die beiden Gastreferenten im Mittelpunkt. Einer von ihnen war Gallus Risse, Chef der mobilen sowie der bürgernahen Polizei des Saane- und Sensebezirks. Seinen Auftritt hatte Manfred Raemy, Oberamtmann und Präsident der Region Sense, kurzfristig organisiert.

Der Grund: Deutschsprachige würden immer wieder kritisieren, dass bei der Einsatzzentrale in Freiburg nur Welsche antworten. Risse zeigte den Delegierten aus den Sensler Gemeinderäten auf, weshalb es manchmal einfach nicht anders geht und Deutschsprachige Notfälle auf Französisch melden müssen. «Wir haben schlicht zu wenig Deutschsprachige, wir suchen Sensler», betonte er. In der Einsatzzentrale, wo pro Tag im Schnitt 264 Notrufe entgegengenommen werden, würden immer vier Personen gleichzeitig arbeiten, und einer davon spreche Deutsch. Deshalb könne er nicht garantieren, dass bei allen deutschsprachigen Anrufern auch ein Deutschsprachiger antworte.

«Als dynamischer Sensler kann man sich bei der Polizei gut durchsetzen und als Kader ­reüssieren.»

Gallus Risse

Regionenchef bei der Freiburger Kantonspolizei

 

Von den 722 Mitarbeitern der Kantonspolizei seien 26 Prozent deutschsprachig. Nächstes Jahr werden sieben deutschsprachige Aspiranten die Polizeischule besuchen. «Zu wenig», wie Gallus Risse betonte. Die Polizei habe grosse Probleme, genügend fähige deutschsprachige Kandidaten für die Polizeischule zu rekrutieren. Viele würden da­ran zweifeln, dass ihr Basisfranzösisch ausreiche. Das sei eine falsche Annahme. «Es reicht», betonte Risse und erklärte, dass die Kantonspolizei Mitte Oktober im deutschsprachigen Kantonsteil eine grosse Rekrutierungskampagne lanciere. «Als dynamischer Sensler kann man sich bei der Polizei gut durchsetzen und als Kader reüssieren», warb er für seinen Berufsstand.

Start-up-Unternehmer gesucht

Auch Markus Ith, Coach für Firmengründungen beim Verein Fri Up, rief nach den Senslern. Er stellte das Gründungszentrum Nord in Murten vor, das Start-up-Unternehmen unterstützt; seit zwei Monaten unter anderem die Gustav Manufactur von Musiker Pascal Vonlanthen. Es seien viel zu wenig Sensler bei Fri Up unter Vertrag, sagte Ith und rief die Delegierten dazu auf, die Sensler zu ermutigen, mit ihrem Start-up bei Fri Up anzuklopfen. Oberamtmann Manfred Raemy rief in Erinnerung, dass die Region Sense das Gründerzentrum für dessen Aufbau mit 10 000 Franken unterstützt hatte. Für 2018 sind 5000 Franken im Budget vorgesehen.

Voranschlag 2018

66 000 Franken für Projekte

Die Delegierten des Gemeindeverbandes Region Sense haben gestern Abend in Ueberstorf das Budget 2018 des Verbands einstimmig und diskussionslos genehmigt. Es sieht Ausgaben und Einnahmen von 642 000 vor. Wie Verbandspräsident Manfred Raemy erklärte, sind rund 66 000 Franken für Projekte aus den Legislaturzielen vorgesehen – etwa aus den Bereichen Tourismus oder Energiestadt. Welche genau, das werde noch definiert und zu gegebener Zeit dem Vorstand vorgelegt.

Raemy informierte zudem darüber, dass der neue kantonale Richtplan am 30. November im Podium in Düdingen von Staatsrat Jean-François Steiert vorgestellt wird.

ak