Schwarzsee 12.09.2017

Hosenlupf um das Schwarzsee-Schwinget

Das Bergkranzfest der Schwinger in Schwarzsee ist seinem Namen in den letzten drei Jahren nicht gerecht geworden, da es in Plaffeien stattfand. Weil noch nicht klar ist, wo die Ausgabe 2018 ausgetragen wird, ist das traditionsreiche Fest in Gefahr.

Während 77 Jahren hatten die Schwinger in Schwarzsee vor schönster Kulisse um den Sieg im Sägemehl gekämpft. 2015 dann zog der Schwarzsee-Schwinget übergangsmässig auf die Pferdesportanlage nach Plaffeien, da das Areal der ehemaligen Militärkaserne Schwarzsee, wo sich der Schwingplatz befindet, umgebaut wurde. Auch in diesem Sommer, zum 80-Jahr-Jubiläum des Bergkranzfestes, wurde in Plaffeien geschwungen, da auf dem Schwingplatz in Schwarzsee ein Sportplatz gebaut wurde. Für den Eidgenössischen Schwingerverband (ESV) ist Plaffeien kein geeigneter Standort für ein Bergkranzfest. «Plaffeien ist ein guter Standort für ein kantonales oder ein Westschweizer Schwingfest. Aber nicht für ein Bergkranzfest», sagt Rolf Gasser, Geschäftsstellenleiter des ESV. Ein solches müsse auf einem traditionellen Schwingplatz stattfinden. «Der Standort muss eines Bergschwingfestes würdig sein.» Der Verband beharre deshalb darauf, dass der Schwarzsee-Schwinget an seinen ursprünglichen Austragungsort zurückkehre. Dies habe er dem Freiburger Staatsrat Anfang Sommer in einem Brief so mitgeteilt.

Ein wichtiger Werbeträger

Weil der Kanton als Besitzer des Areals noch nicht entschieden hat, ob das Schwingfest an den See zurückkehren kann, macht sich auch der Plaffeier Ammann Otto Lötscher grosse Sorgen um die Zukunft des Anlasses. «Der Schwarzsee-Schwinget hat eine 80-jährige Tradition. Er ist ein guter Werbeträger und somit wichtig für den Tourismus in unserer Region», betont Lötscher. Vom kantonalen Amt für Sport alternativ vorgeschlagene Standorte wie der Innenhof des Campus sind für Otto Lötscher keine Option. «Das Schwingfest muss direkt am See stattfinden, die Kulisse dort ist einfach einmalig.»

Auf dem Platz am See, wo das Schwingfest früher stattfand, hat der Kanton diesen Sommer einen neuen Sport-Rasenplatz gebaut, der zum Sport- und Freizeitzentrum des Campus Schwarzsee gehört. In den Augen von Benoît Gisler, Dienstchef des kantonalen Amts für Sport, ist es kaum möglich, auf diesem Terrain ein Schwingfest durchzuführen, ohne dass der Platz Schaden nimmt. Würden für den Aufbau der Tribüne Traktoren herumfahren oder sollte es während des Schwingfestes regnen, würde dies dem Platz zu grossen Schaden zufügen, findet Gisler. Zudem sei das Sportterrain für die Benützung durch Jugendliche vorgesehen. Es sei aber nicht an ihm, über den zukünftigen Standort des Schwingfestes zu entscheiden.

Die Zeit drängt

Der Staatsrat werde an seiner Sitzung vom 19. September auf den Brief des Eidgenössischen Schwingerverbandes antworten, sagt Didier Page, Kommunikationsverantwortlicher der kantonalen Sicherheits- und Justizdirektion, auf Anfrage. Für das Schwingfest steht damit nächste Woche viel auf dem Spiel. Denn will der Schwarzsee-Schwinget zusammen mit dem Brünig, dem Stoos, dem Weissenstein, der Schwägalp und der Rigi eines der sechs Bergkranzfeste bleiben, ist die Durchführung in Schwarzsee zwingend. Ob der ESV 2018 nochmals ein Auge zudrücken würde, kann Rolf Gasser zurzeit nicht sagen. Erich Mauron, OK-Präsident des Schwarzsee-Schwingets, setzt sich auch für die Rückkehr an den altbewährten Standort ein. Und gerät langsam unter Zeitdruck. «Bis Ende September muss das OK die neue Tribüne bestellen können.»

Campus Schwarzsee

Genauer Standort der Turnhalle noch nicht klar

Auf dem Gelände des Campus Schwarzsee, bei der ehemaligen Militärkaserne, ist eine Dreifachturnhalle geplant. Der Grosse Rat des Kantons Freiburg hatte den dazu notwendigen Kredit von gut 7,69 Millionen Franken im November 2016 genehmigt (die FN berichteten). Der Baustart ist inzwischen aber noch nicht erfolgt. Auch eine Anfrage zum Beginn des Baus der Dreifachturnhalle, welche die Grossräte Solange Berset (SP, Belfaux) und Ruedi Schläfli (SVP, Po­si­eux) Anfang April beim Staatsrat eingereicht hatten, ist noch unbeantwortet geblieben.

«Man muss kompakt bauen»

Der Plaffeier Ammann Otto Lötscher hat sich deshalb Mitte letzte Woche per Mail an den Kanton gewandt. Schliesslich habe er vom Bau- und Raumplanungsamt die Antwort erhalten, dass der Standort der Dreifachturnhalle noch nicht klar festgelegt sei. Dass die Halle auf dem heutigen Kiesparkplatz vor dem Campus erstellt wird, ist klar. Noch unklar aber ist, wie nahe die Halle an das bestehende Gelände gebaut werden soll. «Wir möchten so nahe wie nur möglich. Man muss kompakt bauen, damit das Gelände für die Zukunft nicht verbaut wird», so der Syndic. Die Platzverhältnisse seien so oder so eng.

In Verzug

Ursprünglich war der Baubeginn für dieses Jahr und die Inbetriebnahme der Halle für 2018 geplant gewesen. Die Gemeinde Plaffeien wäre gemäss Otto Lötscher froh darüber, wenn der Baustart bald erfolgen würde, damit das Sport- und Freizeitzentrum in Schwarzsee voll genutzt werden kann. Das Zentrum steht Vereinen, Schulen, Gruppen sowie Privatpersonen zur Verfügung. Der Gemeinde sei es aber genauso wichtig, dass der Kanton erst dann handle, wenn das Projekt bis ins letzte Detail gut durchdacht sei, betont Otto Lötscher.

ak