Plaffeien 17.05.2017

Holz als Baustoff besser bewerben

Wo Holzarbeiten schwierig, aber notwendig sind, kommt der Helikopter zum Einsatz: hier beim Hürlibach.
Nur ein gut unterhaltener Wald kann seine Schutzfunktion wahrnehmen. Wegen tiefer Preise lohnen sich Holzschläge kaum. Dies wurde an der Versammlung der Mehrzweckgenossenschaft Schwyberg bemängelt.

Im Gebiet der Mehrzweckgenossenschaft (MZG) Schwyberg-Ättenberg sind 2016/2017 rund 3400 Kubikmeter Holz geschlagen worden, davon 2200 im Rahmen des Schutzwaldprojekts Ättenberg. Revierförster Franz Thalmann beklagte an der Generalversammlung vom Montag einmal mehr die schlechten Preise für das Waldrundholz. Mit 84 Franken pro Kubikmeter liegt der Preis für Nutzholz rund zehn Franken tiefer als etwa vor drei Jahren. Auch für Rotholz und Industrieholz sind die Preise tief. «Würden die meisten Holzschläge nicht von Bund und Kanton unterstützt, wären sie gar nicht mehr zu finanzieren.» Subventionen fliessen vor allem für die Schutzwaldpflege; letztes Jahr waren dies im MZG-Gebiet rund 100 000 Franken.

Schwierig wird die Rentabilität insbesondere dann, wenn sich der Wald in unwegsamem Gelände befindet, so dass das Holz nur per Helikopter ins Tal gebracht werden kann. Diese teure Methode kommt nur dort zum Einsatz, wo viel Schadholz entstanden ist und wo der Schutzwald gezielt Interventionen braucht, damit es zum Beispiel nicht zu Bachverstopfungen kommt. «Es sind hohe Kosten, aber die Methode ist sehr effizient», führte Thalmann aus. So geschehen letzten November im Bereich Hürlibach und Galutzi: 428 Kubikmeter Holz hat der Heli geräumt. Nach Abzug der Kosten und verrechnet mit den Subventionen und dem Verkaufserlös blieb den Waldbesitzern ein Ertrag von rund zwölf Franken pro Kubikmeter Holz.

Von unten Druck machen

«Aus dem Ausland wird viel günstiges Holz importiert. Da können unsere Sägereien oft nicht mithalten», sagte Franz Thalmann. «Wir müssen dagegenhalten, soweit es geht. Die einheimische Sägereibranche muss erhalten bleiben.» Alp­hirt Moritz Boschung, selbst gelernter Zimmermann, rief dazu auf, «von unten her Druck zu machen». Es gebe Millionenbauprojekte in der Region, in denen kein Holz beziehungsweise kein einheimisches Holz verwendet werde. Er ärgerte sich, dass für Häuser im Minergie-Standard geworben wird, die mit Holz aus Polen gebaut sind. Die Genossenschaften sollten mehr informieren.

Damit rannte er offene Türen ein. «Ich bin voll damit einverstanden», sagte Willy Eyer, Verantwortlicher für den Schutz vor Naturgefahren beim kantonalen Waldamt. Es gebe ein paar gute Beispiele, wie etwa das neue Polizeigebäude in Granges-Paccot, bei dem 2300 Kubikmeter Holz verwendet wurden. «Man kann nicht alles befehlen, es braucht auch Trägerschaften und Bauherren, die einsichtig sind.» Er rief den Beschluss des Staatsrates von vor drei Jahren in Erinnerung, der Gemeinden und andere öffentliche Körperschaften bei der Planung von Bauprojekten verpflichtet, auch Holzbauvarianten zu prüfen. «Das wird ab und zu vergessen», so Eyer. Und Isabel Ballmer, neue Leiterin des zweiten Forstkreises, sagte, dass es das Ziel des Waldbauvereins Sense sei, Holz als Baustoff vermehrt ins Gespräch zu bringen. «Es kommt langsam etwas in Bewegung, aber das geht leider nicht von einem Tag auf den anderen.»

Nicht auf Windpark warten

Thema an der Versammlung unter der Leitung von Oskar Lötscher war auch die Sanierung der Schwyberg-Stras­se. Projektleiter Roger Raemy führte aus, dass ursprünglich ein kleineres Projekt geplant war. Nach einem Rutsch bei Schatters Schwyberg im Frühling 2016 wurden Sofortmassnahmen nötig; daraus ergab sich ein Sammelprojekt mit weiteren Sanierungen. So wird die Strasse unter anderem bei Chessler, Schwendli, Buntschena sowie Hohberg für insgesamt 350 000 Franken repariert. Boschung warf die Frage auf, ob sich diese Investition vor dem Entscheid über den geplanten Energiepark lohne. Würden die Windräder gebaut, müsste die Strasse für schwere Laster ausgebaut werden. «Wir können nicht mehr warten», entgegnete Oskar Lötscher. Seit es Pläne für den Windpark gebe, habe man die Arbeiten hinausgeschoben oder nur das Nötigste gemacht. Nach dem Bundesgerichtsentscheid gegen die Windparkzone werde wohl in den nächsten fünf Jahren nichts mehr laufen. «So lange können wir die schadhaften Stellen nicht stehen lassen.»

Roger Raemy wies darauf hin, dass nicht das ganze Geld für die Schwybergstrasse vorgesehen ist. Ein Teil wird für die Behebung der Rutschschäden in Schatters Schwyberg, ein anderer am Hohberg eingesetzt. «Die geplanten Arbeiten sollen den Untergrund stabilisieren. Auf ihnen kann später aufgebaut werden.»

Versammlung

Dritte Etappe der Gurli-Sanierung für 2018 geplant

2016 war für die Mehrzweckgenossenschaft Schwyberg-Ättenberg, die ein Gebiet von 27 Quadratkilometern umfasst, wiederum ein Jahr mit vielen Aktivitäten. Präsident Oskar Lötscher und die Projektleiter informierten unter anderem über den Abschluss der zweiten Etappe der Gurlistrassen-Sanierung, die dritte ist für 2018 geplant. Am Laufen sind noch das Sammelprojekt für die Hofzufahrten und Güterwege sowie die Erschliessungen der Alpen Güger-Lägerli und Untere Schafera. Die Mitglieder haben die Jahresrechnung genehmigt. 2016 sind rund 574 000 Franken investiert worden.

im