Plaffeien 10.02.2018

Extramet in Plaffeien baut weiter aus

Ein Spezialist von Extramet überprüft die die Masse des Softformrohlings.

Der Hartmetall-Hersteller Extramet investiert 21 Millionen Franken in ein neues Produktionsgebäude und in neue Maschinen. Durch den Ausbau sollen in Plaffeien 20 bis 30 neue Jobs entstehen.

1980 als Drei-Mann-Betrieb gegründet und seither permanent erweitert, steht die Sensler Firma Extramet vor einem weiteren Ausbau: Sie investiert an ihrem Standort in Plaffeien sechs Millionen Franken in ein neues Produktionsgebäude mit einer Fläche von 1700 Quadratmetern. Das Baugesuch wurde kürzlich öffentlich aufgelegt.

Der Hersteller von Hartmetall für die Hightechindustrie will mit diesem Schritt den Bereich der Softformerei ausbauen, sprich die Produktion von Formrohlingen verdoppeln – von heute 65 Tonnen auf 120 Tonnen bis in drei Jahren. Das Unternehmen bestätigte entsprechende Informationen der Zeitung «La Liberté».

Jährlich stellt Extramet 400  Tonnen Hartmetall für Werkzeuge her, die in der Auto-, Luftfahrt-, Uhren- und Lebensmittelindustrie sowie in der Medizinal- und Mikrotechnologie verwendet werden. Beim Prozess der Softformerei werden Hartmetallgrünlinge je nach Wunsch des Kunden bereits so vorgeformt und beispielsweise mit Bohrungen versehen, dass sich der Schleifaufwand beim Werkzeughersteller minimiert.

Höhere Wertschöpfung

Hans-Jörg Mihm, CEO von Extramet, betonte gegenüber den FN, dass es bei den angekündigten Investitionen nicht primär um einen Ausbau der Produktionskapazitäten gehe. «Vielmehr soll durch den verstärkten Fokus auf zusätzliche Veredelungsschritte die Wertschöpfung gesteigert werden.»

Höhere Margen

Klar wolle das Unternehmen mit dieser Strategie weiter wachsen, so Mihm. Heute erzielt Extramet einen jährlichen Umsatz von 50 Millionen Franken. Um wie viel dieser gesteigert werden soll, könne er nicht voraussagen. Das hänge von der Entwicklung der Rohstoffpreise ab, von der Währungsentwicklung und anderen Para­metern. Sicher sei aber, dass mit hochwertigeren Produkten höhere Margen erzielt werden könnten.

Und: «Die eingeschlagene Strategie erlaubt es, den Standort Plaffeien zu sichern.»

Mehr Arbeitsplätze

Extramet beschäftigt in Plaffeien 185 Mitarbeiter. Auf der ganzen Welt sind es 220 (siehe Kasten). Bis in drei Jahren sollen im Senseoberland 20 bis 30  neue Arbeitsplätze dazu kommen. Gesucht werden vor allem Polymechaniker. Vier Polymechaniker-Stellen sind bereits ausgeschrieben. Mihm hat keine Sorgen, qualifiziertes Personal zu finden. Das Unternehmen habe die Suche ja schon eingeleitet und zudem bilde es auch selber gute Leute aus.

Folgeinvestitionen

Der Bau des Produktionsgebäudes zieht bis 2021 Folge­investitionen von 15 Millionen Franken nach sich – für neue Maschinen, die durch die Mehrproduktion nötig werden, und für neue Arbeitsprozesse, die sich durch die Akzentuierung der Softformerei ergeben.

Mihm ist zuversichtlich, dass seine Rechnung aufgeht. «Die Nachfrage ist da, und die Perspektiven sind erfreulich.» Das könne er sagen, weil Extramet die Produkte zusammen mit den Endverbrauchern wie Airbus und Daimler sowie mit Universitäten entwickle. «Wir wissen, was kommt, welche Anwendungen und Produkte zukunftsträchtig sind.» Hightech in the Green kann also funktionieren, und Mihm versichert: «So viel technologisches Know-how kann man nicht einfach auslagern.»

«Hightech in the Green funktioniert. So viel technologisches Know-how kann man nicht einfach auslagern.»

Hans-Jörg Mihm

CEO von Extramet

Zahlen und Fakten

KMU sind genauso Kunden wie Airbus

Extramet wurde 1980 von Otto Mihm, dem Vater des jetzigen CEO Hans-Jörg Mihm, in Plaffeien gegründet. Der Hartmetall-Hersteller ist weltweit tätig. 80 Prozent seiner Produktion gehen nach Deutschland, Frankreich und in die USA. Seit 2013 bearbeitet Extramet auch die Zukunfts- und Wachstumsmärkte ausserhalb von Europa in Singapur, Polen, Indonesien, Russland, Indien und der Türkei. Sie machen die restlichen 20 Prozent des Exports aus.

rsa