Freiburg 19.04.2017

«Eine andere Qualität der Vernetzung»

Für das Kantonslager der Jubla Freiburg packen alle 14 Scharen mit an. Beim OK laufen die Fäden zusammen.
Die Vorbereitungen für das Kantonslager Kala 17 der Jubla Freiburg laufen knapp drei Monate vor dem Start auf Hochtouren. Die FN haben mit einigen Ressortchefs über den Stand der Dinge und über die Bedeutung von Jugendverbänden gesprochen.

Noch knapp drei Monate dauert es bis zum Auftakt des Kantonslagers der Jubla Freiburg am 10. Juli 2017 im Entlebuch LU. Dieses Datum bedeutet das Ende einer langen Vorbereitungsphase für die Scharen der Jubla Freiburg, aber auch für das Organisationskomitee und die rund 45 Ressortmitglieder. Als die Jub­la Freiburg sich an der Kantonskonferenz für die erneute Abhaltung eines kantonalen Lagers entschied – das letzte liegt mittlerweile 13 Jahre zurück –, begann sie praktisch bei null. In der Folge wurden Erfahrungswerte gesammelt, Konzepte erstellt, Programme geschrieben und die Suche nach Vernetzung und Unterstützung begann. Zwei Jahre später schaut das OK nun auf die bisherigen Vorbereitungsarbeiten zurück und blickt vor allem voraus auf das Kantonslager 2017.

Die 14 Scharen im Austausch

Das Ressort Inhalt unter der Leitung von Marcel Messerli musste nicht lange auf Arbeit warten: «Als kreativ-schöpferische Spezialeinheit ist das Ressort Inhalt schon sehr früh mit viel Arbeit zum Einsatz gekommen. Da man bekanntlich nicht auf Kommando kreativ ist, trifft sich unser Team seit Januar 2016 regelmässig in kurzen Abständen», erklärt Marcel Messerli. Das Ziel sei es, abwechslungsreiche Programme zu bieten, die einen Austausch der 14 Scharen ermöglichen und das Kantonslager zu einer «unvergesslich schönen Kindheitserinnerung werden lassen». Dieses Ziel werde auch im Motto des Kantonslagers, «Besser gemeinsam als einsam», deutlich.

Sinnbild für diesen Gedanken ist die Geschichte um einen Jungen namens Emil, der sich in seinem Zuhause, einer Burg im Entlebuch, versteckt, weil er sich nicht getraut, die grosse fremde Welt zu entdecken. Seine Oma Hildegard hingegen ist seit Wochen auf Weltreise und sendet ihrem Enkel Emil Postkarten, damit auch er, trotz seiner Angst, etwas von der Welt zu sehen bekommt. Oma Hildegard wünscht sich so sehr, dass ihr Enkel seine Angst überwinden und das Schöne an den verschiedenen Ländern und Menschen entdecken kann. Schliesslich bittet sie die einzelnen bereisten Länder, gemeinsam ihrem einsamen Enkel Emil zu helfen und ihm die Angst vor dem Unbekannten zu nehmen.

Diese Weltoffenheit und der Gemeinschaftsgedanke sind gemäss Marcel Messerli nichts Neues für die Jubla: «In der Jubla treffen verschiedenste Persönlichkeiten, Lebensauffassungen und Kinder unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft zusammen. Spielerisch und ohne Leistungsdruck tauschen sie ihre Erfahrungen und Fertigkeiten aus und können diese zu gemeinsamen Projekten verknüpfen.»

«Ein Traum für Arbeitgeber»

Nicht nur die Kinder kommen im Kantonslager zum Zug. Junge Erwachsene können in der Funktion als Leiterinnen und Leiter ihre persönlichen Ressourcen einbringen, so dass andere von ihnen profitieren. «Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen können sich in handwerklichen und kreativen Arbeiten weiterentwickeln, erwerben Sozialkompetenzen wie Teamarbeit und lernen, Verantwortung zu übernehmen– ein Traum für jeden Arbeitgeber», sagt Christof Baeriswyl, Verantwortlicher für die Infrastruktur auf dem Hauptplatz.

«In jeder Hinsicht einmalig»

Ein konkretes Beispiel dieser Wechselwirkung bietet das achttägige Vorlager, in dem 40 Handwerker die Infrastruktur erstellen: «Das Kantonslager ist in jeglicher Hinsicht einmalig, und genauso einmalig soll die Infrastruktur sein», so Baeriswyl. Das Herzstück bilde das Raiffeisen-Sarrasani, das mit 52 Metern Spannweite Platz für 1500 Personen bietet. Daneben entstehen ein zweistöckiger Leiterkomplex, der Sitzungsräume für 60 Personen, ein befahrbares Materiallager und eine Leiterbar beherbergt, sowie der 20 Meter hohe Rotary-Turm. Umzäunt wird die «Fryburg» von einem Palisadenzaun mit einem majestätischen Eingangstor.

Viele freiwillige Arbeitsstunden

Das Kantonslager stellt für die Jubla Freiburg einen gros-sen Aufwand dar. Abgesehen von den finanziellen Mitteln, die aus Geldern von Sponsoren, Institutionen, Gönnern und Teilnehmerbeiträgen bestehen, fallen vor allem die unzähligen Stunden von Freiwilligen ins Gewicht. Finanzchef Claudio Kick rechnet mit einer Eigenleistung von zirka 10 000 Arbeitsstunden. «Diese werden wir mit Sicherheit übertreffen. Genaue Zahlen werden wir aber erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben», sagt Kick.

Jano Fasel, der für Sponsoring und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, unterstreicht die Wichtigkeit der Jugendverbände im Kanton Freiburg: «Wir leben in einer spannenden, aber auch hektischen und einschüchternden Zeit. Die Jugendlichen sind digital bestens vernetzt und auf eine Art doch isoliert in einem wertenden System von Sozialen Medien und Leistungsdruck.» Jugendverbände, auch die Jubla, würden eine andere Qualität der Vernetzung bieten. «Deshalb ist es bedeutsam, dass unsere Gesellschaft derartigen Vereinen und insbesondere den Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich uneigennützig engagieren, die nötige Anerkennung und Unterstützung zukommen lässt», betont Jano Fasel. Dem stimmt Claudio Kick zu: «Der Rucksack der Kinder und Jugendlichen wird in der Jubla schon früh mit Erlebnissen, Herausforderungen, Emotionen, aber auch mit Wissen und Verantwortung gefüllt. Diesen Rucksack trägt jeder ein Leben lang an seinem Rücken und kann so im Alltag auf wertvolle Erfahrungen und schöne Erinnerungen zurückgreifen.» Gerade in der heutigen fordernden Welt drohe dieser Rucksack kleiner und kleiner zu werden. Durch die Unterstützung der Jubla und das Engagement vieler Freiwilliger könnten aber noch viele Rucksäcke gepackt werden, so Claudio Kick.

Kick-off für Teilnehmende

Neben dem symbolischen Rucksack packt die Jubla bald den richtigen Rucksack: «Wir sind mit unseren Planungs-Meilensteinen bereits weit fortgeschritten», sagt Marcel Messerli. Die Detailprogramme stünden zu einem grossen Teil fest. Alle Budgets der einzelnen Ressorts seien konsolidiert und am Finanzhock, der Mitte März stattgefunden hat, gesprochen worden. «Am meisten freuen wir uns jetzt darauf, das Geplante in die Tat umzusetzen», so Messerli. Am Kick-off des Jubla-Kantonslagers 2017, der am Samstag, 29. April, scharintern stattfindet, werden die 14 Länder der 14 Freiburger Scharen erstmals aktiv und bereiten sich auf die Zusammenkunft mit den anderen vor.

ak/jf

 

Zahlen und Fakten

Am  5.  Mai  ist Anmeldeschluss

Das Kantonslager der Jubla Freiburg findet vom 10. bis 22. Juli 2017 im Entlebuch  LU statt. Alle 14 Scharen aus Freiburg nehmen daran teil. Informationen zur Anmeldung und Unterstützung für das Lager sind auf www.kala17.ch zu finden. Anmeldeschluss ist der 5. Mai 2017.

ak