Düdingen 11.10.2017

Düdingen durchleuchtet Organisation

Generalratspräsident Michael Zurkinden (SVP), der ganz rechts auf der Bühne sitzt, leitete die Sitzung im Begegnungszentrum.
Einstimmig hat der Generalrat von Düdingen am Montagabend eine Motion überwiesen, die eine Analyse der Gemeindeorganisation fordert. Sie soll bis zu den nächsten Gemeinderatswahlen im Jahr 2021 vorliegen.

«Es ist an der Zeit, eine Standortbestimmung zu machen», sagte der Düdinger Generalrat André ­Schneuwly (Freie Wähler) am Montagabend an der Generalratssitzung in Düdingen – und alle Generalrätinnen und Generalräte stimmten ihm zu. Sie überwiesen die Motion, die Schneuwly zusammen mit Generalrat Thomas Meyer (CVP) eingereicht hatte, einstimmig an den Gemeinderat. Die Motion fordert auf strategischer sowie auf operativer Ebene eine Analyse der Gemeindeorganisation. Die Grösse des Gemeinderats soll neu beurteilt werden, ebenso die Ressortaufteilung und die damit verbundenen Entschädigungen. «Vielleicht braucht es in Zukunft nicht mehr neun, sondern sieben oder fünf Gemeinderäte, dafür mit klarer Entlöhnung», sagte Schneuwly auf Nachfrage. Aber auch die Frage der Kompetenzen und die Aufgabenteilung zwischen Gemeinderat und Gemeindeverwaltung würden immer wieder Anlass zu Diskussion geben, begründete Schneuwly die Motion, die von 27 Personen mitunterzeichnet und am 29. Juni eingereicht wurde – also knapp zwei Monate, nachdem sich die Gemeinde vom Gemeindeschreiber Thomas Bürgy getrennt hatte (die FN berich­teten). Auch ein Grund für die Motion? «Unter anderem, aber nicht nur», sagt André ­Schneuwly den FN.

Auch in der Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat, Generalrat und Verwaltung bestehe Klärungsbedarf. Zum Beispiel beim konkreten Zusammenspiel zwischen Generalrat, Gemeinderat und Ratsbüro während der Sitzung. Oder beim Austausch von Informationen zwischen Gemeinde- und Generalrat, erklärt André Schneuwly. «Die Zusammenarbeit fängt an zu greifen, muss sich aber noch entwickeln.» Es ist eineinhalb Jahre her, seit in Düdingen ein 50-köpfiger Generalrat anstelle der Gemeindeversammlung eingeführt wurde.

Ein externes Büro

Mit der Überweisung der Motion muss der Düdinger Gemeinderat nun für die Analyse eine externe Beraterfirma beauftragen. In der Folge muss er dem Generalrat Verbesserungsvorschläge unterbreiten. Dazu soll der Gemeinderat eine Spezialkommission einsetzen und den Generalrat einbinden. Generalrätin Susanne Aeschlimann forderte im Namen der SP-Fraktion, dass von Beginn weg Gemeinderäte, Generalräte sowie Angestellte der Verwaltung mitreden können. Zudem müssten die neu gewonnenen Erkenntnisse für die nächste Legislatur zur Verfügung stehen.

Das sieht auch der Gemeinderat so, wie Ammann Kuno Philipona (CVP) erklärte. Es sei klar das Ziel, damit für die nächsten Wahlen im Jahr 2021 bereit zu sein. «Der Gemeinderat hat das in seinen Legislaturzielen so festgehalten, deshalb stellen wir uns auch nicht dagegen.» In den Legislaturzielen steht, dass «eine Professionalisierung der strategischen Führung angestrebt wird und diesbezügliche Rahmenbedingungen geschaffen werden».

Für die Analyse durch ein externes Büro müsse die Gemeinde mit Kosten von 30 000 bis 50 000 Franken rechnen, so André Schneuwly.

Thaddäusheim

Eine Arbeitsgruppe soll das Projekt vorantreiben

Im Herbst 2015 hatte die Gemeindeversammlung von Düdingen dem Kauf des Thaddäusheims mit seiner Parkanlage, die sich mitten im Dorfzentrum befindet, zugestimmt (die FN berichteten). Mit einer Motion fordert Generalrat Daniel Hayoz von der Jungen Liste Düdingen nun, dass sich baldmöglichst eine Sonderkommission aus den unterschiedlichsten Interessengruppen der Gestaltung des Thaddäusheims annimmt. Damit solle eine gut durchdachte Vision für das Heim und seinen Umschwung entstehen. «Denn dieses Projekt ist eine einmalige Chance, um den Dorfkern aufzuwerten», sagte Hayoz.

Gemeinderat hat gleiche Idee

Gemeinderat Bruno Schwaller (CVP) erklärte, dass der Gemeinderat im Mai entschieden habe, eine Arbeitsgruppe einzusetzen und im Frühjahr 2018 einen Workshop mit Einbezug der Bevölkerung zu diesem Thema zu organisieren. Von daher unterstütze die Motion die Pläne des Gemeinderats, so Schwaller.

34 Ja- gegen 12-Nein-Stimmen

Von der Fraktion der Freien Wähler, von der SP-Fraktion sowie von der CVP-CSP-Fraktion erhielt die Motion explizit Unterstützung. Die SVP-Fraktion beantragte deren Ablehnung. Schliesslich wurde die Motion zur «Bildung einer Arbeitsgruppe zur Gestaltung des Thaddäusheims» mit 34-Ja zu 12-Nein-Stimmen an den Gemeinderat überwiesen. Die Gemeinde Düdingen hatte die 7500 Quadratmeter grosse Parzelle mit Park, Baumallee, Villa und Kapelle für 3,9 Millionen Franken gekauft. Noch sind Brüder des Ordens der Oblaten des hl. Franz von Sales als Mieter im Thaddäusheim.

ak

Gemeindeschreiber

René Wirz aus Murten angestellt

Ab dem 1. März 2018 hat Düdingen wieder einen Gemeindeschreiber. Ammann Kuno Philipona informierte am Montagabend den Generalrat darüber, dass der 49-jährige René Wirz aus Murten den Zuschlag bekommen habe. 16 Personen hätten sich beworben. Wirz ist zurzeit stellvertretender Direktor der AHV-Ausgleichskasse Agrapi in Bern. Er stellte sich den Generalräten kurz vor und betonte, dass Gemeindeschreiber für ihn ein Traumjob sei. Bis Wirz im März seine Arbeit aufnimmt, wird er bereits an diversen Sitzungen teilnehmen. Denn die Stelle des Gemeindeschreibers ist seit Mai unbesetzt: Damals wurde der Stelleninhaber Thomas Bürgy freigestellt (die FN berichteten). Zu den Gründen schwiegen sich die Betroffenen aus. Seither führt die stellvertretende Gemeindeschreiberin Eliane Waeber die Amtsgeschäfte.

ak