Freiburg 20.04.2017

Gespanntes Warten bei den Landwirten

Die kalten Temperaturen stellen die Landwirte vor Herausforderungen. Während die Vully-Winzer auf die Hilfe des Murtensees zählen, decken Gemüseproduzenten ihre Kulturen ab.

In den vergangenen Tagen hat sich der Winter mit Schneefall und tiefen Temperaturen zurückgemeldet. Speziell für die Winzer und die Gemüseproduzenten ist der Wintereinbruch nicht einfach.

Der Murtensee hilft

Fabrice Simonet, Winzer in Môtier und Vorstandsmitglied der Vereinigung der Vully-Winzer, rechnet in Môtier mit einem Tiefpunkt von einem Grad unter null. «Da die Luft dank der Bise trocken ist, geht das gerade noch.» Wäre die Luft feucht, so stünde er aber vor grossen Schwierigkeiten. «Wir profitieren wieder einmal vom Murtensee als Wärmespeicher.» Durch den See würden die Temperaturen am Vully nicht so stark sinken wie etwa im Wallis. Normalerweise falle der Frost im Vully-Gebiet recht begrenzt aus. «Wir haben meistens nur vereinzelte Frostschäden», so Simonet. So habe sein Vater in 50 Jahren als Winzer nie grössere Frostschäden erlebt.

Kein Totalausfall

Dass es im April noch einmal kalt werden könne, gehöre zum Geschäft, sagt Pascal Gutknecht, Gemüseproduzent aus Ried bei Kerzers und Vizepräsident des regionalen Branchenverbandes. «Bleibt die Kälte im Rahmen, können wir unsere Pflanzen schützen.» So decken die Betriebe ihre Kulturen mit Flies ab oder besprühen sie mit Wasser. Das sei nicht so absurd, wie es wirken möge, erklärt Gutknecht: «Gefriert das Wasser auf den Pflanzen, bildet es eine Schutzschicht und schützt die Blätter vor dem Austrocknen.»

Unbegrenzt liessen sich die Schutzmassnahmen aber nicht anwenden, sagt Gutknecht. «Wir können damit zwei bis drei Grad Celsius herausholen». Sollten aber die Temperaturen unmittelbar über dem Boden wie befürchtet auf bis zu minus sieben Grad Celsius fallen, so könnte es schon die einen oder anderen Schäden geben. Für die Gemüseproduzenten seien Frostschäden aber meistens besser verkraftbar als etwa für Winzer. Wenn er aufgrund des Frostes während zwei Wochen keine Salate ernten könne, dann schmerze das zwar. «Immerhin ist für uns aber noch nicht die ganze Saison verloren.» Von Vorteil seien in dieser Situation verschiedene Kulturen, die nicht alle gleich empfindlich und zu unterschiedlichen Zeiten bereit zur Ernte sind.