Murten 11.10.2017

Das elefantastische Kunstwerk in Murten soll Teil eines Skulpturenparks werden

Der «Trojanische Elefant» vor dem Museum Murten ist eine von wenigen begehbaren Skulpturen.
Der «Trojanische Elefant» vor dem Museum Murten gehört seit dieser Woche der Kulturstätte. Sie hat für die Skulptur eine proviso­rische Baugenehmigung bis 2018 erhalten.

Seit letztem Juni steht vor dem Museum Murten der lebensgrosse «Trojanische Elefant». So heisst die 2,5 Tonnen schwere Skulptur aus Stahl und rohem Eichenholz aus der Region.

Das Werk des Künstlers Beat Breitenstein erinnert an den Elefantenbullen des amerikanischen Wanderzirkus Bell & Myers, der in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1866 in einem Anfall brünstiger Erregung zuerst einen Pfleger tötete und dann in die Altstadt lief, wo er grossen Sachschaden anrichtete. Am folgenden Nachmittag wurde der tollwütige Elefant von Murtner Stadtschützen mit einer Artilleriekanone erschossen, die sie dem Freiburger Militär entliehen hatten.

Provisorische Baubewilligung

Während der asiatische Elefant dieses wahren Ereignisses nur einen Tag in Murten lebte, soll 151 Jahre später sein künstlerischer Artgenosse ewig bleiben. «Der ‹Trojanische Elefant› soll Teil eines Skulpturenparks vor dem Museum werden, für den wir zurzeit das Konzept erstellen», sagt Direktor Ivan Mariano.

Weil das Projekt eines Skulpturenparks noch nicht amtlich bewilligt ist, bleibt die Baubewilligung für den Elefanten bis 2018 weiterhin provisorisch.

Geschenk für 44 000 Franken

Trotz dieser formell offenen Zukunft der Skulptur hat diese Woche das Museum den «Trojanischen Elefanten» offiziell als Geschenk in Besitz genommen – geschenkt vom Trägerverein Elefanticum. Der Verein ist für die Finanzierung des 2,7 Meter hohen, 4,9 Meter langen und 1,8 Meter breiten Elefanten gegründet worden – und wird mit der Übergabe wieder aufgelöst. «Wir haben 44 000 Franken für die Skulptur gesammelt. Nebst Spenden von Privaten und der Burgergemeinde Murten haben vor allem Vertreter des lokalen Gewerbes die Kosten bezahlt», sagt Hans Bonjour, der Initiant und Präsident des Vereins.

Besonders bei Familien beliebt

Im Gegenzug nutzen einige Betriebe aus Murten die Popularität des Elefanten, um damit Geld zu verdienen. Sie verkaufen Halsschmuck, Schokolade, Gebäck und Vieille Prune mit dem Logo oder in Flaschen in der Form des Murten-Elefäntli. Der grosse Elefant ist der kleine Bruder der Murtner Löwen geworden.

Hauptsächlich jedoch ist der freundlich blickende Elefant bei Familien mit kleinen Kindern beliebt. Sie können das Tier durch die Türe auf der rechten Flanke betreten. Im Innern können sich die Besucher setzen und bald auch die tragische Geschichte des Zirkuselefanten von Murten nachlesen. «Solche Skulpturen, welche die Besucher begehen und berühren dürfen, sind selten», sagt Museumsdirektor Ivan Mariano.

Dem «Trojanischen Elefanten» selber scheint das Tamtam um ihn egal zu sein: Zufrieden und entspannt blickt er tagein, tagaus hinüber zum Schloss.