Gurmels 07.10.2017

Damit Trinkwasser sauber bleibt

Bei der Nutzung von Regenwasser im Gebäudeinnern besteht die Gefahr einer Vermischung mit dem Trinkwasser.
Gurmels hat eine Umfrage zur Trinkwasserverteilung und zur allfälligen Nutzung von Privatquellen sowie Regenwasser lanciert. Es geht darum, dass keine Verunreinigungen ins Trinkwasser gelangen.

Die Gemeinde Gurmels saniert gemeinsam mit dem Trinkwasserverbund Bibera (TWB) ihr gesamtes Trinkwassernetz. Diese Gelegenheit nutzt die Gemeinde, um sich auf den neusten Stand zu bringen: In einer Umfrage bei allen Liegenschaftsbesitzern will sie wissen, wer an Privatquellen angeschlossen ist und wer Regenwasser nutzt. Entscheidend dabei ist, ob das Quell- oder Regenwasser ins Gebäudeinnere geführt wird. Denn in diesen Fällen muss sichergestellt werden, dass sich das Trinkwasser nicht mit Regen- oder Quellwasser vermischt, dass das Trinkwasser also nicht verunreinigt wird. Der Fragebogen ging an alle Liegenschaftsbesitzer und ist auf der Website der Gemeinde Gurmels abrufbar.

«Wir wollen weiterhin perfektes Trinkwasser zur Verfügung stellen. Wir sind sehr bemüht, die ganzen Anlagen zu erneuern und zu unterhalten, und das soll so bleiben», sagt Gemeinderat Manfred Baeriswyl auf Anfrage.

Regenwasser für Toiletten

«Wir wollen nicht Angst machen», stellt Baeriswyl klar, doch die Nutzung von Quell- oder Regenwasser zum Beispiel für die Toilettenspülung bringe Probleme mit sich. «Es ist gut, Regenwasser für Toiletten zu nutzen, aber es ist heikel.» Denn um sicherzustellen, dass Trinkwasser nachfliesst, wenn kein Regenwasser zur Verfügung steht, müssten die Leitungen miteinander verbunden sein. «Es handelt sich dabei meist um eine Y-Verbindung, und es muss unbedingt sichergestellt sein, dass es keinen Rückstau gibt und Regenwasser ins Trinkwasser gelangt.» Dies gelte es zu überprüfen. Um allfällige Problemfälle orten zu können, habe die Gemeinde die aktuelle Umfrage in die Wege geleitet. Die Gurmelser Liegenschaftsbesitzer müssen den Umfragebogen gleichzeitig mit dem nächsten Ablesen des Wasserzählers ausgefüllt abgeben.

Der TWB und die Gemeinde arbeiten für die Sanierung des Trinkwassernetzes mit der Firma Sinef SA aus Givisiez zusammen. Deren Leiter für den Bereich Wasser, Laurent Barras, hält jedoch nicht viel von der privaten Nutzung von Regenwasser für Toiletten: «Die ganze Installation muss getrennt verlaufen, es braucht also separate Leitungen, separate Pumpen und separate Tanks.» Das lohne sich finanziell kaum für einen einzelnen Gebäudebesitzer, «denn das System braucht neben den zusätzlichen Installationen auch viel Energie». Zudem sei es nicht ganz einfach sicherzustellen, dass es gut funktioniert, «oft muss das Regenwasser gefiltert werden, damit die Toiletten auf Dauer nicht verschmutzt werden». Sinn mache diese Technik in grossen Städten in Ländern wie Japan, wo es nicht viel Quellwasser gebe und das System für zahlreiche Haushalte zur Anwendung komme. «Aber für einzelne Häuser sind der Aufwand und das Risiko zu gross.»

Zahlen und Fakten

Wasserherkunft und -verbrauch

Die Trinkwasserversorgung Gurmels liefert den Haus­halten im Jahr rund 246 Millionen Liter Wasser. Gurmels zählt gemäss der Website der Gemeinde rund 4200 Einwohner. Das Gemeindegebiet ist in drei Wasser-Zonen eingeteilt: Das Wasser der Zone 1 stammt ausschliesslich vom Trinkwasserverbund Bibera (TWB) und damit vom Brunnen in Jeuss. Ein Grossteil des Wassers der Zone 2 stammt aus den Quellen in Gurmels, wobei im Jahr 2015 rund 154 Millionen Liter Wasser vom TWB beigemischt wurden. Das Wasser der Zone 3 (Wallenbuch), rund 16 Millionen Liter, wird bei der Wasserver­sorgung Laupen bezogen. Der Wasserpreis beträgt 1.30 Franken pro Kubikmeter.

emu