Allgemeines 18.10.2017

Rochat: "Noch sind viele Hürden zu überwinden"

Ein gutes Projekt, das jeden Tag noch besser werden soll - so sieht Swiss-Olympic-Präsident Jürg Stahl die Olympia-Bestrebungen von Sion 2026.

"Uns stehen noch viele Hürden bevor", ist sich Jean-Philippe Rochat, Präsident des Kandidaturkomitees, bei aller Freude bewusst. Rochat sprach wenige Stunden nach dem Ja des Bundesrats zur Unterstützung des Projekts Sion 2026 und zur möglichen Durchführung von Olympischen Winterspielen, die den Bund bis zu einer Milliarde Franken kosten können, an einer Medienkonferenz in Bern von "grosser Freude" über diesen Entscheid.

Gleichzeitig trage man nun aber auch eine grosse Verantwortung, so der Lausanner Anwalt. Rochat ist sich des Widerstands von vielen Seiten bewusst, "den wir überwinden müssen - zuerst national, danach auch international".

Die nächste, grosse Hürde steht am 10. Juni 2018 bevor, wenn im Wallis die kantonale Abstimmung über das Olympia-Projekt stattfindet. Rochat betont aber zugleich, dass er nicht nur die Unterstützung der Leute in den Gastgeberkantonen, wo kantonale Referenden drohen, gewinnen wolle. "Wir streben die Unterstützung möglichst der ganzen Schweizer Bevölkerung an", so Rochat, der auch dem künftig neu aufgestellten Bewerbungskomitee als Präsident vorstehen wird.

Kein Geld von Constantin

Christian Constantin hingegen wird nach der Prügelaffäre in Lugano sicher nicht mehr mit von der Partie sein. "Ohne ihn stünden wir nicht da, wo wir jetzt sind. Bis auf das eine Mal hat er immer im Interesse der Sittener Kandidatur gehandelt. Dafür danke ich ihm. Aber klar ist auch, dass Herr Constantin ab jetzt in unserem Projekt nicht mehr dabei ist", stellt Rochat klar.

Auf das vom Walliser Immobilienunternehmer und FC-Sion-Präsident Constantin offerierte Geld in der Höhe von mehreren Hunderttausend Franken zugunsten des Projekts Sion 2026 verzichtet das Bewerbungskomitee laut Rochat: "Wir werden dieses Geld nicht brauchen. Wir haben andere Investoren."

Sion 2026 als Liebesgeschichte?

Jürg Stahl, Präsident von Swiss Olympic, äusserte sich am Mittwoch dahingehend, "dass Sion 2026 Emotionen auslösen wird und soll. Das ganze Projekt macht nur Sinn, wenn wir die Hürden im eigenen Land überspringen können." Danach gelte es, so Stahl, mit einem sehr guten Projekt auf die internationale Ebene zu treten. Und das Projekt sei bereits gut, ist der Zürcher Nationalrat überzeugt. "Trotzdem arbeiten viele Leute jeden Tag dafür, dass es noch besser wird."

Der Sittener Stadtpräsident Philippe Varone sprach davon, "wie stolz wir sind, diesem guten Projekt unseren Namen zu geben." Nun gelte es, dass Sion 2026 und die Olympischen Spiele zu einer Liebesgeschichte würden, hofft Varone. "Wir sind eine natürliche Gastgeberstadt für Winterspiele."

Der Entscheid über den Austragungsort der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2026 fällt im Herbst 2019 in Mailand an der Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

sda Sport